Der 6. Tag will ein großer, lauter Thriller über Identität und die Zukunft sein. Das gelingt ihm meist nicht. Der 2000 von Roger Spottiswoode inszenierte Film zeigt Arnold Schwarzenegger als Adam Gibson, einen Urlinienpilot, dessen Leben auseinanderbricht, als ein Klon von ihm zu Hause auftaucht. Der Film basiert auf einer einfachen Prämisse: Das Klonen von Menschen ist illegal, aber einige reiche Männer haben herausgefunden, wie man es trotzdem macht, und jetzt muss Gibson beweisen, dass er der Echte ist. Diese Prämisse ist clever genug. Die Ausführung ist es nicht.
Der Film beginnt im Jahr 2015, einige Jahre nachdem die erfolgreiche Klonung von Dolly, dem Schaf, Tierklonierung gebräuchlich gemacht hat. Klonunternehmen wie Replacement Technologies verkaufen Tierkopien in Geschäften namens „RePet“. Gibson ist ein Familienvater mit einer Frau namens Natalie, einer Tochter und einem Partner namens Hank. Sein ruhiges Leben endet, als er von Michael Drucker, dem milliardenschweren Eigentümer von Replacement Technologies, für einen Snowboardausflug angeheuert wird, der ihn auffordert, einen Drogentest zu machen. Gibsons Frau erzählt ihm, dass ihr Tochterhund gestorben ist, und er geht zu einem RePet-Laden, um einen neuen zu kaufen. Inzwischen gibt Hank vor, Gibson zu sein, und fliegt Drucker in die Berge, wo sie von einem Attentäter namens Tripp getötet werden.
Die Handlung schreitet schnell voran. Gibson kauft für seine Tochter eine lebensgroße Animatronikpuppe namens „SimPal“ anstelle eines echten Hundes. Als er nach Hause kommt, findet er einen Klon von sich selbst vor, der bei seiner Familie lebt. Bevor er handeln kann, wird er von Marshall, Druckers Leiter der Sicherheit, zusammen mit seinen Agenten Talia, Vincent und Wiley gefangen genommen. Gibson entkommt, tötet Talia und Wiley und geht zur Polizei. Die Polizisten glauben, er sei ein entflohener psychisch Kranker. Drucker, der auf unerklärliche Weise am Leben ist, teilt Reportern mit, dass er keine Pläne habe, die Aufhebung der „Sechsten Tag“-Gesetze gegen das Klonen von Menschen voranzutreiben. Aber er und sein Chefwissenschaftler, Dr. Griffin Weir, haben illegales menschliches Klonen bereits perfektioniert und bringen Talia und Wiley wieder zum Leben.
Gibson bricht aus der Polizeistation aus und tötet Wiley erneut. Er findet Hank in dessen Wohnung, noch am Leben, und bringt ihn nach Hause. Gibson erwägt, seinen Klon zu töten, ändert seine Meinung jedoch. Marshall und Talia treffen ein, und Gibson muss so tun, als wäre er der Klon, um sie wegzuschicken. Zurück in seiner Wohnung wird Hank erneut von Tripp getötet, der daraufhin von Gibson erschossen wird. Ein sterbender Tripp enthüllt, dass er ein Anti-Kloning-Extremist ist, der Drucker getötet hat, der zusammen mit ihm geklont worden war.
Trailer, über Rotten Tomatoes Classic Trailers.
Schwarzeneggers schwere Kost
Schwarzenegger trägt den Film. Als Adam Gibson verkörpert er einen Mann, der plötzlich beweisen muss, dass er der Echte ist, und die Verwirrung kommt ihm dabei zugute. Die Leistung ist solide, aber nicht spektakulär, aber das Material gibt ihm Raum, um beide Seiten der Gleichung zu spielen. Der Film fordert das Publikum auf, zwei Männer anzusehen, die identisch aussehen, und zu erraten, welcher lügt. Schwarzenegger beherrscht die körperliche Komödie gut, besonders in den Actionszenen, in denen Gibson gegen seinen eigenen Klon kämpft.
Der Nebencast
Der Nebencast ist solide, aber unterfordert. Tony Goldwyn spielt Michael Drucker, den Milliardär, der Gibson für den Snowboard-Trip anheuert. Michael Rapaport spielt Hank, Gibsons Partner, der so tut, als wäre er er. Michael Rooker spielt Marshall, Druckers Leiter der Sicherheit. Robert Duvall spielt Dr. Griffin Weir, den Chefwissenschaftler. Sarah Wynter spielt Talia, eine von Marshalls Agenten. Wendy Crewson spielt Natalie, Gibsons Frau. Rodney Rowland spielt P. Wiley, einen weiteren von Marshalls Agenten. Terry Crews tritt als Vincent auf, und Colin Cunningham tritt als Tripp auf. Ken Pogue tritt als Speaker Day auf, und Wanda Cannon tritt als Katherine Weir auf.
Die biblische Anspielung des Titels
Der Titel bezieht sich auf die Genesis-Schöpfungsgeschichte, in der Gott die Menschheit am sechsten Tag der Existenz des Universums schuf. Es ist ein dünner Anknüpfungspunkt für einen Film über Klonen, passt aber zur Idee, dass Menschen neu erschaffen werden. Der Film verwendet auch die Idee des sechsten Tages, um über das Gesetz gegen das Klonen von Menschen zu sprechen. Die „Sechster-Tag“-Gesetze wurden nach einem gescheiterten Versuch der menschlichen Klonierung eingeführt, und der Film verbringt einige Zeit damit, zu erklären, warum die Öffentlichkeit dagegen ist.
