„300: Rise of an Empire“ ist eine Fortsetzung, die sich für ein Prequel hält. Sie will größer sein als Zack Snyders ursprünglicher „300“, erreicht das aber nie ganz. Der Film beginnt mit der Schlacht von Marathon und springt dann zum Aufstieg Themistokles‘, des athenischen Generals, der zu den größten Verbündeten der Spartaner gegen den persischen König Xerxes wird. Er ist laut, gewalttätig und häufig wunderschön, aber auch hohl im Kern. Der Film weiß, wie man eine Schlacht inszeniert und wie man es aussehen lässt, als ob Blut gut aussieht, aber er hat Schwierigkeiten, etwas Sinnvolles über Krieg, Macht oder die Männer zu sagen, die ihn kämpfen.
Trailer, via Warner Bros..
Themistokles übernimmt
Themistokles, gespielt von Sullivan Stapleton, ist die zentrale Figur des Films. Er ist ein charismatischer Marinekommandant, der versteht, dass die griechischen Stadtstaaten sich gegen Xerxes zusammenschließen müssen, gespielt von Rodrigo Santoro, der aus dem ersten Film zurückkehrt. Die Handlung folgt ihm, während er versucht, Athen, Sparta und die anderen Stadtstaaten davon zu überzeugen, ihre Rivalitäten beiseite zu legen und der persischen Bedrohung gemeinsam zu begegnen.
Das Problem ist, dass der Charakter dünn ist. Stapleton spielt ihn intensiv, aber es gibt wenig darunter. Themistokles ist ein Held, ein Stratege und ein Mann der Tat, aber ihm fehlt der innere Konflikt, der Leonidas im Original zu einer fesselnden Figur machte. Der Film will, dass man ihm die Daumen drückt, aber er gibt keine Grundlage dafür ab, außer seiner körperlichen Präsenz und seiner Fähigkeit, Schlachten zu gewinnen.
Xerxes kehrt zurück
Rodrigo Santoro übernimmt erneut die Rolle des Xerxes, des persischen Königs, dessen Armee im ersten Film in Thermopylae besiegt wurde. In „Rise of an Empire“ ist er mächtiger, grausamer und tragischer. Er ist besessen davon, Griechenland zu erobern und eine Brücke über den Hellespont zu bauen. Seine Szenen sind die interessantesten im Film, obwohl sie letztendlich durch den Film’s Insistenz auf Spektakel anstelle von Substanz untergraben werden.
Xerxes ist ein Bösewicht, der in großen Worten über sein Reich und sein Schicksal spricht. Er ist auch ein Mann, der von Artemisia manipuliert wird, der Marinekommandantin, die als seine rechte Hand und seine Geliebte dient. Ihre Beziehung fügt der Geschichte etwas Tiefe hinzu, aber es reicht nicht aus, um die gesamte Produktion aufzuwerten.
Artemisia rächt sich
Eva Green spielt Artemisia, die Marinekommandantin, die nach dem Untergang ihres Schiffes während der Schlacht von Salamis Rache an Themistokles verlangen will. Ihre Leistung ist der Höhepunkt des Films. Sie verleiht der Rolle eine kalte Intelligenz und eine brodelnde Wut, und ihre Szenen mit Xerxes sind aufrichtig fesselnd. Sie ist die einzige Figur, die sich trotz ihres Handlungsbogens, der sich hauptsächlich um Rache und Manipulation dreht, vollständig ausgearbeitet anfühlt.
Der Film verbringt viel Zeit mit Artemisias Hintergrundgeschichte und ihrer Beziehung zu Xerxes, erklärt aber nie ganz, warum sie Themistokles so sehr hasst. Die Motivation ist vorhanden, aber sie wird nicht weiter ausgeführt. Dennoch trägt Greens Darstellung das Gewicht der Szene, und sie ist der beste Grund, diesen Film anzusehen.
Die Schlacht von Salamis
Das Zentrum von „300: Aufstieg eines Reiches“ ist die Schlacht von Salamis, wo die griechische Marine sich den persischen Streitkräften in den Meerengen von Athen gegenübersieht. Hier ist der Film am beeindruckendsten. Die Actionsequenzen sind chaotisch, schnell und voller Pfeile, Speere und Explosionen. Die Kinematografie ist atemberaubend, wobei das Wasser, die Schiffe und die Soldaten alle in der gleichen hyperstilierten, Comic-Buch-artigen Farbpalette dargestellt werden, die den Originalfilm prägte.
