6 Underground will zum schlanken, stilvollen Action-Thriller über ein geheimes Team werden, das Diktatoren stürzt. Stattdessen landete es in einem verwirrten Durcheinander, das nie ganz entscheidet, ob es sich um einen Film über Spione, Superhelden oder wohlhabende Menschen handelt, die Masken tragen.
Die Handlung folgt sechs Fremden, die alles verlieren – Familie, Vermögen, Freiheit – und für eine mysteriöse Mission ausgewählt werden. Man sagt ihnen, sie würden für das größere Wohl kämpfen. Was sie tatsächlich bekämpfen, ist Langeweile, schlechte Dialoge und ein Drehbuch, das mit seinen eigenen Ambitionen nicht mithalten kann.
Trailer, über Netflix.
Die Besetzung
Die Besetzung ist mit Talent gespickt. Aber das Material verlangt niemandem viel ab. Die Teammitglieder werden mit dramatischen Hintergrundgeschichten vorgestellt und dann meist vergessen. Ihre Fähigkeiten werden in vagen Begriffen erklärt, ihre Motivationen bleiben dünn.
Die Kämpfe
Die Actionszenen sind laut und geschäftig. Sie sind außerdem nahezu unmöglich zu verfolgen. Kugeln fliegen überall herum, Explosionen erschüttern den Bildschirm, und die Kamera schneidet so schnell, dass man nicht erkennen kann, wer wen trifft.
Die Maske
Die Maskenidee ist die größte Schwäche des Films. Charaktere verbringen lange Abschnitte damit, Vollmasken zu tragen, und der Film erwartet, dass wir uns intensiv darum kümmern, wer sich darunter befindet. Das tun wir nicht.
Der Diktator
Der Film investiert viel Zeit in den Aufbau eines Diktators und nutzt ihn dann kaum. Er ist nur vom Namen her eine Bedrohung, ein Bösewicht, der dem Team ein Ziel liefern soll, aber über das hinaus kaum Entwicklung erfährt.
Der Ton
Der Tonfall ändert sich ohne Vorwarnung. Eine Szene ist düster und ernst, die nächste ein Witz über eine Maske. Das wiederholt sich während der gesamten Laufzeit.
Die Reihenfolge
| Szene | Zeit |
|---|---|
| Team versammelt | 10 Minuten |
| Erster Einsatzbriefing | 15 Minuten |
| Lull im zweiten Akt | 20 Minuten |
| Finale Konfrontation | 10 Minuten |
Was funktioniert
- Die Action-Sequenzen sind handwerklich gut gemacht.
- Die Besetzung bringt Charisma mit, selbst wenn das Drehbuch ihnen wenig zu sagen gibt.
- Das Masken-Konzept hätte mit besserer Umsetzung interessant sein können.
Was nicht funktioniert
- Die Handlung ist dünn und erklärt nie, warum diese sechs Personen wichtig sind.
- Das Tempo zieht sich im mittleren Abschnitt in die Länge.
- Der Bösewicht wirkt wie eine Platzhalterfigur und nicht wie eine echte Bedrohung.
6 Underground ist keine Katastrophe, aber es kommt dem nahe. Es hat Momente von Stil und Spektakel, aber die Geschichte darunter hält nie zusammen. Es ist ein Film, der weiß, wie man cool aussieht, ohne jemals herauszufinden, was er eigentlich aussagen will.
Wertung: 4,1 von 10
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