Daniel Radcliffe spielt Miles, einen Informatikerprogrammierer, dem zwei Waffen an den Händen befestigt werden und der gezwungen wird, in einem Live-Stream-Todesspiel gegen Nix, gespielt von Samara Weaving, anzutreten. Diese Idee klingt wie ein Witz, und Jason Lei Howdens Regiedebüt behandelt sie auch so — aber die Umsetzung überzeugt nicht.
Trailer, über Madman Films.
Waffen an den Händen
Die Prämisse ist reine Ausbeutung. Miles wird an zwei Waffen angeschlossen, die automatisch abfeuern, sobald er seine Hände bewegt. Die Idee ist, dass er darum kämpfen muss, am Leben zu bleiben, und die Waffen sind sowohl seine Waffe als auch seine Strafe. Es ist ein einfacher mechanischer Gag, und er funktioniert visuell — Radcliffe verkörpert die Absurdität eines Mannes, der plötzlich willkürlich Pistolen abfeuert.
Aber die Vorlage ist dünn. Miles wird an die Waffen angeschlossen, dann wird er in einen Ring geworfen, um gegen Nix zu kämpfen. Der Film verbringt nicht viel Zeit damit, zu erklären, warum Skizm existiert, warum Miles ins Visier genommen wird oder was die Einsätze über das Überleben hinaus sind. Das Ganze fühlt sich an wie eine Prämisse, die über 98 Minuten aufgespannt wird, ohne genug Substanz, um sie zu tragen.
Nix und der Fight Club
Weaving spielt Nix als die tödlichste Killerin des Spiels, und sie ist eindeutig für die Rolle geschaffen. Ihre Leistung ist körperlich und engagiert, und sie bringt eine kalte, effiziente Bedrohung in die Rolle ein. Sie will aus den Spielen aussteigen, aber Riktor verlangt, dass sie zuerst Miles tötet. Diese Spannung ist der beste Faden des Films, obwohl das Drehbuch sie nicht voll ausschöpft.
Nix verfolgt Miles auch über sein Handy, was zu einer Verfolgungsjagd führt, in der sie während der Verfolgung Schläger ausschaltet. Diese Sequenzen sind kinetisch und gut choreografiert, aber sie sind auch hohl. Die Gewalt ist cartoonhaft, und der Film setzt nicht auf die Einsätze ein, die auf dem Bildschirm stattfinden.
Miles und der Rest der Besetzung
Radcliffe trägt den Film. Er spielt Miles als einen gewöhnlichen Mann, der in außergewöhnliche Umstände gerät, und er verleiht dem Material eine authentische Angst und Verwirrung. Der Nebencast ist solide, obwohl der Film ihnen nicht viel mehr zu tun gibt, als die Welt zu füllen.
Grant Bowler spielt Degraves, den Detektiv, der versucht, Miles zu helfen. Edwin Wright spielt Stanton, seinen Partner, der Telefone hackt. Rhys Darby spielt Glenjamin, Miles‘ Freund bei der Arbeit. Keine dieser Figuren wird über ihre Funktionen hinaus entwickelt, was die emotionale Tiefe der Geschichte einschränkt.
Die Welt rund um Miles
Der Film spielt in einer alternativen, nicht allzu fernen Zukunft, in der ein unterirdischer Fight Club durch Live-Streaming von echten Todeskämpfen enorm an Popularität gewonnen hat. Skizm wird von Riktor, gespielt von Ned Dennehy, zusammen mit seinen Handlangern Dane, Effie und Fuckface, betrieben. Die Welt ist schmutzig und neongetränkt, aber der Film verbringt wenig Zeit damit, sie über die Oberfläche hinaus zu erkunden.
Die Verfolgungsjagd durch den Park, die Konfrontation im Büro und die versehentliche Unterbrechung eines Drogendeals zwischen rivalisierenden Banden – dies sind die Elemente, aus denen die Laufzeit besteht. Sie sind kompetent inszeniert, wirken aber wie Füllmaterial zwischen den Momenten, in denen die Waffen selbst im Mittelpunkt stehen.
Was funktioniert und was nicht
Die Stärken des Films liegen im visuellen und mechanischen Bereich. Die an Miles‘ Händen befestigten Waffen sind ein einprägsames Bild, und die Actionsequenzen sind energiegeladen. Der Film weiß, wie man einen Kampf inszeniert und wie man die Kamera während einer Verfolgungsjagd in Bewegung hält. Wo er scheitert, ist das Schreiben und die Regie.
Howden inszeniert mit Selbstvertrauen, aber das Material darunter ist schwach. Das Drehbuch verlässt sich zu stark auf Spektakel und nicht genug auf Charaktere oder Geschichte. Der Film versucht sich an Komödie, scheitert aber daran, und die Thrillerelemente bauen sich zu nichts Sinnvollem auf. Das Ergebnis ist ein Film, der kurzzeitig unterhaltsam ist, aber letztendlich unbefriedigend.
- Die an Miles‘ Händen befestigten Waffen sind das stärkste Element des Films.
- Samara Weaving liefert eine engagierte Leistung als Nix.
- Daniel Radcliffe verleiht dem Material mit echter Angst und Verwirrung Gewicht.
- Der Aufbau der Welt ist dünn und meist oberflächlich.
- Die Komödie zündet nicht, und die Thrillerelemente zahlen sich nicht aus.
Eine lohnende Prämisse
„Guns Akimbo“ hat eine großartige Prämisse und eine kompetente Umsetzung. Es setzt jedoch auf keines dieser Elemente. Die Prämisse verdient ein schärferes Drehbuch und einen selbstbewussteren Regisseur. So wie es steht, ist es ein Film, der ein paar Minuten lang Spaß macht, aber 98 Minuten lang frustriert.
Der Film feierte seine Weltpremiere beim Internationalen Filmfestival Toronto 2019 und wurde am 28. Februar 2020 in den Vereinigten Staaten von Saban Films veröffentlicht. Weniger als drei Wochen nach der Veröffentlichung wurde er aufgrund der COVID-19-Pandemie, die weltweit Kinos schloss, digital auf Abruf verfügbar.
Wertung: 4,2/10.
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