Ocean’s Twelve will größere als den ersten Ocean’s-Film sein. Es will den Coup übertrumpfen, die Zeit übertreffen und die Besetzung in den Schatten stellen. Das gelingt ihm meist nicht. Die Fortsetzung ist intelligenter, straffer und cleverer als ihr Vorgänger, aber die Handlung ist zu dünn, um die Ambitionen zu tragen. Das Ergebnis ist ein Film, der weniger wie ein Coup und mehr wie eine Reihe von Szenen wirkt, die auf eine Rechtfertigung warten.
Trailer, via Warner Bros. Rewind.
Die Vorbereitung
Der Film beginnt damit, dass Danny Ocean (George Clooney) und seine Crew einen Coup über Europa planen. Sie nehmen drei Tresore in drei Städten ins Visier, die jeweils von einem anderen Sicherheitssystem geschützt werden. Der Plan ist einfach auf dem Papier: einbrechen, das Geld stehlen, rauskommen. In der Praxis wird er zu einer Kiste voller Komplikationen. Das Team umfasst Rusty Ryan (Brad Pitt), Frank Catton (Matt Damon), Linus Caldwell (Casey Affleck), Virgil Blessing (Carl Reiner) und Turk Malloy (Don Cheadle). Jeder Charakter bekommt einen Moment, aber keiner bekommt genug.
Die Vorbereitung ist aufwendig. Die Tresore sind über drei Städte verstreut, und jeder erfordert eine andere Art von Lösung. Das Team muss seine Bemühungen über Zeitzonen und nationale Grenzen hinweg koordinieren. Dieser Umfang ist Teil dessen, was den Anfang so vielversprechend macht, selbst wenn die Umsetzung die Ambitionen nie ganz erreicht.
Der Coup läuft aus Dampf
Die Tresorsequenzen sind das beste Material des Films. Der Tresor in London verfügt über eine Druckkammer, die präzises Timing erfordert. Der Tresor in Monte Carlo beinhaltet ein Lasergitter und eine versteckte Tür. Der Tresor in Paris verbirgt sich hinter einer Spiegelwand. Diese Szenen sind angespannt, gut choreografiert und wirklich einfallsreich. Das Problem ist, dass die Coups durch Abschnitte von Dialogen und Füllmaterial getrennt sind, die den Schwung verlangsamen.
Die Sequenzen selbst sind der deutlichste Beweis dafür, was der Film gut macht. Die Szene mit der Druckkammer in London zwingt das Team, mit blitzschneller Präzision zu handeln. Das Lasergitter in Monte Carlo verwandelt den Tresor in ein Labyrinth. Die Spiegel in Paris schaffen ein visuelles Rätsel, das eine genaue Beobachtung belohnt. Jede Sequenz unterscheidet sich von den anderen, und jede zeigt die Filmemacher in ihrer kreativsten Phase.
Der Film führt außerdem einen neuen Antagonisten in Form von Terry Benedict (Andy García) ein, der zurückkehrt, um sich an Danny zu rächen. Dies verleiht der Geschichte ein persönliches Einsatzelement, aber das Drehbuch setzt dies nicht vollständig um. Benedicts Szenen wirken wie eine Platzhalter für Konflikte und nicht wie eine treibende Kraft. Der Film will Spannung aufbauen, zieht sich aber immer wieder zurück, bevor er zuschlagen kann.
Benedicts Rückkehr soll dem Film einen klaren Gegenspieler geben. Stattdessen wirken seine Szenen wie Füllmaterial zwischen den Heistszenen. Das Drehbuch führt ihn als Bedrohung ein, lässt diese Bedrohung aber nie vollständig Gestalt annehmen. Das Ergebnis ist eine Geschichte, die einen Bösewicht hat, aber keine echte Konfrontation.
Was funktioniert
- Die Tresorsequenzen sind die stärksten Teile des Films.
- Die Besetzung liefert eine konsistente Chemie, selbst wenn das Drehbuch schwächelt.
- Das Produktionsdesign ist üppig und verleiht jedem Ort eine unverwechselbare Identität.
- Das Tempo ist schneller als im Original, was hilft, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten.
Was nicht funktioniert:
- Das zentrale Rätsel hinter dem Heist ist unterentwickelt.
- Nebenfiguren wie Duane Cole (Steve Martin) erhalten Witze anstelle von Substanz.
- Der mittlere Abschnitt zieht sich hin, da der Film in seine eigene Einrichtung zurückkehrt.
- Der Höhepunkt hetzt durch die finale Enthüllung und lässt das Publikum nach mehr verlangen.
Das Urteil über Ocean’s Twelve ()
Ocean’s Twelve ist eine kompetente, aber ungleichmäßige Fortsetzung. Es verbessert die Struktur des Originals, verliert aber etwas von seinem Charme. Die Überfallsequenzen sind präzise, aber die Gesamtgeschichte hat Schwierigkeiten, zusammenzuhalten. Der Film ist sehenswert und gelegentlich spannend, erreicht aber nie die Höhe seines Vorgängers. ()
Es ist ein solider Eintrag in der Reihe, aber nicht unbedingt ein Muss für alle außerhalb des Kernfanstamms. Am besten betrachtet man ihn als eine unterhaltsame Ablenkung und nicht als ein Meisterwerk. Der Film weiß, wie man einen Überfall inszeniert und wie man seine Besetzung gut aussehen lässt, aber er weiß nicht, wie man eine befriedigende Geschichte darum herum aufbaut. ()
Ocean’s Twelve ist ein Wechselspiel aus Stärken und Schwächen. Es verdient Anerkennung dafür, dass es versucht, die Messlatte höherzulegen, aber es gelingt ihm nicht, sein Versprechen zu erfüllen. Das Ergebnis ist ein Film, der stellenweise unterhaltsam, aber insgesamt vergessen ist. ()
Wertung: 5,8 von 10. ()
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