Walt Disney’s Fantasia ist ein Film, der die Mauer zwischen Musik und Bild aufbrechen will, und im Großen und Ganzen gelingt ihm dies auch. Der animierte Musikfilm-Anthologie wurde 1940 veröffentlicht und verbindet acht animierte Segmente mit klassischer Musik, dirigiert von Leopold Stokowski und dem Philadelphia Orchestra, in einer Einführung von Erzähler Deems Taylor. Es ist ein technisches Meisterwerk seiner Zeit, ein kühnes Experiment, das bis heute als Feier des reinen Spektakels Bestand hat.
Trailer, via American Film Institute.
Der Moderator und die acht Segmente
Taylor fungiert als Moderator des Films und führt jedes Segment mit Live-Action-Einführungsaufnahmen ein. Seine Rolle ist leicht und humorvoll, obwohl der Film stark auf ihn bedacht ist, um die Kluft zwischen Musik und Animation zu überbrücken. Die Segmente selbst decken eine breite Palette von Stilen und Stimmungen ab:
| Segment | Musik | Komponist |
|---|---|---|
| Toccata und Fuge in d-Moll | Toccata und Fuge in d-Moll | Johann Sebastian Bach |
| Suite aus „Der Nussknacker“ | Verschiedene Auszüge aus „Der Nussknacker“ | Pyotr Iljitsch Tschaikowsky |
| Der Zauberlehrling | Orchestersuite aus Lohengrin | Richard Wagner |
| Das Frühlingsopfer | Das Frühlingsopfer | Igor Strawinsky |
| Pastoralsymphonie | Pastoralsymphonie | Ludwig van Beethoven |
| Tanz der Stunden | Balletmusik aus La Gioconda | Amilcare Ponchielli ( |
| Eine Nacht auf dem Kaltenberg / Ave Maria ( | Eine Nacht auf dem Kaltenberg und Ave Maria ( | Modest Mussorgsky und Franz Schubert ( |
| Flug des Hummel ( | Flug des Hummel ( | Nikolai Rimski-Korsakow ( |
Jedes Segment ist ein eigenständiges visuelles Essay, das von abstrakten Formen bis zu vollständigen narrativen Sequenzen reicht. Der Film bewegt sich schnell und wechselt zwischen impressionistischer Abstraktion und von Charakteren getragenen Erzählungen. Diese Vielfalt ist sowohl seine Stärke als auch gelegentlich seine Schwäche. (
Das Soundsystem, das das Kino veränderte (
Fantasia wurde mit Fantasound veröffentlicht, einem bahnbrechenden Stereosound-System, das von Disney und RCA entwickelt wurde. Es machte den Film zur ersten kommerziellen Veröffentlichung in Stereo und ebnete den Weg für nachfolgende Surround-Sound-Technologien. Das System verlieh dem Orchesterauftritt Tiefe und verlieh der Musik eine Präsenz, die zu dieser Zeit revolutionär wirkte. (
Das Audio-Design ist besonders effektiv in den dunkleren Segmenten, wie beispielsweise „Das Frühlingsopfer“ und „Eine Nacht auf dem Kaltenberg“, wo der Bass und die Percussion im Kino physisch wirken. Es ist eine technische Leistung, die gleichberechtigt mit der Animation selbst geführt werden sollte. (
Mickys Moment im Lehrling des Zauberers (
Das Highlight des Films ist die Szene mit Mickey Mouse als dem Lehrling des Zauberers. Sie wurde ursprünglich als aufwendiger Silly Symphony Cartoon konzipiert, um Mickeys rückläufige Popularität wiederzubeleben, und ist bis heute die berühmteste Sequenz des Films. Walt Disney spricht Mickey, und die Szene ist ein Meisterwerk der Inszenierung und des Timings.
Die Geschichte handelt von einem jungen Lehrling, der heimlich den Zauberstab seines Meisters nimmt und eine Flut von Besen auslöst, die sich endlos vermehren. Die Animation ist fließend und ausdrucksstark, und die Musik schwillt perfekt mit der Action an. Es ist ein in sich geschlossener Triumph, der den Film für sich allein rechtfertigt.
Die Risiken, die sich nicht auszahlen
Nicht jede Sequenz erzielt die gleiche Wirkung. Die Nussknacker Suite ist angenehm, aber unbedeutend, und der Tanz der Stunden wirkt in seiner Darstellung von drei Ballerinas, die Morgen, Mittag und Abend darstellen, veraltet. Diese Abschnitte sind kompetent, aber unvergesslich, und sie verlängern die Laufzeit, ohne viel zur Gesamterfahrung hinzuzufügen.
Das welsche Frühlingsfest ist ein mutiger Versuch, die Geschichte des Lebens auf der Erde durch abstrakte Animation zu erzählen, aber es zieht sich in die Länge und verliert gegen Mitte den Fokus. Die abschließende Sequenz Nacht auf dem Kaltenberg / Ave Maria ist ein kraftvoller Kontrast zwischen Dunkelheit und Erlösung, aber sie ist auch der narrativ dichteste Abschnitt und verlangt nach fast zwei Stunden kontinuierlicher Stimulation viel vom Publikum.
Ein Meisterwerk mit Fehlern
Fantasia ist ein fehlerhaftes Meisterwerk. Sein Ehrgeiz ist unbestreitbar, und seine technischen Leistungen sind wirklich bahnbrechend. Der Film ist eine Zeitkapsel einer bestimmten Ära der Animation und bleibt ein Maßstab dafür, was Musik und Bild gemeinsam erreichen können.
Es ist kein perfekter Film, und er versucht auch nicht, es zu sein. Die schwächeren Segmente sind ein notwendiger Bestandteil des Ganzen, auch wenn sie gelegentlich etwas ziehen. Aber die Höhepunkte, insbesondere der Lehrling des Zauberers und das welsche Frühlingsfest, sind unvergesslich.
Der Einfluss des Films ist gesichert. Er beeinflusste Generationen von Animatoren und Filmemachern, und sein Einfluss ist in modernen Soundtracks zu hören und in modernen Animationstechniken zu sehen. Es ist ein Film, der mehrmaliges Anschauen belohnt, selbst wenn er Geduld durch die weniger gelungenen Abschnitte erfordert.
Fantasia erzielt eine Bewertung von 7,3 von 10. Es ist ein Denkmal der Animationsgeschichte, ein technisches Meisterwerk und ein kultureller Eckpfeiler. Seine Mängel sind real, werden aber von seinen Leistungen übertroffen. Es ist ein Film, der gesehen, studiert und gefeiert werden sollte, für das, was er zu erreichen suchte und erreichte.
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