Vincent Moretti will Rache. Dieses einfache Verlangen treibt Mafia II an, das Krimi-Epos von 2K Studios aus dem Jahr 2010, und es trägt das Spiel durch eine lange Strecke aus Fahren, Schießen und dem Eintreiben von Geld. Das Spiel verlangt von den Spielern, in den frühen 1950er Jahren ein kriminelles Imperium aufzubauen, und dieses Versprechen löst es größtenteils ein, auch wenn die Umsetzung an manchen Stellen schleppend wirkt. Dies ist ein Spiel über Geduld, Gewalt und den langsamen Aufstieg eines Mannes, der glaubt, sein eigenes Glück machen zu können.
Trailer, via Wiseguy Central.
Vincent Morettis Geschichte
Mafia II folgt Vincent Moretti, als er nach Empire City zurückkehrt, nachdem er eine Haftstrafe für ein Verbrechen verbüßt hat, das er nicht begangen hat. Sein Bruder Joe betreibt einen kleinen Schutzgeldring, und Vincent schließt sich ihm an, um sich an den Leuten zu rächen, die ihn ins Gefängnis gebracht haben. Die Handlung durchläuft mehrere Phasen, die jeweils an ein größeres Ziel gebunden sind:
- Lokale Geschäfte vor rivalisierenden Banden schützen
- Zahlen- und Glücksspielgeschäfte betreiben
- Den Schwarzhandel der Stadt übernehmen
- Eine finale Konfrontation mit dem Mann, der ihn hereingelegt hat
Die Geschichte hält besser zusammen als das Tempo. Gespräche mit Gangstern und Cops wirken natürlich, und das Spiel setzt auf Synchronsprecher, die die Spannung zwischen den Charakteren vermitteln. Doch die Missionen zwischen diesen Szenen verlangen von den Spielern oft, quer durch die Stadt zu fahren, während Feinde sie verfolgen, und die Wiederholung beginnt zu ermüden.
Fahrt durch Empire City
Empire City ist der Star von Mafia II. Erbaut aus einer Mischung aus breiten Straßen und engen Gassen, wirkt es wie eine funktionierende Stadt, nicht wie ein Themenpark. Autos bewegen sich mit Gewicht, und das Verkehrssystem wirkt auf eine Weise lebendig, wie es damals nur wenige Spiele schafften. Spieler können herumlaufen, aber das Spiel drängt sie schnell zurück in Fahrzeuge, und dieser Drang zeigt eine Designentscheidung, die das Fahren gegenüber der Erkundung bevorzugt.
Das Fahrmodell belohnt Geduld. Autos lassen sich bei niedrigen Geschwindigkeiten gut steuern, doch bei hohen Geschwindigkeiten verlieren sie die Kontrolle und rutschen in Wände. Spieler, die es eilig haben, werden verunglücken, und das Spiel bestraft Hast mit einem kaputten Motor oder einem beschädigten Auto. Diese Balance zwingt die Spieler, langsamer zu werden, was zur Ära passt, in der das Spiel angesiedelt ist.
Missionen und Sammelobjekte
Die Hauptmissionen in Mafia II belohnen Spieler, die der Geschichte genau folgen. Nebenmissionen hingegen verlangen weniger Aufmerksamkeit. Das Sammeln von Geld, die Jagd auf Ziele und der Schutz von Verbündeten füllen die Karte, doch sie fügen selten viel über die Haupthandlung hinaus hinzu. Manche Spieler werden die zusätzlichen Inhalte als lohnenswert empfinden, während andere sie ganz überspringen.
Das Spiel enthält außerdem einen Missionseditor, mit dem Spieler ihre eigenen Aufträge erstellen können. Diese Funktion verleiht dem Spiel eine dauerhafte Anziehungskraft über seine Kampagne hinaus, allerdings erfordert sie einige Einarbeitung. Für Spieler, die ihre Zeit in Empire City verlängern möchten, lohnt es sich, den Editor zu erkunden.
Sound und Leistung
Das Sounddesign in Mafia II füllt nicht nur den Raum. Musik aus der damaligen Zeit läuft während der Missionen, und die Musik passt sich je nach Szene an. Eine ruhige Straße klingt anders als eine Straße voller Schusswechsel, und das Spiel nutzt Sound, um Stimmung zu erzeugen, statt einfach nur Lärm über die Action zu legen. Die Synchronsprecher tragen die Dialoge gut, und verleihen Vincent und seinen Verbündeten eigene Stimmen, selbst wenn das Drehbuch dünn ist.
Leistungsprobleme gehörten zum Paket, als Mafia II erschien. Die Ladezeiten konnten lang sein, und manche Spieler erlebten, dass das Spiel während geschäftiger Sequenzen einfror. Diese Probleme beeinträchtigten damals das Erlebnis auf allen drei Plattformen, wobei die PC-Version tendenziell flüssiger lief als die Konsolenversionen. Keines dieser Probleme macht das Spiel unspielbar, aber sie unterbrechen den Spielfluss.
Wie lange dauert es?
Ein typischer Durchlauf von Mafia II dauert etwa zwanzig Stunden, wobei diese Zahl davon abhängt, wie viel Nebeninhalte ein Spieler verfolgt. Die Haupthandlung schreitet schnell voran, doch die Nebenmissionen fügen beträchtliche Zeit für jeden hinzu, der alles sehen möchte, was das Spiel bietet.
| Phase | Erforderliche Zeit |
|---|---|
| Frühe Karriere | 3–4 Stunden |
| Spielmitte | 8–10 Stunden |
| Spätes Spiel | 5–7 Stunden |
| Zusätzliche Inhalte | Variiert |
Spieler, die jede Nebenmission abschließen wollen, werden deutlich mehr Zeit investieren, da das Spiel abgeschlossene Inhalte nicht klar kennzeichnet. Wer sich an die Hauptgeschichte hält, wird schneller fertig.
Wo Mafia II zu kurz kommt
Mafia II ist nicht perfekt. Das Fahrverhalten ist zwar stark, kann aber Spieler frustrieren, die sich schnell fortbewegen wollen. Einige Missionen wiederholen denselben Aufbau mehrfach und verlangen von den Spielern, mit geringfügigen Änderungen über dieselben Straßen zu fahren. Das Spiel stützt sich zudem stark auf seine Fahrpassagen und lässt weniger Raum für andere Arten des Gameplays.
Die Erzählung ist solide, aber an manchen Stellen dünn. Einige Figuren wirken, als existierten sie nur, um Exposition zu liefern, statt aus eigenem Antrieb zu handeln. Dieses Problem zeigt sich am deutlichsten im mittleren Teil des Spiels, wo die Geschichte langsamer wird, während die Missionen an Fahrt aufnehmen.
Endgültiges Urteil
Mafia II gelingt es, eine Welt zu erschaffen, in der man gerne Zeit verbringt, auch wenn die Missionen dahinter langweilig werden. Das Fahrverhalten ist hervorragend, die Stadt detailliert, und die Rachegeschichte gibt den Spielern ein klares Ziel, auf das sie hinarbeiten können. Die Nebeninhalte sind gemischt, und die Performance-Probleme hinderten das Spiel daran, sein volles Potenzial zu erreichen.
Mafia II erhält 7,3 von 10 Punkten.
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