Die Schwachstellen der Handlung ()
Das Problem ist, dass die Handlung dünn und repetitiv ist. Nachdem Gibson der Agenten von Marshall entkommen ist, verbringt der Film einen langen Zeitraum damit, ihn herumrennen zu sehen, in Schlägereien zu verwickeln und herauszufinden, wer gegen ihn arbeitet. Das Tempo verlangsamt sich in der Mitte, und die Wendungen, die überraschend sein sollen, wirken einmal enthüllt offensichtlich. Der Film fordert das Publikum auf, sich zu fragen, ob Gibson der Wahre ist, aber der Aufbau ist so einfach, dass die Wirkung verliert.
Es gibt auch einige Logiklöcher, die die Glaubwürdigkeit strapazieren. Wenn Gibson von Attentäter verfolgt wird, warum verbringt er dann so viel Zeit damit, mit Fremden zu sprechen? Warum kehrt er zu seiner Frau und Tochter nach Hause zurück anstatt zu fliehen? Der Film erklärt diese Entscheidungen nicht, und sie schwächen das Gefühl der Gefahr. Der Film stützt sich außerdem stark auf Action-Szenen, aber die Stunts sind für die damalige Zeit standardmäßig und erhöhen das Material nicht.
Die Schurken und ihre Tricks ()
Die Schurken sollen gefährlich sein, aber sie lassen sich leicht vermeiden, sobald Gibson ihre Tricks durchschaut hat. Marshall und Wiley sollen eine Bedrohung darstellen, aber der Film setzt nicht darauf, sie zu vollständig ausgearbeiteten Charakteren zu machen. Die weiblichen Hauptrollen, Wynter und Crewson, sind meistens da, um auf Gibsons Handlungen zu reagieren. Der Film hat auch ein Problem mit seinen Schurken. Marshall und Wiley sollen gefährlich sein, aber sie lassen sich leicht vermeiden, sobald Gibson ihre Tricks durchschaut hat.
Der Anti-Klon-Extremist ()
Die Enthüllung, dass Tripp ein Anti-Klon-Extremist ist, der Drucker getötet und selbst geklont wurde, ist der interessanteste Twist im Film. Es deutet darauf hin, dass die Angst vor dem Klonen tief verwurzelt ist und dass selbst diejenigen, die es ablehnen, möglicherweise bereit sind, Mord zu begehen, um es zu stoppen. Der Film hätte mehr Zeit damit verbringen können, diesen Aspekt zu erkunden, aber er schneidet weg, bevor die Idee vollständig Fuß gefasst hat. Stattdessen eilt der Film zu seinem Höhepunkt und lässt die Anti-Klon-Bewegung als Randnotiz und nicht als zentralen Bestandteil der Geschichte zurück.
Die Science-Fiction-Prämisse ()
Die Prämisse, dass menschliche Klonen illegal ist, ist eine gute. Der Film nutzt sie, um Fragen nach Identität, Gedächtnis und was eine Person einzigartig macht, zu stellen. Gibsons Klon sieht ihm exakt ähnlich, aber er weiß Dinge, die Gibson nicht weiß, und Gibson fragt sich, ob er der echte ist. Der Film berührt diese Themen nur leicht, aber er gräbt nie tief genug, damit sie im Gedächtnis bleiben. Die „Sechster Tag“-Gesetze werden als eine Tatsache des Lebens dargestellt, und der Film erforscht nicht, warum sie existieren, außer dem misslungenen Versuch, der sie hervorbrachte.
Das Ende
Das Ende ist gehetzt. Nachdem Gibson Tripp tötet, verpackt der Film alles schnell und bindet lose Enden ab, ohne dem Publikum viel Closure zu geben. Der Bösewicht ist tot, der Klon ist weg, und Gibson fragt sich, ob alles, was passiert ist, real war. Der Film beantwortet nicht die Frage, die er am Anfang aufgeworfen hat, und das fühlt sich wie eine verpasste Gelegenheit an. Ein stärkeres Ende hätte Gibson die Möglichkeit gegeben, sich mit der Idee auseinanderzusetzen, dass er vielleicht nicht der echte ist, aber der Film wählt stattdessen eine sichere Auflösung.
Die Zahlen
- Titel: The 6th Day (2000)
- Regisseur: Roger Spottiswoode
- Drehbuch: Cormac Wibberley, Marianne Wibberley
- Stars: Arnold Schwarzenegger, Tony Goldwyn, Michael Rapaport, Michael Rooker, Robert Duvall
- Laufzeit: 123 Minuten
- Genre: Action, Science Fiction, Thriller
- Tagline: „Are you who you think you are?“
- Budget: 82 Millionen Dollar
- Weltweit wurden 96 Millionen Dollar eingespielt.
- Schwarzeneggers Gehalt: 25 Millionen Dollar.
„The 6th Day“ ist ein Film mit einer guten Idee, die verschwendet wurde. Die Grundprämisse ist stark, die Umsetzung jedoch schwach. Der Plot ist dünn, das Tempo zieht sich hin, und die Charaktere sind unterentwickelt. Schwarzenegger gibt sein Bestes mit dem Material, aber selbst seine Präsenz kann einen Film nicht retten, der nicht weiß, was er sein will. Der Film ist nicht schlecht, aber er ist schnell vergessen. Er wird für seine Grundprämisse und seinen Star in Erinnerung bleiben, nicht für das, was er erreicht.
„The 6th Day“ versuchte, ein intelligenter Science-Fiction-Thriller zu sein, endete aber als ein Standard-Actionfilm mit einem Kloningselement. Es ist weder ein Misserfolg noch ein Erfolg. Es ist ein Film, der schnell vergessen wird, und das ist das Nächstbeste, was man dazu sagen kann. Das spiegelt sich in der Musik wider.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





