Tecmos Rygar kam 1986 in die Spielhallen, mit einer Waffe, die niemand zuvor gesehen hatte. Der Diskarmor ist ein rasiermesserscharfer Schild an einer langen Kette, der wie ein Jo-Jo geschleudert und wieder in die Hand des Helden zurückgezogen wird. Diese eine Idee trägt das Spiel weiter, als es seine dünne Geschichte je könnte.
Der legendäre Krieger und der Diskarmor
Rygar ist ein Side-Scrolling-Plattformer. Der Spieler bewegt sich von links nach rechts, springt, duckt sich, greift an und klettert an Seilen. Der Diskarmor bietet einen standardmäßigen Angriff nach vorne, einen geschwungenen Überkopfschlag und einen Angriff aus der Luft. Rygar kann Gegner außerdem kurz betäuben, indem er auf ihre Köpfe springt.
Es gibt keine Lebensanzeige. Eine Berührung durch einen Gegner oder ein Projektil tötet Rygar sofort, und ein Sturz von einer Plattform tut dasselbe. Diese Regel macht jeden Bildschirm zu einer kleinen Verhandlung.
Ligar wartet im Thronsaal
Das Arcade-Original kümmert sich kaum um die Handlung. Ein Vorspann setzt die Szene: „4,5 Milliarden Jahre sind seit der Erschaffung der Erde vergangen. Viele Herrscher regierten in all ihrer Pracht, doch die Zeit war ihr größter Feind und sie besiegte ihre Herrschaft. Und nun beginnt die Herrschaft eines neuen Herrschers…“
Dieser neue Herrscher ist Ligar, ein Monster mit dem Körper eines großen menschlichen Mannes und dem Kopf eines Löwen. Er kann große Entfernungen springen. Am Ende kämpft Rygar in einem großen Thronsaal gegen ihn, und nach dem Sieg erscheint eine Menge, um zu feiern. Der Schlusstext lautet: „Der Frieden ist wieder in die Welt gekommen. Eine neue wiederauferstandene Bedrohung könnte dich erneut [sic] herausfordern.“
Eine Figur, zwei Namen
Im japanischen Arcade-Spiel ist der Held namenlos — nur „Legendary Warrior“. Der Endgegner hieß ライガー, was in lateinischen Buchstaben entweder als „Rygar“ oder „Ligar“ geschrieben werden kann, weil die Silben „Ry“ und „Li“ vom selben japanischen Schriftzeichen stammen. Als das Spiel ins Englische übersetzt wurde, behielt der Bösewicht den Namen Ligar und der Held wurde fälschlich Rygar genannt. Die Namensverwirrung ist Teil der Identität des Spiels.
Eine Portierung, die die Karte erschuf
Die NES-Version erschien 1987, und sie ist diejenige, die zählt. Nintendo veröffentlichte die NES-Version in jenem Jahr sogar in Spielhallen. Während das Arcade-Original fast keine Handlung hatte, wurde sie in der Konsolenumsetzung erweitert: Ligar hat das Land Argool übernommen, und Rygar ist ein toter Krieger, der aus seinem Grab auferstanden ist. Hinweise und begrenzte Dialoge stammen von großen, weisen Männern, die in steingrünen Tempeln zu finden sind.
| Version | Jahr | Anmerkungen |
|---|---|---|
| Arcade | 1986 | Original, minimale Handlung |
| NES | 1987 | Erweiterte Handlung, RPG-Elemente |
| Commodore 64 | 1987 | Schlecht aufgenommen |
| ZX Spectrum | 1987 | Schlecht aufgenommen |
| Amstrad CPC | 1987 | Schlecht aufgenommen |
| Master System | 1988 | Anderer Endtext |
| Atari Lynx | 1990 | Erweiterte Handlung |
Warum die NES-Version immer noch überzeugt
Die NES-Portierung integriert RPG-Elemente in einen Standard-Plattformer, und diese Kombination ist der Grund, warum sie inzwischen als wichtiges frühes Beispiel des Metroidvania-Subgenres anerkannt wird. Die Portierungen für Commodore, Spectrum und Amstrad wurden schlecht aufgenommen, insbesondere wegen ihrer Grafik. Die NES-Version ist die, die Ihre Zeit wert ist.
Auch das Power-up-System verdient Anerkennung. Sun Power ersetzt den kreisförmigen Angriff durch einen geraden Überkopfschlag. Crown Power tötet mehrere Gegner mit einem Treffer. Cross Power gewährt vorübergehende Unverwundbarkeit. Tiger Power lässt Rygar durch Springen töten. Star Power erweitert die Reichweite des Diskarmor. Keines von ihnen ist dauerhaft – sie verschwinden, wenn Rygar stirbt.
Was die Schwierigkeit tatsächlich bewirkt
Die Ein-Treffer-Todesregel ist das gesamte Design. Es klingt grausam, und das ist es auch, aber es zwingt den Spieler, Gegnermuster zu lernen, anstatt Treffer einzustecken. Das Feuermonster, das erscheint, wenn der Timer eines Levels abläuft, ist eine grobe Lösung gegen Zeitvergeudung, aber es hält das Tempo ehrlich.
Rygar ist kein perfektes Spiel. Das Arcade-Original ist eine Skizze, und die schwächeren Heim-Portierungen sind eine Warnung vor fauler Konvertierung. Aber die NES-Version nahm eine seltsame Waffe und eine noch seltsamere Prämisse und baute etwas Dauerhaftes um sie herum.
7,6 von 10.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.









