Greta Gerwigs „Little Women“ ist keine getreue Neuverfilmung. Es ist eine kühne, komprimierte Version von Louisa May Alcotts Roman, und es verdient jede Minute seiner 147 Minuten. Dies ist ein Film über vier Schwestern, und er vertraut dem Publikum, ihren jeweiligen Werdegängen über Jahrzehnte zu folgen, ohne dabei den Blick auf die familiäre Bindung im Zentrum zu verlieren.
Der Film beginnt mit Marmee (Laura Dern), die ihren Töchtern einen Brief vorliest, und wechselt sofort zwischen Zeithieben. Wir sehen die March-Schwestern als junge Frauen in den 1860er Jahren und als erwachsene Frauen in den 1880er Jahren, und Gerwig nutzt diese Struktur, um nachzuzeichnen, wie die Entscheidungen der einzelnen Figuren über die Jahre hinweg wirken. Der jüngere Cast – Saoirse Ronan, Emma Watson, Florence Pugh und Eliza Scanlen – trägt die frühen Szenen mit Energie, während die erwachsenen Schauspieler – Meryl Streep, Timothée Chalamet, James Norton und Chris Staas – die späteren Szenen in Trauer und Konsequenz verankern.
Trailer, über Sony Pictures Entertainment.
Die Vier Schwestern
- Jo March (Ronan) schreibt und träumt davon, zu veröffentlichen, obwohl sie sich nicht aus Geld heiraten lässt.
- Meg March (Scanlen) möchte eine standesgemäße Ehe und ein geordnetes Leben.
- Amy March (Pugh) ist stolz und ehrgeizig und bereit, für das zu kämpfen, was sie will.
- Beth March (Watson) ist das stille Herz der Familie, der Schwestern ergeben und der Musik verbunden.
Jede Schwester bekommt ihren Moment, und Gerwig gibt ihnen allen Raum zum Atmen. Ronan ist die herausragendste, die Jo mit einer rastlosen Intensität spielt, die ihre Weigerung, sich niederzulassen, wie eine persönliche Mission anstatt eines Handlungselements erscheinen lässt. Pugh bringt eine scharfe Kante in Amy ein, die in anderen Versionen oft als egoistisch abgetan wird. Watson spielt Beth mit einer Zurückhaltung, die ihren Opfern mehr Gewicht verleiht, und Scanlen verleiht Meg eine Würde, die verhindert, dass sie zu einem bloßen Kontrastcharakter wird.
Der Film nimmt auch Raum für Laurie (Chalamet) – der Jo zutiefst liebt, ihr Herz aber nicht gewinnen kann – und für die Armut der Marches, die jede ihrer Entscheidungen prägt. Die Erwachsenen in der Zeithibe der 1880er Jahre sehen sich mit den Konsequenzen dieser Entscheidungen konfrontiert, und der Film mildert sie nicht ab. Beths Krankheit, Jos Karrierehindernisse und Amys Kompromisse werden alle mit einer Offenheit präsentiert, die dem Originalmaterial seine ursprüngliche Dunkelheit zollt.
Die Struktur zahlt sich aus.
Gerwigs nicht-lineare Herangehensweise zahlt sich im letzten Akt aus, wo Vergangenheit und Gegenwart auf eine Weise zusammenstoßen, die verdient wirkt und nicht verwirrend. Der Film endet mit einer Note der Entschlossenheit, aber es ist eine bittersüße, die anerkennend vermerkt, dass selbst glückliche Enden mit Verlusten einhergehen.
„Das Leben ist kurz, und uns wird nicht das Morgen versprochen.“
Diese Zeile, gesprochen von Marmee, erfasst die zentrale Spannung des Films: den Wunsch, ein erfülltes Leben zu führen, und die Angst, dass dies bedeutet, etwas zurückzulassen. Es ist eine Erinnerung daran, dass die Geschichte der March-Schwestern nicht nur von der Vergangenheit handelt, sondern davon, wie sie sich entscheiden, im gegenwärtigen Moment zu leben.
Das Urteil
Little Women ist eine dichte, anspruchsvolle Adaption, die Geduld belohnt. Es fordert die Zuschauer auf, mehrere Zeitleisten und Charaktere im Auge zu behalten, aber es verliert nie seinen emotionalen Kern. Ronans Leistung ist der Motor, und der Rest der Besetzung unterstützt sie mit Wärme und Präzision.
Der Film ist nicht perfekt. Einige Übergänge zwischen Zeitleisten sind abrupt, und die erwachsene Zeitleiste stützt sich auf Exposition, um die Zuschauer aufzuholen. Aber das sind geringfügige Beanstandungen gegen eine Produktion, die mit Zuversicht mit ihrem weitläufigen Ausgangsmaterial umgeht.
Dies ist ein Little Women für Erwachsene, und er behandelt seine Charaktere mit dem Respekt, den sie verdienen. Es ist ein großzügiger, bewegender und manchmal schwieriger Film, und er steht als eine der besten Adaptionen von Alcotts Werk da.
9,1 von 10.
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