Acht todkranke Teenager treffen sich um Mitternacht in einem Hospiz, um Gruselgeschichten zu erzählen, und der Erste, der stirbt, muss beweisen, dass das Leben nach dem Tod existiert. „The Midnight Club“ von Mike Flanagan und Leah Fong ist eine verschlungene, ambitionierte Jugend-Horrorserie, die ihr Konzept größtenteils verdient.
Die Serie folgt Ilonka, Kevin, Anya, Sandra, Amesh, Natsuki, Spencer und Cheri, die dieses unheimliche Bündnis unter der wachsamen Aufsicht von Dr. Georgina Stanton schließen. Die Geschichten, die sie austauschen, entstammen Christopher Pikes Roman „The Midnight Club“ von 1994 und 27 weiteren Büchern von Pike, und die Serie springt häufig zu den Geschichten selbst über.
Trailer, über Netflix.
Das Problem mit dem Tempo
Die ersten Episoden schreiten schnell voran und erzielen Wirkung. Die Geschichten sind gut gewählt, die Leistungen engagiert, und die Kulisse – ein Hospiz außerhalb von Seattle – verleiht der Serie eine düstere, intime Tiefe. Doch die zweite Hälfte der Staffel verlangsamt sich. Das Tempo lässt nach, und die Serie stützt sich stärker auf Wiederholungen als auf Belohnungen. Einige Episoden wirken wie Füllmaterial zwischen dem eigenen Mythos der Serie und den Geschichten, die sie erzählt.
Die Besetzung ist durchweg stark. Iman Benson stützt die Gruppe als Ilonka, und Igby Rigney bringt eine müde, scharfe Intelligenz als Kevin ein. Ruth Codd, Annarah Cymone, Sauriyan Sapkota und Aya Furukawa ergänzen den Kreis mit ruhiger, effektiver Arbeit. William Chris Sumpter und Adia sind kleinere, aber solide Rollen. Heather Langenkamp spielt Stanton mit einer kühlen, neugierigen Autorität, und Samantha Sloyan und Zach Gilford treten als wiederkehrende Figuren auf, die mit dem Hospiz verbunden sind.
Die Kernidee der Serie – dass der Tod eine gemeinsame Geschichte ist – wird mit echtem Risiko behandelt. Flanagan hat eine Serie geschaffen, in der der Einsatz wörtlich hoch ist: Sterben ist der nächste Zug im Spiel, und die Serie hält diesen Druck währenddessen aufrecht.
Wo es zu kurz kommt
Die Serie hat Schwierigkeiten, ihre beiden Handlungsstränge auszubalancieren. Die Hauptgeschichte über die Teenager und ihr Bündnis ist schärfer. Die Geschichten, die sie erzählen – obwohl gut gemacht – brechen manchmal die Spannung, die das Publikum fesselt. Die Entscheidung der Serie, Pikes Kurzgeschichten zu adaptieren, ist eine klare Wahl, verursacht aber eine tonale Reibung, die das Problem mit dem Tempo nicht vollständig lösen kann.
Die Serie war als zweijährige Laufzeit geplant. Netflix kündigte sie nach einer Staffel im Dezember 2022, was bedeutet, dass die Serie ohne vollständige Auflösung des Rahmens endet, den sie aufbaut. Das Ende ist abrupt, und die Serie schließt ihre zentrale Versprechen nie ganz ab.
Die Wertung
The Midnight Club ist eine gut gespielte, gut gemeinte Serie, die ihre eigene Vorbereitung nicht erfüllt. Die Geschichten sind unterhaltsam, die Besetzung ist stark, aber das Tempo und die Struktur lassen in der zweiten Hälfte zu wünschen übrig.
6,5 von 10.
Kennzahlen-Box
- Netzwerk: Netflix
- Erste Ausstrahlung: 7. Oktober 2022
- Letzte Ausstrahlung: 7. Oktober 2022
- Staffeln: 1, 10 Episoden
- Erschaffer: Mike Flanagan, Leah Fong
- Showrunner: Mike Flanagan
- Basierend auf: The Midnight Club von Christopher Pike
Die Serie ist es wert, Benson, Rigney und den Rest der jungen Besetzung zu sehen, die die Last einer Geschichte tragen, die sich manchmal selbst zu kurz verkauft. Es ist ein vielversprechender Anfang, der unvollendet bleibt, und diese Unvollendete ist der aufschlussendste Fehler der Serie.
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