„Echo“ erschien am 9. Januar 2024 auf Disney+ und Hulu als fünfteilige Miniserie und zehnte Fernsehserie im Marvel Cinematic Universe. Sie ist ein Spin-off von „Hawkeye“ (2021) und gehört Alaqua Cox. Sie spielt Maya Lopez, eine gehörlose Choctaw-Frau, die einst die Tracksuit Mafia leitete, eine kriminelle Bande, die für Wilson Fisk arbeitet. Die Serie ist um sie herum gebaut, und wenn sie sich daran erinnert, funktioniert sie.
Die Handlung setzt fünf Monate nach „Hawkeye“ ein. Maya wird von Fisks Organisation verfolgt. Sie kehrt nach Oklahoma zurück, wo sie sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen, ihre indianischen Wurzeln wiederentdecken und ihre Familie und Gemeinschaft annehmen muss. Marion Dayre und Amy Rardin sind die Head-Autorinnen. Sydney Freeland leitet das Regieteam.
Trailer, via Marvel Entertainment.
Alaqua Cox und die Kämpfe
Cox ist der Grund zum Zuschauen. Freeland sagte, Maya sei an „einem sehr verletzlichen, emotionalen Ort“ mit „all dieser aufgestauten Emotion und Wut und diesem Gefühl in ihr“, und Fisk könne das ausnutzen. Das ist das Rückgrat der Darstellung, und Cox trägt sie ohne eine Zeile gesprochenen Dialog.
Die Serie gibt ihr keine Kraft aus den Comics – Maya kann die Bewegungen einer anderen Person nicht perfekt nachahmen, was Freeland „irgendwie lahm“ nannte. Stattdessen baute Stuntkoordinator Mark Scizak ihre Kämpfe um Cox‘ Prothese herum auf und beschrieb den Stil als „eine sehr geerdete Mischung aus MMA und einer Reihe von Kampfkünsten“. Diese Entscheidung ist die beste, die die Serie trifft. Die Action ist nah, schwer und spezifisch für den Körper, der sie ausführt.
Dann gibt die Serie ihr eine Rückblende mit Daredevil. Charlie Cox kehrt als Matt Murdock zurück, der blinde Anwalt aus Hell’s Kitchen, der ein Doppelleben als maskierter Vigilant führt. Er kämpft gegen Maya, während sie einen frühen Auftrag für Fisk ausführt. Executive Producer Richie Palmer sagte, die Einbindung sei so erfolgt, dass sie sich für die Kreativen wie Teil seiner Geschichte anfühle. Das tut sie nicht. Es ist ein Cameo, der eine Handlung trägt.
Die Familie in Oklahoma
Der Nebencast verleiht „Echo“ seine Textur. Chaske Spencer spielt Henry „Black Crow“ Lopez, Mayas Onkel und Williams Bruder, der eine örtliche Rollschuhbahn besitzt und noch immer mit Fisks kriminellem Imperium verbunden ist. Spencer sagte, Henry „fühle sich schuldig“, dass William gestorben sei, und Mayas Rückkehr zwinge ihn, sich Dingen zu stellen, für die er noch nicht bereit sei.
Tantoo Cardinal spielt Chula, Mayas entfremdete Großmutter. Cardinal erklärte, die beiden seien zu Beginn „ziemlich zerrüttet und nicht an einem guten Ort“, angesichts von Chulas Wut nach dem Tod ihrer Tochter, Mayas Mutter, der dazu führte, dass Maya und ihr Vater weggingen.
Devery Jacobs spielt Bonnie. Cody Lightning spielt Biscuits. Graham Greene spielt Skully. Zahn McClarnon kehrt als William Lopez, Mayas Vater, aus „Hawkeye“ zurück. Darnell Besaw, Cox‘ Cousine, spielt eine junge Maya. Isabella Madrigal spielt eine junge Chula.
Das ist eine tiefe Bank. Das Problem ist, was die Serie ihnen damit zu tun aufgibt. Die Wiedervereinigungsgeschichte ist der emotionale Motor, und die Kriminalgeschichte unterbricht sie ständig. Andrew Howard tritt wiederkehrend als Zane auf, einer von Fisks Handlangern, und jedes Mal, wenn die Serie zur Organisation zurückschneidet, entweicht die Luft aus dem Raum.
Vincent D’Onofrio kehrt als Fisk zurück
Vincent D’Onofrio ist die andere große Rückkehr und verkörpert erneut Wilson Fisk / Kingpin. Freeland sprach ihn an, in „Echo“ aufzutreten, und er war begeistert, zu einem dunkleren Ton für die Figur zurückzukehren, ähnlich wie in „Daredevil“ statt wie in seiner Darstellung in „Hawkeye“. Man kann diese Absicht spüren. Fisk ist hier leiser und bedrohlicher als die Version, die durch „Hawkeye“ schlich.
Aber er ist auch die Krücke der Serie. Mayas Geschichte handelt von einer Familie und einer Heimat. Fisk ist das, was sie zurück zu einer anderen, vertrauteren Serie zieht. Die Serie entscheidet nie ganz, wie viel von ihm sie braucht.
