Marvels erste Familie bekommt in The Fantastic 4: First Steps einen Neuanfang, und das Ergebnis ist eine solide, aber unebene Origin-Story, die sich stärker auf das Spektakel als auf die Figuren stützt. Regie führte Matt Shakman nach einem Drehbuch, das Eric Pearson, Jeff Kaplan, Ian Springer, Kat Wood und Josh Friedman zugeschrieben wird; der Film läuft 115 Minuten und spielt in einer retrofuturistischen, von den 1960er Jahren inspirierten Welt. Der Slogan verspricht eine Familienangelegenheit, und größtenteils wird dieses Versprechen auch eingelöst, wenn auch nicht immer auf die Art, die man sich wünscht.
Trailer, via Marvel Entertainment.
Reed Richards und der Weltraumgott
Pedro Pascal spielt Reed Richards, alias Mister Fantastic, als einen Mann, der zwischen Wissenschaft und Verantwortung zerrissen ist. Seine Entwicklung ist der Motor des Films, und Pascal verkörpert die Spannung zwischen seinem Genie und seiner Pflicht gegenüber den Menschen um ihn herum. Der Film beginnt mit einem Meteoriteneinschlag, der die vier Helden zusammenführt, und erst durch Pascals Darstellung spürt man das Gewicht der Entscheidung, die er trifft.
Vanessa Kirby als Sue Storm / Invisible Woman trägt das emotionale Herzstück. Ihre Szenen mit Pascal sind die besten des Films, und Kirby findet die richtige Balance zwischen fürsorglicher Schwester und künftiger Ehefrau. Ebon Moss-Bachrachs Ben Grimm / The Thing verankert die Gruppe mit körperlicher Komik und echter Anteilnahme, während Joseph Quinns Johnny Storm / Human Torch die Energie und den gelegentlichen Sturz auf die Nase einbringt.
Galactus und der Herold
Ralph Ineson spielt Galactus, den gefräßigen Weltraumgott, der die Erde bedroht, und er geht voll und ganz in der Rolle auf. Seine Präsenz überschattet den gesamten Film, und die Bedrohung wirkt real, selbst wenn die Handlung um ihn herum langsamer wird. Julia Garners Shalla-Bal / Silver Surfer erscheint als Galactus‘ Herold, und ihre Szenen bieten einen Einblick in die kosmischen Einsätze, ohne dem menschlichen Drama im Zentrum die Aufmerksamkeit zu stehlen.
Paul Walter Hausers Harvey Elder / Mole Man sorgt als Bösewicht des frühen Aktes für komische Auflockerung, eine Bedrohung im kleinen Maßstab verglichen mit der kosmischen Gefahr, die folgt. Natasha Lyonnes Rachel Rozman liefert den politischen Druck, der die Familie zeitweise auseinandertreibt. Sarah Niles spielt Lynne Nichols / F4 Chief of Staff, eine weitere Figur, die im Konflikt zwischen persönlicher Loyalität und öffentlicher Pflicht gefangen ist.
„Willkommen in der Familie.“
Dieser Satz fasst das zentrale Versprechen des Films zusammen, und dieses Versprechen löst der Film größtenteils ein. Die Familiendynamik ist das stärkste Element des Films, auch wenn das Tempo bisweilen stockt.
Das Setting der 1960er-Jahre
Die Welt von First Steps ist ein heller, farbenfroher Ort, voller Neonreklamen und Chromautos. Sie ist eine liebevolle Hommage an den Optimismus der Ära, und das Produktionsdesign verkauft sie überzeugend. Ada Scott spielt Franklin Richards, und Matthew Wood leiht H.E.R.B.I.E. seine Stimme, dem Robotergefährten, der im Hintergrund für eine Prise Humor sorgt.
Wo er Schwächen zeigt
Der mittlere Abschnitt zieht sich. Eine Nebenhandlung um eine Regierungsverschwörung dehnt sich zu lange aus, und der Film verliert an Schwung, gerade als die kosmische Bedrohung sich aufbauen sollte. Einige Actionszenen wirken überstürzt, und die Effekte beeindrucken zwar, entfalten aber nicht immer das nötige Gewicht.
Mark Gatiss tritt als Ted Gilbert auf. Ada Scotts Franklin Richards wird in der Besetzung genannt, und Matthew Woods H.E.R.B.I.E. bleibt durchweg eine Nebenfigur.
Auch das Tempo bereitet dem Film Schwierigkeiten. Eine Länge zur Mitte hin bremst die Handlung genau dann ab, als die Einsätze steigen, und manche Zuschauer werden während der ausgedehnten Regierungssequenz auf die Uhr schauen. Das Drehbuch, das fünf Autoren zugeschrieben wird, zeigt mitunter seine Nähte, da Ideen und Fäden eher offen bleiben als aufgelöst werden.
Der Schlussabschnitt
Der Film fängt sich für seinen letzten Akt wieder, und der Höhepunkt gegen Galactus ist befriedigend genug, um das Warten zu rechtfertigen. Die Familie findet auf eine Weise zusammen, die verdient wirkt, auch wenn der Weg dorthin holprig war. Das Ende bereitet die Bühne für künftige Teile, und der Film lässt die Tür für eine Fortsetzung offen, ohne den Abschluss zu überstürzen.
Unser Urteil
The Fantastic 4: First Steps ist ein solider Beitrag zur Franchise, einer, der die Figuren und die Familiendynamik in ihrem Kern respektiert. Pascal und Kirby führen ein starkes Ensemble an, und der visuelle Stil des Films ist eine Freude anzusehen. Er erfindet das Rad nicht neu, muss er aber auch nicht. Was er tut, tut er gut.
Die Schwächen des Films sind real, und sie hindern ihn an der Größe. Der mittlere Abschnitt zieht sich, das Tempo stockt, und einige Nebenhandlungen wirken unterentwickelt. Doch die Stärken überwiegen die Schwächen, besonders wenn die Familie gemeinsam auf der Leinwand ist.
6,9 von 10.
Dies ist ein sehenswerter Film, besonders für Fans der Figuren. Er ist ein solider Start in eine neue Ära für die Fantastic Four und legt den Grundstein für eine vielversprechende Zukunft.
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