Frozen Fever ist ein Kurzfilm mit einem klaren Ziel: Anna einen Geburtstag geben. Das gelingt ihm meistens. Der Kurzfilm von 2015 aus Walt Disney Animation Studios dauert acht Minuten, inszeniert von Jennifer Lee und Chris Buck, und spielt ein Jahr nach den Ereignissen von Frozen. Elsa ist entschlossen, eine perfekte Überraschungsparty für ihre Schwester zu veranstalten, und sie holt Kristoff, Sven und Olaf zur Hilfe hinzu. Was könnte schiefgehen? Eine Menge, wie es sich herausstellt.
Trailer, via Walt Disney Animation Studios.
Elsas Plan
Elsas Plan ist einfach. Sie bereitet eine Schatzsuche für Anna vor, wobei ein Faden zu verschiedenen Geschenken führt. Anna folgt der Spur und findet unterwegs extravagante Geschenke. Der Tag beginnt gut, aber Elsa beginnt zu niesen. Mit jedem Niesen erschafft sie eine Gruppe von „Snowgies“, kleinen Schneebabys, die anfangen, die Dekorationen der Party auseinanderzunehmen. Kristoff und Sven versuchen, sie aufzuhalten, während Olaf sie willkommen heißt.
Anna bemerkt die wachsende Besorgnis ihrer Schwester über das Niesen. Elsa tut es ab, sagt aber, sie „verkümmert nicht“. Sie setzt die Schatzsuche trotzdem fort. Anna kämpft unter dem Gewicht aller Geschenke, und Elsas Zustand verschlechtert sich. Als sie den Uhrturm erreichen, ist Elsa völlig delirant. Sie fällt von der Plattform, und Anna fängt sie auf. Elsa gibt zu, eine Erkältung zu haben und dass sie nach Hause gehen und sich ins Bett legen muss.
Die Geschenke
Die Geschenke sind das Herz des Kurzfilms. Anna findet sie unterwegs, und jedes fügt sich dem Haufen hinzu, den sie trägt. Das letzte Geschenk ist ein Paar Figuren der Schwestern als Teil der stündlichen Uhrturmpasse. Dieses Detail zeigt, wie viel Elsa geplant hat.
Die Geschenke tragen aber auch eine Warnung in sich. Anna ist sichtbar unter ihrem Gewicht mitten in der Jagd am Limit. Sie ist erschöpft, und Elsa niest ständig. Der Kontrast zwischen der Freude an den Geschenken und der Anstrengung, die sie verursachen, ist die zentrale Spannung des Kurzfilms. Elsa will nur das Beste, aber ihre Bemühungen ruinieren fast das, was sie feiern wollte.
Olufs Rolle
Olaf ist die komische Figur, und er ist darin exzellent. Er liebt die Snowgies, umarmt sie und spielt mit ihnen. Er ist der Einzige, der die positive Seite von Elsas Niesattacken sieht. Seine Akzeptanz des Chaos ist eine Erinnerung daran, dass manche Menschen Schönheit im Unordnung sehen. Der Kontrast zwischen Olafs Freude und der Panik von Kristoff und Sven ist einer der lustigsten Teile des Kurzfilms.
Olaf hilft auch, die Handlung voranzutreiben. Er ist derjenige, der Elsa zum Lachen bringt, was sie von ihrer eigenen Krankheit ablenkt. Ohne ihn wäre der Kurzfilm eine reine Horrorgeschichte über eine Schneekönigin, die die Kontrolle verliert. Stattdessen bleibt er warm und lustig, selbst wenn alles zusammenbricht.
Die Niesattacken
Elsas Niesattacken sind der Motor des Kurzfilms. Jede einzelne erzeugt einen neuen Snowgie, und jede bringt die Party dem Zusammenbruch näher. Elsa weiß nicht, was sie tut. Sie sagt Anna immer wieder, sie sei in Ordnung, dass sie keine Erkältung habe. Anna weiß es besser, lässt Elsa aber trotzdem weitermachen. Die Spannung baut sich bis zur finalen Szene auf, in der Elsa vom Glockenturm fällt.
Die Niesattacken erzeugen auch einen Running Gag über Kontrolle. Elsa ist die Eiskönigin, aber sie kann ihren eigenen Körper nicht kontrollieren. Ihre Kräfte sind außer ihrer Kontrolle, und der Kurzfilm spielt mit dieser Diskrepanz für den Humor. Die Snowgies sind zwar niedlich, aber sie sind auch destruktiv. Sie reißen die Dekorationen ab und ruinieren fast die Party. Elsas gute Absichten stehen immer wieder ihren eigenen Plänen im Weg.
Das Überraschungsende
Das Ende ist der beste Teil des Kurzfilms. Nachdem Anna Elsa auffängt und sie zum Schloss zurückkehren, öffnen sich die Türen zu Kristoff, Olaf, Sven und einer ganzen Menge Snowgies. Sie haben die ganze Zeit versteckt gewartet, um Anna zu überraschen. Elsa niesst ein letztes Mal, und der finale Snowgie stößt zur Menge hinzu.