Was fünf Folgen tun
Fünf Folgen sind eine seltsame Länge dafür. Sie sind lang genug, um eine Welt zu etablieren, und zu kurz, um in ihr zu leben. Die erste Folge beginnt mit Archivmaterial von Jeremy Renner als Clint Barton / Ronin aus „Hawkeye“, was eher an die Serie erinnert, aus der diese hier hervorgegangen ist, als dass es ein Grund wäre, sich für die zu interessieren, die man gerade sieht. Richie Palmer Sr. und ML Gemmill sprechen in der letzten Folge Fisk Eltern, Bill und Marlene Fisk. Das sind die Art von Details, die nahelegen, dass eine größere, seltsamere Serie möglich gewesen wäre.
Die Entwicklung begann im März 2021, als Cox Rückkehr bestätigt wurde und Etan und Emily Cohen als Head Writer verpflichtet wurden. Die Serie wurde im November 2021 offiziell angekündigt, als Dayre als Head Writer bekannt gegeben wurde, wobei Freeland bis März 2022 als Regisseur feststand.
Die Dreharbeiten liefen von Ende April bis Ende August 2022 im Großraum Atlanta, darunter Atlanta, Peachtree City, Social Circle und Grantville, Georgia. Im Mai 2022 enthüllte Marvel weitere Darsteller und dass Catriona McKenzie ebenfalls Regie führen würde; Rardins Beteiligung wurde im September bekannt. Bis August 2021 war das Casting im Gange, wobei Marvel Studios gehörlose indianische oder latinx Frauen besetzen wollte. Diese Suche brachte das Beste an der Serie hervor.
Auch die Veröffentlichung war wichtig. „Echo“ erschien vollständig gleichzeitig auf Disney+ und Hulu. Sie ist hier, nach den vorliegenden Belegen, auch größtenteils ein Label.
Das Plädoyer für die Serie
Es gibt eine Version von „Echo“, die wirklich gut ist, und man kann sie abschnittsweise sehen. Es ist die Version, in der eine gehörlose Choctaw-Frau nach Hause zu einer Rollschuhbahn, einer Großmutter, die ihr nicht verzeihen kann, und einem Onkel, der sich selbst nicht verzeihen kann, zurückkehrt. Es ist die Version, in der die Kämpfe um ein Prothesenbein und einen Körper herum aufgebaut sind, der etwas durchgemacht hat. Es ist die Version, in der der Held keine Comic-Kopierfähigkeit hat, weil die Macher der Serie diese Fähigkeit, mit Freelands Wort, lahm fanden.
- Alaqua Cox als Maya Lopez / Echo
- Chaske Spencer als Henry „Black Crow“ Lopez
- Tantoo Cardinal als Chula
- Devery Jacobs als Bonnie
- Cody Lightning als Biscuits
- Graham Greene als Skully
- Vincent D’Onofrio als Wilson Fisk / Kingpin
Das ist eine Besetzung, die sich jede Serie wünschen würde.
Wo es zu kurz greift
Das Problem ist, dass „Echo“ immer wieder nach der Marvel-Maschinerie greift, statt den eigenen Leuten zu vertrauen. Die Daredevil-Rückblende ist das deutlichste Beispiel. Sie ist Fan-Service in einer Geschichte, die ihn nicht braucht, und sie untergräbt das Einzige, was die Serie hat und keine andere MCU-Serie hat: eine Hauptfigur, deren Innenleben der ganze Punkt ist.
Fisk passt besser, aber selbst er zieht die Serie von Oklahoma weg und zurück zu einem kriminellen Imperium, das das Publikum bereits kennt. Die Serie ist am schwächsten, wenn sie eine Marvel-Serie ist, und am stärksten, wenn sie ein Familiendrama mit einer Leichenzahl ist.
Die Fünf-Episoden-Struktur macht das schlimmer. Es gibt nicht genug Raum, um die Großmutter, den Onkel und den Cousin zu entwickeln, und es gibt zu viel Raum für die Handlanger. Die zweite Hälfte der Staffel verbraucht ihre Energie für Handlungsmechanik, die sich die erste Hälfte nicht verdient hat.
Was die Serie hinterlässt
„Echo“ ist ein echter Schlag und ein teilweiser Fehlschlag. Cox ist eine echte Leinwandpräsenz, und die Entscheidung, ihre Kämpfe um ihren Körper statt um eine Comichelden-Kraft herum aufzubauen, ist die Art von Wahl, die mehr Superheldenprojekte treffen sollten. Freeland und ihr Team wollten offensichtlich eine Geschichte über eine indianische Frau erzählen, die nach Hause kommt, und wenn die Serie dabei bleibt, hat sie Gewicht.
Aber die Serie bleibt nicht dabei. Sie meldet sich immer wieder bei Fisk, blendet immer wieder zu Daredevil zurück, erinnert Sie immer wieder daran, in welchem Franchise Sie sich befinden. Das Ergebnis ist eine Fünf-Episoden-Serie, die sich wie ein Pilot für etwas Besseres und ein Trailer für etwas anderes anfühlt. Die Familie in Oklahoma ist die Serie. Alles andere ist Lärm.
Wertung: 5,9 von 10.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





