Orson Welles war 25 Jahre alt, als er 1939 bei RKO Pictures unterschrieb, und der Vertrag gab einem unerprobten Regisseur etwas, das Hollywood fast nie vergab: den Final Cut. Citizen Kane ist das, was er damit tat. Der Film läuft 119 Minuten, beginnt mit einem sterbenden Wort und verbringt den Rest seiner Laufzeit damit, es nicht zu erklären. Dieses Scheitern ist der Punkt.
Trailer, via Warner On Demand.
Rosebud, und der Reporter, der es nie findet
Charles Foster Kane stirbt in seiner Villa Xanadu auf einem riesigen palastartigen Anwesen in Florida. Sein letztes Wort ist „Rosebud“. Ein Wochenschauproduzent beauftragt den Reporter Jerry Thompson, herauszufinden, was es bedeutet. Thompson interviewt Kanes Freunde und Weggefährten und kommt nirgendwohin. Kanes zweite Frau, Susan Alexander Kane, heute alkoholkranke Nachtclubbesitzerin, weigert sich, mit ihm zu sprechen.
Die Weigerung ist die Methode des Films. Citizen Kane ist ein Rätsel, und es löst sich nie auf. Welles und Herman J. Mankiewicz schrieben ein Drehbuch, das dem Publikum die Antwort in der letzten Einstellung liefert und Thompson nichts.
Ein Schlitten, ein Trust und eine Pension in Colorado
Thompson liest das private Archiv des verstorbenen Bankiers Walter Parks Thatcher. Kanes Mutter, Mary Kane, betrieb eine Pension in Colorado. Gold wurde 1871 durch einen Bergbauanteil entdeckt, der ihr gehörte. Sie engagierte Thatcher, um einen Trust für Kanes Ausbildung einzurichten und die Vormundschaft zu übernehmen, um den Jungen vor seinem brutalen Vater zu schützen.
Der junge Kane spielt mit seinem Schlitten im Schnee, als seine Eltern ihn Thatcher vorstellen und ihm sagen, dass er bei ihm leben wird. Er schlägt Thatcher mit dem Schlitten und versucht wegzulaufen. Mit 25 kontrolliert Kane den Trust, und durch die Produktivität der Mine und Thatchers Investitionen wird er einer der reichsten Männer der Welt. Dann kauft er den New York Inquirer und greift die Geschäftsinteressen an, die ihn reich gemacht haben.
Die Mercury-Darsteller, die meisten von ihnen neu beim Film
Im Abspann heißt es: „Most of the principal actors in Citizen Kane are new to motion pictures. The Mercury Theatre is proud to introduce them.“ Zehn wurden als Mercury Actors aufgeführt, rekrutiert aus der Repertoiretruppe, die Welles 1937 mit John Houseman gegründet hatte.
Der Film markiert die Spielfilmdebüts von William Alland, Ray Collins, Joseph Cotten, Agnes Moorehead, Erskine Sanford, Everett Sloane, Paul Stewart und Welles. Cotten war gerade in The Philadelphia Story zum Broadway-Star geworden. Welles spielt Kane. Alland spielt Thompson und spricht den Nachrichtenfilm News on the March. Dorothy Comingore spielt Susan. Moorehead spielt Mary Kane. Ray Collins spielt Jim W. Gettys, Kanes politischen Rivalen um das Amt des Gouverneurs von New York.
Was der Film den Mann in seinem Zentrum kostet
Kane ist eine Kunstfigur, zusammengesetzt aus William Randolph Hearst, Joseph Pulitzer, Samuel Insull und Harold McCormick, mit eingeflochtenen Stücken aus dem Leben seiner Autoren. Hearst verbot jede Erwähnung des Films in seinen Zeitungen. Er war ein Kritikererfolg und spielte seine Kosten an der Kinokasse nicht wieder ein. Er verblasste, kehrte dann zurück, als französische Kritiker, darunter André Bazin, ihn lobten, und wurde 1956 erneut veröffentlicht.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1871 | Gold entdeckt durch Mary Kanes Bergwerksurkunde |
| 1939 | Welles unterschreibt bei RKO Pictures |
| 1940 | Hauptdreharbeiten |
| 1941 | Veröffentlichung |
| 1956 | Wiederveröffentlichung |
- Laufzeit: 119 Minuten
- Erscheinungsjahr: 1941
- Regie: Orson Welles
- Drehbuch: Orson Welles und Herman J. Mankiewicz
- Genres: Mystery, Drama
Der Slogan fragt, ob Kane ein Held oder ein Schuft war. Der Film verweigert die Antwort, und diese Verweigerung ist der Grund, warum er Bestand hat. Jede tyrannische und selbstzerstörerische Handlung Kanes liest sich als Reaktion darauf, dass er seiner Mutter weggenommen wurde, und Welles sagt das nie einmal laut. Der Schlitten ist eine Tatsache, keine These. Fünfundachtzig Jahre später funktioniert die Mysterium-Struktur noch immer, weil die Antwort nie durch Thompson kommt. Sie kommt durch die Kamera, und das Publikum begreift sie allein.
10 von 10.
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