Aber die Schlacht selbst ist ein Problem. Sie ist zu lang, zu repetitiv und zu sehr auf Spektakel konzentriert. Der Film zeigt Ihnen die Zerstörung, aber er erzählt Ihnen nie, was sie bedeutet. Die Charaktere schreien einander an, die Schiffe kollidieren, und die Perser verlieren, aber die emotionalen Einsätze werden nie etabliert. Sie kennen das Ergebnis, weil Sie die Geschichte gesehen haben, aber der Film verdient diesen Moment nicht.
Der Look des Films
Zack Snyders Regie ist das definierende Merkmal von „300: Aufstieg eines Reiches“. Er kehrt zu dem gleichen visuellen Stil zurück, den er im ersten Film verwendete, mit seiner kontrastreichen Beleuchtung, seinen gesättigten Farben und seinen Slow-Motion-Aufnahmen von Pfeilen und Schwertern. Das Ergebnis ist ein Film, der wunderschön aussieht, aber sich statisch anfühlt. Die Action ist präzise choreografiert, aber sie fehlt die viszerale Wirkung eines Films, der seinen Darstellern vertraut, um die Gewalt zu verkaufen.
Der Film führt zudem neue Elemente ein, wie die Verwendung von Feuer und die Darstellung der persischen Schiffe als massiv und einschüchternd. Diese Ergänzungen sind visuell beeindruckend, werden aber nicht in eine größere Erzählung integriert. Sie sind Inszenierungsobjekte, keine Werkzeuge für das Geschichtenerzählen.
Wo es zu kurz kommt
Das größte Versäumnis von „300: Rise of an Empire“ ist der fehlende Fokus. Der Film versucht, zu viel zu leisten: Er will ein historisches Epos, ein Marinesabenteuer und ein persönliches Drama sein. Bei all diesen Zielen scheitert er. Die Geschichte springt zwischen der Schlacht von Marathon, dem Aufstieg des Themistokles, dem Fall von Eretria und der Schlacht von Salamis hin und her, und findet nie in einen kohärenten Rhythmus. Das Tempo ist ungleichmäßig, und die Laufzeit wirkt aufgebläht.
Der Film leidet zudem unter einem Mangel an Spannung. Im ursprünglichen „300“ wusste man zwar, dass die Spartaner dem Untergang geweiht waren, aber man kümmerte sich dennoch um ihren Kampf. In diesem Sequel weiß man, dass die Griechen gewinnen werden, und der Film schafft nicht die gleiche Atmosphäre der Beklemmung. Die Bösewichte sind wie aus einem Cartoon, und die Helden sind eindimensional. Es gibt keinen Sinn für Gefahr, keinen Sinn für Kosten.
Die Musik
| Erscheinungsbild | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|
| Visueller Stil | Atemberaubend, konsistent | Statisch, kraftlos |
| Actionsequenzen | Schnell, chaotisch ( | Zu lang, repetitiv ( |
| Charaktere ( | Evas Green Artemisia ( | Dünner Themistokles, flacher Xerxes ( |
| Geschichte ( | Interessante Prämisse ( | Ungleichmäßiger Rhythmus, unkonzentrierte Erzählung ( |
| Gesamtwirkung ( | Visuell beeindruckend ( | Oberflächlich, vergesslich ( |
Eine Reihenfolge
Die Struktur des Films ist lose, aber er folgt einer groben Zeitleiste der Ereignisse. Hier eine vereinfachte Aufschlüsselung:
| Ereignis | Zeitperiode |
|---|---|
| Schlacht von Marathon | Zu Beginn der Geschichte |
| Aufstieg des Themistokles | Mittlerer Abschnitt |
| Fall von Eretria | Mittlerer Abschnitt |
| Schlacht von Salamis | Höhepunkt |
| Xerxes‘ Brückenbau | Während der gesamten Geschichte ( |
Letztes Wort (
„300: Aufstieg eines Reiches“ ist eine technische Leistung. Seine Bilder sind beeindruckend, seine Action ist spannend und seine schauspielerischen Leistungen sind gelegentlich stark. Aber es ist eine hohle Leistung. Der Film fehlt die Seele, die den Originalfilm auszeichnete. Es ist ein Denkmal für Stil ohne Substanz, ein Spektakel, das einen kalt lässt. (
Es ist ein Film, den man besser betrachtet als darüber nachdenkt. Das ist keine Kompliment. (
Wertung: 4,8 von 10
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