Es ist ein glückliches Ende, aber auch ein cleveres. Die Überraschungsparty, die Elsa zu veranstalten versucht hat, wird am Ende von allen anderen veranstaltet. Anna bekommt ihre Überraschung schließlich, aber nicht die, die sie erwartet hat. Der Kurzfilm untergräbt sein eigenes Konzept, und zwar im allerletzten Moment. Dieser Twist macht die acht Minuten lohnenswert.
Die Sprecher
Die Sprecher des Originals kehren zurück: Kristen Bell spricht Anna, Idina Menzel spricht Elsa, Jonathan Groff spricht Kristoff und Josh Gad spricht Olaf. Die Chemie ist noch immer vorhanden, und der Kurzfilm profitiert von Schauspielern, die diese Charaktere gut kennen. Santino Fontana spricht Hans, Chris Williams spricht Oaken und Paul Briggs spricht Marshmallow. Bailey Ryon und Mitchell Sink steuern ungenannte Gesangsleistungen für den Kinderchor bei.
Die Stimmen tragen das emotionale Gewicht des Kurzfilms. Der Kurzfilm ist kurz, aber die Leistungen sind voll.
Warum es funktioniert
Frozen Fever gelingt, weil es eine einfache Idee aufgreift und weiterentwickelt. Eine Geburtstagsfeier sollte einfach sein. Sie sollte Spaß machen. Sie sollte schnell vorbei sein. Stattdessen wird sie zu einem Kampf ums Überleben zwischen Elsa und ihrem eigenen Körper. Der Kurzfilm verdient seine Laufzeit, indem er durch die Geschenke und die Nieser Spannung aufbaut. Jedes Geschenk erhöht den Berg, und jeder Nieser bringt die Party der Katastrophe näher.
Der Kurzfilm funktioniert auch, weil er seine Charaktere respektiert. Elsa ist entschlossen, aber sie ist auch fehlerhaft. Anna ist geduldig, aber sie ist auch besorgt. Kristoff ist panisch, aber er ist auch beschützend. Olaf ist fröhlich, aber er ist auch ahnungslos. Diese Widersprüche machen den Kurzfilm lebendig. Es ist keine Zeichentrick-Produktion. Es ist eine Geschichte über eine Familie, die versucht, etwas Nettes füreinander zu tun.
Der Kurzfilm profitiert außerdem von seinem Musikscore. Christophe Beck komponierte die Musik, und der Kurzfilm enthält das Originallied „Making Today a Perfect Day“ von Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez. Das Lied verdient seinen Platz im Kurzfilm.
Wo es zu kurz kommt
Frozen Fever ist kein perfekter Kurzfilm. Er ist zu kurz, um seine Ideen vollständig zu entfalten. Die Geschenke sind ein großartiger Einstieg, aber der Kurzfilm verbringt nicht genug Zeit damit. Wir sehen Anna, wie sie sie findet, aber wir sehen sie nicht, wie sie sie auspackt. Wir sehen die Snowgies, wie sie die Dekoration zerstören, aber wir sehen nicht die Beseitigung der Schäden. Der Kurzfilm endet schnell und lässt einige lose Fäden zurück.
Der Kurzfilm stützt sich zudem stark auf die Vorkenntnisse des Publikums bezüglich des Originalfilms. Er nimmt an, dass die Zuschauer wissen, wer diese Charaktere sind, wie ihre Beziehungen sind und was zuvor geschehen ist. Für Neulinge könnte der Kurzfilm wie ein Puzzle ohne Teile wirken. Für Fans ist er eine Freude. Das Gleichgewicht ist dünn.
Bewertung der Elemente
Hier ist, wie die Elemente von Frozen Fever abschneiden:
- Die Geburtstagsgeschenke – die beste Idee im Kurzfilm und die am schwierigsten vollständig zu realisierende.
- Das Überraschungsende – der cleverste Twist und die zufriedenstellendste Belohnung.
- Die Sprecher – konstant und zuverlässig während des gesamten Kurzfilms.
- Die Nieser – das durchweg lustigste Element und der treibende Faktor der Handlung.
- Der Partyplan – ein solider Aufbau, der von dem Chaos überschattet wird.
- Die Musik – gut, aber sekundär zur Geschichte.
Diese Bewertung zeigt, wo die Stärken des Kurzfilms liegen. Die Geschenke und das Ende sind die stärksten Teile, während der Partyplan und die Musik die schwächsten sind.
Das Urteil
Frozen Fever ist ein guter Kurzfilm, kein großer. Er ist eine würdige Fortsetzung von Frozen und hält sein Versprechen eines Geburtstagsfestes. Er ist lustig, berührend und gut gemacht. Er ist auch ein wenig dünn und ein wenig gehetzt. Es sind solide acht Minuten, aber es sind solide acht Minuten, die länger sein könnten.
Der Kurzfilm lässt sich am besten als Bonusmaterial genießen. Er ist eine angenehme Art, ein paar Minuten zu verbringen, und er lässt den Zuschauer nach mehr verlangen. Es ist ein guter Kurzfilm, und er verdient seinen Platz.
Frozen Fever ist ein Kurzfilm, der weiß, was er sein möchte. Er möchte eine Geburtstagsfeier sein, und das ist er auch. Es ist ein kleiner Film mit einem großen Herzen, und er verdient seinen Platz im Kanon der Disney-Kurzfilme. Es ist ein guter Kurzfilm, und er ist sehenswert.
Wertung: 6,8 von 10.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





