Der Präsident der Vereinigten Staaten ist tot. Das ist die Prämisse von „London Has Fallen“, einem Action-Thriller aus dem Jahr 2016, der das mächtigste Amt der Welt als Running Gag behandelt. Der Film ist eine Fortsetzung von „Olympus Has Fallen“ und wiederholt dieselbe Formel mit noch weniger Sorgfalt: ein Terroranschlag, ein heldenhafter Geheimdienstagent und eine Handlung, die auf halbem Weg die Sinnhaftigkeit verliert.
Trailer, via LionsgateFilmsUK.
Die Ausgangssituation
Der Film beginnt damit, dass eine Terrorgruppe den Präsidenten während eines Besuchs in London ins Visier nimmt. Der Anschlag tötet ihn, und die überlebenden Geheimdienstagenten, angeführt von Mike Banning, gespielt von Gerard Butler, müssen die Verschwörer aufspüren und gleichzeitig den neuen Präsidenten beschützen, gespielt von Angela Bassett. Die Prämisse ist einfach genug. Die Umsetzung ist es nicht.
Was schief geht
Die Probleme beginnen frühzeitig und häufen sich schnell:
- Die Terroristen sind absurd kompetent und können Angriffe an mehreren Standorten mit perfektem Timing koordinieren.
- Der Tod des Präsidenten wird als geringfügliche Unannehmlichkeit behandelt, anstatt als die globale Katastrophe, die er sein sollte.
- Mike Banning, der als harter Veteran gelten sollte, verbringt den größten Teil des Films damit, ungläubig und verwirrt zu reagieren.
- Die Actionsequenzen sind mit einem einzigen Kamerawinkel inszeniert und ohne Sinn für Größe oder Gefahr.
Der Film stützt sich auch stark auf Exposition. Charaktere erklären einander die Handlung in ganzen Sätzen, selbst wenn das Publikum die Ereignisse bereits gesehen hat. Dies ist kein Film über Geheimnisse. Es ist ein Film darüber, dass Charaktere einander erzählen, was gerade passiert ist.
Warum es nicht funktioniert
„London Has Fallen“ scheitert daran, dass es nie seine eigenen Einsätze verwirklicht. Der Tod des Präsidenten sollte die zentrale Tragödie des Films sein. Stattdessen wird er zu einem Punkt auf einer Checkliste von Terrorzielen. Der Film möchte einen angespannten politischen Thriller sein, verlässt sich aber immer wieder auf dieselben billigen Tricks, die seinen Vorgänger zu einem schlechten Vergnügen machten: Autoverfolgungen, Explosionen und Butler, der Menschen anbrüllt.
Die Leistungen sind ausreichend, aber unauffällig. Gerard Butler liefert sein Standard-Härter-Gemurmel, und Angela Bassett spielt die Präsidentin mit einer Strenge, die an eine Parodie grenzt. Der Nebencast wird von einem Drehbuch verschwendet, das ihnen nichts anderes gibt, als auf das Chaos um sie herum zu reagieren.
Das Urteil
„London Has Fallen“ ist ein Scheitern der Ambition. Es nimmt eine Prämisse, die einen straffen, angespannten Thriller unterstützen könnte, und verwandelt sie in eine hohle Übung in aufwendigen Szenen. Die Action ist laut, aber leer, der Dialog ist hölzern, und die Handlung ist voller Löcher, die der Film nie reparieren möchte.
Es gibt einen kurzen Abschnitt in der Mitte, in dem sich die Spannung aufbaut und die Bösewichte wirklich gefährlich erscheinen, der einen glänzenden Hoffnungsschimmer darauf wirft, was dieser Film hätte werden können. Er dauert etwa zehn Minuten. Dann bricht die Handlung wieder zusammen, und der Film kehrt in sein vertrautes, kaputtes Muster zurück.
Dies ist ein Film, der genau weiß, was er tut, und scheitert trotzdem. Es ist kein Film, den man nüchtern sehen sollte. Es ist ein Film, den man ironisch, mit Freunden sehen und über die Absurdität des Ganzen lachen kann.
Bewertung: 2,8 von 10.
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