„Burning“ ist ein langsamer, packender Thriller, der sich weigert, sich zu erklären. Lee Chang-dong inszeniert den Film, den er gemeinsam mit Oh Jung-mi schrieb, und er greift auf Haruki Murakamis Kurzgeschichte „Barn Burning“ zurück. Das Ergebnis ist ein angespanntes, atmosphärisches Porträt von junger Liebe, Verdacht und der Gewalt, die unter einer höflichen Oberfläche lauern kann.
Der Film folgt Jong-su, einem Auslieferer in Seoul, der Hae-mi trifft, ein Mädchen, das er aus seiner Nachbarschaft kennt. Sie bittet ihn, ihre Katze zu füttern, während sie nach Afrika reist, und bei ihrer Rückkehr bringt sie Ben mit, einen wohlhabenden Fremden, den sie auf der Reise kennengelernt hat. Jong-su wird zunehmend unruhig wegen Ben, und das zentrale Rätsel des Films hängt von einem Geständnis ab: Ben brennt verlassene Gewächshäuser als Hobby, und er deutet an, sein nächstes Ziel werde in der Nähe von Jong-sus ländlichem Heimatort liegen.
Trailer, über Amazon MGM Studios.
Jong-su, Hae-mi, und Ben
Yoo Ah-in spielt Jong-su, einen stillen, aufmerksamen jungen Mann, der zusieht, wie sich seine Welt schrumpft. Jeon Jong-seo spielt Hae-mi, eine magnetische Figur, deren Wärme eine tiefere Instabilität verbirgt. Steven Yeun stützt den Film als Ben, eine wohlhabende, rätselhafte Figur, die Fragen mit vager Höflichkeit beantwortet. Die drei Schauspieler tragen die gesamte Last der Geschichte, und ihre Chemie ist der Motor, der die Handlung vorantreibt.
The Slow Burn
Der Film bewegt sich langsam, und diese Geduld zahlt sich aus. Lee baut Spannung durch Atmosphäre anstatt durch Spektakel auf. Jong-sus ländliches Heimatdorf, mit seinen Reihen von Gewächshäusern, liegt wie eine drohende Gefahr über der Geschichte. Der Film-Slogan „Die Wahrheit liegt alles in deinem Kopf“ erfasst seinen Ansatz: das Publikum bleibt zurück, um zu fragen, was real ist und was Projektion.
Der Film feierte seine Premiere auf dem Festival de Cannes 2018, wo er um die Palme d’Or konkurrierte. Er erhielt stattdessen den FIPRESCI International Critics‘ Prize. Er schrieb auch Geschichte: Er wurde der erste koreanische Film, der es in die Endauswahl der neun besten ausländischen Filme bei den Academy Awards schaffte, obwohl er nicht nominiert wurde.
Was der Film richtig macht
„Burning“ gelingt, weil es sein Publikum darauf vertraut, die Lücken selbst zu füllen. Die Mehrdeutigkeit ist kein Trick, sondern eine aufrichtige künstlerische Entscheidung. Die Leistungen, insbesondere Yeuns kontrollierte Bedrohung und Jeons zerbrechliche Ausstrahlung, verkaufen die Unsicherheit. Der Film profitiert zudem von seinem Schauplatz: Seouls urbaner Ausläufer und Jong-sus isoliertes Heimatdorf bieten deutliche Kontraste, die die Spannung vertiefen.
Die fehlenden Teile
Der Film’s langsames Tempo wird nicht jedem gefallen. Einige Zuschauer könnten die mittlere Phase langweilig finden, und das Ende lässt Fragen unbeantwortet. Es gibt keine saubere Lösung, und der Film bietet keine. Diese Verweigerung ist absichtlich, aber es bedeutet, dass der Film am besten als Stimmung und nicht als Rätsel zu lösen anzusehen ist.
Die Elemente bewerten
- Leistungen — Yoo, Yeun und Jeon liefern ihre besten Leistungen.
- Atmosphäre — der Film’s Sinn für Beklemmung ist stets stark.
- Handlung — das Rätsel ist fesselnd, auch wenn die Lösung fehlt.
- Tempo — das langsame Brennen funktioniert, aber es erfordert Geduld.
- Ende — offen, und wird Zuschauer wahrscheinlich frustrieren, die eine Auflösung wollen.
Das Urteil
„Burning“ ist ein anspruchsvoller, aber lohnender Film. Er fordert die Zuschauer auf, sich mit Mehrdeutigkeit und Unsicherheit auseinanderzusetzen, und belohnt diese Auseinandersetzung mit einer reichen, vielschichtigen Erfahrung. Die Leistungen sind herausragend, die Atmosphäre ist stets angespannt, und die Geschichte hält zusammen, auch ohne eine klare Schlussfolgerung.
Der Film’s historische Bedeutung – der erste koreanische Beitrag, der es auf die Shortlist der Academy Awards geschafft hat – ist ein Nebeneffekt seiner Qualität. Er steht für sich als ein straffer, beunruhigender Thriller. Es ist ein Film, der lange nach dem Abspann im Gedächtnis bleibt.
Wertung: 9,1/10.
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