Ein starker Sturm hat mehrere Präfekturen Japans getroffen, mit Windgeschwindigkeiten von 130 km/h (80,8 mph) und Böen von bis zu 194 km/h, was Millionen von Menschen zur Flucht veranlasst hat. Nahezu zwei Millionen Menschen sind unter Evakuierungsanordnungen, und Beamte haben Warnungen vor einer unmittelbaren Lebensgefahr in Teilen des Landes herausgegeben.
Eine Warnung vor einer „unmittelbaren Lebensgefahr“ wurde von der Japan Meteorological Agency herausgegeben, aber mehrere andere Warnungen wurden inzwischen reduziert oder aufgehoben. Die Warnung vor Lebensgefahr gilt weiterhin in Oshima Town, während Warnstufe drei für Starkregen und Warnstufe vier vor Erdrutschen in den meisten Gebieten herabgestuft oder aufgehoben wurden.
Das Ausmaß der Evakuierung
In den betroffenen Präfekturen wurden fast zwei Millionen Menschen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Mehr als 50.000 Menschen haben keinen Strom, da starke Winde Stromausfälle in mehreren Regionen verursachten. Der Sturm hat auch zur Absage von Hunderten von Flügen und zur Aussetzung der Bahndienste in einigen Gebieten geführt.
Japan erholt sich noch von früheren Stürmen in der Pazifiksaison, als die Evakuierungsanordnungen erlassen wurden. Dujuan ist der 25. Taifun dieses Jahres, der das Land trifft, und er kommt während eines fünf tägigen Feiertagszeitraums an, der die Abhaltung mehrerer Veranstaltungen und Aktivitäten verhindert hat.
Die menschlichen Kosten
Dem BBC wurde von der Feuerwehr Yokosuka berichtet, dass eine Frau in ihren 60ern, die in einem Haus wohnte, möglicherweise weggespült worden ist und vermutet wird, lebendig begraben worden zu sein. Die Suche wird im Bereich, in dem das Haus beschädigt wurde, fortgesetzt.
In der Präfektur Chiba wurde ein Mann in seinen 50ern gerettet, nachdem er bei der Räumung von Trümmern an einer Erdrutschstelle in eine Falle geraten war. Die Feuerwehr der Stadt Sodegaura teilte dem BBC mit, dass der Arbeiter zusammen mit einigen schweren Maschinen in einen Bambushain stürzte. Er wurde ins Krankenhaus gebracht.
Beamte in der Präfektur Kanagawa gaben an, dass sie von einem Mann kontaktiert wurden, der meldete, dass ein Erdrutsch sein Haus zerstört habe. Das Ausmaß der Zerstörung ist möglicherweise erst am Dienstag bekannt.
Veranstaltungen abgesagt
Mehrere bedeutende Ereignisse in Japan sind durch den Sturm unterbrochen worden. Das Programm am Rock in Japan Musikfestival für Montag ist abgesagt worden, ebenso wie der Zeitplan für die Tokyo Game Show, eine Videospielkonvention.
Japanische Unterhaltung und Gaming befinden sich derzeit in einer arbeitsreichen Phase, und die Feiertage haben zur Absage mehrerer Veranstaltungen geführt.
Das politische Nachspiel
Japans Premierministerin Sanae Takaichi musste ihre Reise in die Vereinigten Staaten diese Woche verschieben. Sie sollte am Dienstag in New York ankommen, um sich mit US-Präsident Donald Trump zu treffen und vor der UN-Generalversammlung zu sprechen. Stattdessen bleibt sie zu Hause, um die Auswirkungen des Sturms zu beobachten.
Es wurde eine bemerkenswerte Änderung des Regierungsprogramms vorgenommen. Takaichi sollte eine Woche in New York Verbände treffen und Reden halten, doch der Sturm hat sie dazu gezwungen, ihre Reise abzusagen und in Japan zu bleiben.
Was einen Taifun antreibt
Taifun Dujuan ist der jüngste Sturm in einer Reihe von Pazifikstürmen und wurde durch das „Super El Niño“ verstärkt, das den Ozean erwärmt. El Niño ist ein natürliches Wetterereignis, das wärmeres Wasser in Teile des tropischen Pazifik bringt, und dieses Jahresereignis ist besonders stark.
Obwohl die Gesamtzahl der Taifune nicht eindeutig von El Niño beeinflusst wird, verändert das Phänomen, wo Taifune entstehen, ihre Intensität und welche Länder sie treffen. Einige El Niño-Ereignisse können Japan auch stärkeren Taifunen aussetzen.
Wenn der Ozean wärmer wird, können Stürme mehr Energie aufnehmen und die Windgeschwindigkeiten steigen. Eine heißere Atmosphäre kann mehr Feuchtigkeit halten, sodass diese Stürme auch stärkere Niederschläge bringen können. Zusammen bedeuten diese Veränderungen, dass Stürme, die entstehen, tendenziell intensiver sind als sie es sonst wären.
| Warnstufe | Aktueller Status | Betroffenes Gebiet |
|---|---|---|
| Lebensgefahr | Warnung bleibt bestehen | Oshima Town |
| Stufe vier | Erdrutschewarnungen bleiben bestehen | Shinagawa-Ward, Toshima-Dorf, Niijima-Dorf |
| Stufe drei | Starkregenwarnungen herabgestuft oder aufgehoben | Die meisten Gebiete |
Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Warnungen. Die schwerste Lebensgefahrwarnung bleibt in Oshima Town bestehen, während in mehreren Bezirken und Dörfern weiterhin Erdrutschewarnungen der Stufe vier gelten.
Das langfristige Bild
Es gibt Hinweise darauf, dass Japan anfälliger für zerstörerische Stürme geworden ist, obwohl nicht angenommen wird, dass der Klimawandel die Anzahl solcher Stürme weltweit erhöht. Tatsächlich könnte er ihre Häufigkeit in einigen Regionen reduzieren.
Die wärmeren Ozeanwasser, die mit steigenden Temperaturen verbunden sind, ermöglichen es Stürmen, mehr Energie anzusammeln, was ihre durchschnittliche Intensität erhöht und zu höheren Windgeschwindigkeiten führt. Eine heißere Atmosphäre hält außerdem mehr Feuchtigkeit, was bedeutet, dass diese Stürme stärkere Regenfälle bringen könnten.
Etwa zwei Millionen Menschen befinden sich weiterhin in Evakuierungsbereichen. Beamte sagen, ihre oberste Priorität sei, sicherzustellen, dass alle in Sicherheit sind, und als nächstes die Organisation der Hilfsmaßnahmen während des Durchzugs des Sturms durch das Land.
Die Öffentlichkeit wurde aufgefordert, den Wetterberichten besonders zu achten, da sich die Lage ständig ändert.
Quelle: “Millions urged to evacuate as powerful Typhoon Dujuan hits Japan,” die BBC.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

