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Paolo Sorrentinos „Il Grande Bellezza“: Ein Liebesbrief an Roms groteske Pracht.

Eine Rezension von Paolo Sorrentinos *La grande bellezza*, mit Toni Servillo in der Rolle eines römischen Schriftstellers, der in einem Leben oberflächlicher Freuden gefangen ist.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
An elderly man stands alone before an ancient Roman fountain as the sun sets behind him.

„La Grande Bellezza“ ist Paolo Sorrentinos Liebesbrief an Rom, erzählt aus der Perspektive eines Mannes, der sein Leben damit verbracht hat, seine Oberfläche zu jagen. Toni Servillo spielt Jep Gambardella, einen 65-jährigen Journalisten und Theaterkritiker, der Jahrzehnte damit verbracht hat, durch die exklusiven Partys der Stadt zu treiben, Frauen zu verführen und von seinem Witz zu leben. Nach seinem 65. Geburtstag zwingt ihn ein Schock aus der Vergangenheit dazu, über das glitzernde Nachtleben hinauszublicken und etwas Tieferes zu finden.

Der Film beginnt mit einem Zitat aus Louis-Ferdinand Célines Roman „Reise ans Ende der Nacht“, das den Ton für eine Geschichte über Vorstellungskraft, Erinnerung und den Abstand zwischen Fantasie und Realität vorgibt. Sorrentino inszeniert Rom als eine zeitlose Landschaft von absurd-exquisiter Schönheit, eine Stadt, die diejenigen belohnt, die bereit sind, ihre Straßen zu durchstreifen und sich in ihrer Geschichte zu verlieren.

Trailer, über PalaceFilms.

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Rom als die wahre Hauptrolle

Rom ist der wahre Protagonist des Films. Der Film verbringt einen Großteil seiner Laufzeit damit, die Sehenswürdigkeiten, Statuen und Brunnen der Stadt zu erkunden und die vielschichtige Pracht eines Ortes einzufangen, der seit Jahrhunderten existiert. Sorrentinos Kamera verweilt bei diesen Details und lässt das Publikum das visuelle Spektakel auf sich wirken.

Der Film ist eine Koproduktion zwischen der italienischen Medusa Film und Indigo Film, zusammen mit der französischen Babe Films. Er wurde mit Unterstützung von Banca Popolare di Vicenza, Pathé und France 2 Cinéma finanziert.

Jeps Freunde und sein Block

Jeps Kreis ist eine Galerie von grotesken Gestalten. Romano ist ein Dramatiker, der ständig von einer jungen Frau ausgenutzt wird. Lello ist ein geschwätziger, wohlhabender Spielzeugverkäufer. Viola ist eine wohlhabende Bürgerliche, deren Sohn Andrea an schweren psychischen Problemen leidet. Stefania ist eine selbstzentrierte, radikal-schicke Schriftstellerin. Dadina ist der kleinwüchsige Redakteur der Zeitung, für die Jep arbeitet. Jeder Freund repräsentiert eine andere Facette der römischen Oberschicht, und jeder versagt, Jeps Hunger nach Bedeutung zu stillen.

Die zentrale Spannung des Films rührt von Jeps kreativem Block her. Er schrieb vor Jahren ein Buch, „Das Menschengerät“, und hat seitdem nichts mehr veröffentlicht. Sein Ruhm als Kritiker und seine zahlreichen Auszeichnungen haben ihn nicht dazu bewogen, wieder zu schreiben. Faulheit spielt dabei eine Rolle, aber das größere Problem ist eine kreative Lähmung, die ihn daran hindert, der oberflächlichen Welt um ihn herum zu entkommen.

Elisas Tagebuch verändert alles ( )

An einem Morgen trifft Jep den Ehemann von Elisa, seiner ersten und wahrscheinlich einzigen Liebe. Der Mann teilt mit, dass Elisa gestorben ist und ein Tagebuch zurückgelassen hat. Darin schreibt sie von ihrer Liebe zu Jep, ein Geständnis, das ihr Ehemann zu spät entdeckt. Diese Entdeckung erschüttert Jeps Selbstgefälligkeit. Er beginnt, die Leere seines Lebens zu erkennen, während er weiterhin seine Freuden genießt. ( )

Der emotionale Kern des Films liegt in Jeps Erkenntnis, dass die Welt, die er aufgebaut hat, eine Fiktion ist, ein Roman, den er seit seiner Jugend auslebt. Das Céline-Zitat dient als Rahmen für den Film und erinnert das Publikum daran, dass Jeps Reise von Leben zu Tod völlig imaginär ist. ( )

Wo es nicht so gut funktioniert ( )

Nicht alles trifft den Nerv. Einige Nebenstränge wirken wie Skizzen und keine Geschichten, und ein paar Charaktere existieren hauptsächlich, um Farbe zu liefern, anstatt Tiefe. Auch das Tempo des Films kann in seinem mittleren Abschnitt ins Stocken geraten, wenn die Handlung verweilt, während Sorrentino Rom’s visuellem Glanz frönt. ( )

Dies sind Kleinigkeiten gegen einen Film, der ansonsten ambitioniert und selbstbewusst ist. ( )

Die Zahlen ( )

  • Titel: La grande bellezza (La grande bellezza) ( )
  • Regie: Paolo Sorrentino ( )
  • Drehbuch: Umberto Contarello, Paolo Sorrentino ( )
  • Laufzeit: 142 Minuten ( )
  • Budget: 9,2 Millionen Euro ( )
  • Einspielergebnisse: Weltweit über 24 Millionen Dollar
  • Auszeichnungen: Gewann den Preis für den besten internationalen Film bei den 86. Academy Awards, einen Golden Globe und den BAFTA

Das Urteil

„La Grande Bellezza“ ist ein fehlerhaftes, aber unverzichtbares Werk des Kinos. Seine Stärken – Servillos Leistung, Sorrentinos Regie, die atemberaubende Kinematografie – überwiegen seine Schwächen. Es ist ein Film über das Altern, über das Scheitern des Wachstums und über den eigentümlichen Trost, in einer Welt zu leben, von der man weiß, dass sie nicht real ist. Es ist lustig, traurig, wunderschön und gelegentlich erschöpfend, aber nie langweilig.

Der Film ist eine Erinnerung daran, dass manchmal der beste Weg, die Welt zu sehen, darin besteht, sie zu verlassen, wenn auch nur für einen Moment.

Bewertung: 8,6 von 10

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