Mehr als 30 Menschen in vier Bundesstaaten wurden laut den Centers for Disease Control and Prevention und der Food and Drug Administration durch IV-Tropfinfusionen in Wellness-Kliniken vergiftet. Die Patienten erhielten Injektionen mit Glutathion, einem natürlichen Antioxidans, das ohne Evidenz für Dinge wie Entgiftung, Immununterstützung und Hautaufhellung verkauft wird.
Glutathion wurde als mögliche Behandlung für verschiedene Leiden untersucht, doch gibt es kaum bis gar keine evidenzbasierte Verwendung für das Tripeptid. In den Vereinigten Staaten gibt es keine von der FDA zugelassenen Glutathion-Produkte.
Was schiefging
Das Problem war nicht der Inhaltsstoff selbst. Es war die Art und Weise, wie er zubereitet wurde. Compounding-Apotheken, die IV-Tropfinfusionen herstellten, verwendeten Glutathion-Pulver, das für oral eingenommene Nahrungsergänzungsmittel eingestuft war. Diese Einstufung unterscheidet sich entscheidend von gereinigten Produkten, die für sterile Injektionsarzneimittel eingestuft sind.
Die FDA gab Ende letzten Monats bekannt, dass sie erfahren habe, dass mindestens zwei Compounding-Apotheken dies taten und dass Menschen erkrankten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Behörde Berichte über mindestens 30 erkrankte Personen erhalten.
Die beteiligten Unternehmen
Die betroffenen IV-Glutathion-Produkte schienen aus Glutathion hergestellt zu sein, das von Medisca Inc. mit Sitz in Plattsburgh, New York, geliefert wurde. „Das Glutathion war als Nahrungsergänzungsmittel-Qualität gekennzeichnet, was kein geeigneter Inhaltsstoff für die Herstellung von Injektionsarzneimitteln ist“, erklärte die FDA.
Medisca teilte der FDA mit, dass sie ihre Apothekenkunden darüber informiert habe, das Produkt nicht für Injektionsarzneimittel zu verwenden.
„Das Glutathion war als Nahrungsergänzungsmittel-Qualität gekennzeichnet, was kein geeigneter Inhaltsstoff für die Herstellung von Injektionsarzneimitteln ist.“
Die Reihenfolge der Ereignisse
- Wellness-Kliniken begannen, IV-Glutathion als Nahrungsergänzung anzubieten.
- Compounding-Apotheken lieferten Glutathion-Pulver, das für die orale Anwendung eingestuft war.
- Patienten erhielten intravenöse Infusionen, die den falsch eingestuften Inhaltsstoff enthielten.
- Über 30 Menschen in vier Bundesstaaten wurden vergiftet.
- Die FDA gab bekannt, dass sie von der Praxis und den Erkrankungen erfahren hatte.
- Medisca teilte der FDA mit, dass sie ihre Apothekenkunden über das Problem informiert habe.
Was die Öffentlichkeit wissen sollte
Die CDC und die FDA haben die Erkrankungen mit intravenösen Infusionen in Verbindung gebracht, die Glutathion enthalten, das am häufigsten in Pillenform zum Einnehmen verwendet wird. Wellness-Kliniken, die intravenöse Infusionen mit Vitaminen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln anbieten, bieten auch Glutathion an.
Die genaue Zahl der betroffenen Personen wird nicht genannt, abgesehen von der ersten Meldung der FDA über mindestens 30. Die Erkrankungen traten in vier Bundesstaaten auf.
Der Fall wirft Fragen zur Regulierung in der Wellness-Branche auf. Glutathion ist eine natürliche Substanz mit einem gewissen wissenschaftlichen Interesse, aber es hat keine zugelassene medizinische Verwendung. Der Verkauf als intravenöse Injektion birgt Risiken, die laut FDA ignoriert wurden.
Die Ankündigung der FDA war eine Warnung. Die Beteiligung der CDC deutet darauf hin, dass eine Untersuchung des öffentlichen Gesundheitswesens im Gange ist. Die Tatsache, dass Medisca das Problem einräumte und seine Kunden aufforderte, damit aufzuhören, ist ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen den Fehler erkannt hat.
Dies ist kein geringes Versehen. Die Warnung der FDA und die Beteiligung der CDC zeigen, dass die Regierung aufmerksam ist.
Die Warnung der FDA ist ein Aufruf zum Handeln. Wellness-Kliniken sollten die Inhaltsstoffe ihrer intravenösen Infusionen überprüfen. Patienten sollten Fragen stellen, bevor sie einer Injektion zustimmen. Regulierungsbehörden sollten Standards konsequent in allen medizinischen Praktiken durchsetzen.
Die Geschichte entwickelt sich noch. Weitere Details könnten auftauchen, während die CDC und die FDA ihre Untersuchung fortsetzen. Vorerst ist die Lehre einfach: Intravenöse Infusionen sollten mit Vorsicht behandelt werden.
Quellenmaterial: „IV drips used for ‚detoxification‘ actually filled with toxins; dozens poisoned“, Ars Technica.
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