Revolutionary Road verwandelt Richard Yates‘ Roman in eine leise Tragödie über eine Ehe, die in den 1950er Jahren in Connecticut zerbricht. Der Film, inszeniert von Sam Mendes, folgt Frank und April Wheeler, die versuchen, der Langeweile des Vorstadtlebens durch einen Plan zu entkommen, der gründlich schiefgeht. Es ist eine Studie der Enttäuschung, und sie entfaltet sich langsam genug, dass diese Studie eher bewusst als überstürzt wirkt.
Trailer, via HBO Max.
Die Räder fallen ab
Frank Wheeler, gespielt von Leonardo DiCaprio, ist ein Verkäufer, der seinen Job hasst. April, gespielt von Kate Winslet, will mehr, als die Stadt ihr bieten kann. Ihre Tochter Betsey wird von Michael Dorman gespielt, ihr Sohn Kevin von Gabe Felt. Die Routine der Familie ist die ganze Geschichte: Abendessen, Fernsehen, Bett und gelegentlicher Streit. Der Plan, den sie gemeinsam aushecken, ist einfach: die Vorstadt verlassen, nach Paris ziehen, neu anfangen. Die Umsetzung ist alles andere als einfach.
Das zentrale Problem des Films ist das Tempo. Der Roman schreitet schnell voran; der Film dehnt den Mittelteil aus, und der langsame Mittelteil sackt ab. Die frühen Szenen führen die Figuren gut ein, doch die mittleren Stunden ziehen sich. Der Plan selbst, dessen Entfaltung die zweite Hälfte des Films einnimmt, wirkt dünn gedehnt über eine Laufzeit, die hätte straffer sein können. Der Film verbringt zu viel Zeit damit, zuzusehen, wie die Räder abfallen, und das Ergebnis ist ein Mittelteil, der nie richtig Feuer fängt.
Winslet und DiCaprio tragen ihn
Winslet und DiCaprio sind der Grund, warum der Film zusammenhält. Ihre Chemie ist echt, und ihre Darstellungen tragen das Gewicht der emotionalen Anforderungen des Drehbuchs. DiCaprios Frank ist ein Mann, der ein Held sein will und nicht den Mut findet, einer zu sein. Winslets April ist eine Frau, die die Falle erkennt, in der sie steckt, und nicht aus ihr entkommen kann. Ihre gemeinsamen Szenen, besonders die in der Küche, sind die besten Momente des Films.
Die Nebendarsteller, darunter Paul Giamatti und Kathy Bates, verleihen der Nachbarschaft Tiefe. Sie geben der Stadt ein Gefühl von Ort, das das Drehbuch sonst kaum zu etablieren vermag. Doch der Film gehört den beiden Hauptdarstellern, und das wissen sie.
Was funktioniert
- Die Darstellungen von Winslet und DiCaprio.
- Die Küchenszenen zwischen den beiden Hauptdarstellern.
- Das Zeitkolorit, das gelebte Authentizität ausstrahlt.
- Die Bereitschaft des Films, die Geschichte atmen zu lassen.
Was nicht funktioniert
- Der Mittelteil zieht sich.
- Der Plan braucht zu lange, um aufgelöst zu werden.
- Die Stadt wirkt dünn, nicht vollständig ausgearbeitet.
Ein Vergleich zweier Wege
| Element | Roman | Film |
|---|---|---|
| Tempo | Schnell | Langsam |
| Schauplatz | Reich detailliert | Oberflächlich |
| Fokus | Beide Figuren gleichermaßen | Mehr über April |
| Auflösung | Schnell | Lang |
Das Tempo des Romans ist schneller, und sein Schauplatz ist reicher. Der Film verlangsamt sich, und die Stadt verliert einen Teil ihrer Textur. Der Fokus verschiebt sich im Film leicht in Richtung April, während der Roman beide Figuren gleichmäßiger ausbalanciert.
Ein leises Ende
Das Ende des Films ist leise. Es bietet kein großes Finale und keine moralische Lehre. Es zeigt einfach, was geschieht, wenn ein Plan scheitert. Diese Zurückhaltung ist die richtige Wahl für das Material, auch wenn sie manche Zuschauer mehr Abschluss vermissen lässt. Der Film vertraut darauf, dass das Publikum die Traurigkeit des Scheiterns aushält, anstatt sie als Triumph zu verkleiden.
Endstand
Revolutionary Road ist ein gut gespielter, gut gemeinter Film, der sich schwer damit tut, die Dringlichkeit seiner Vorlage zu erreichen. Winslet und DiCaprio liefern Leistungen, die besseres Material verdienen als der Film um sie herum. Die Regie ist kompetent, und das Zeitkolorit ist gut getroffen, doch der Mittelteil zieht sich, und der Plan braucht zu lange, um sich aufzulösen. Es ist ein Film, der in kleinen Momenten am besten funktioniert, nicht als Ganzes.
Wertung: 6,9 von 10.
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