David F. Sandbergs Lights Out läuft 81 Minuten. Die Prämisse ist eine einzige Regel – die Frau im Dunkeln kann dich nicht erreichen, wenn das Licht an ist – und diese Regel ist der gesamte Motor des Films. Was der Film damit macht und wie lange er dich halten kann, ist die ganze Frage.
Trailer, via Warner Bros..
Eine Silhouette in der Textilfabrik
Der Film beginnt nach Ladenschluss in einer Textilfabrik. Esther, gespielt von Lotta Losten, verabschiedet sich von ihrem Chef Paul, gespielt von Billy Burke. Auf dem Weg nach draußen sieht sie die Silhouette einer Frau mit klauenartigen Händen. Die Gestalt verschwindet, als das Licht angeht, und kehrt zurück, als es ausgeht. Paul begegnet derselben Frau. Er schließt sich in einem Büro ein und wird getötet, als das Licht ausgeht.
Diese kalte Eröffnung ist der Film in Miniatur, und sie ist die beste Sequenz, die Sandberg inszeniert. Keine Vorgeschichte, keine Erklärung, nur eine Frau, ein Flur und ein Schalter. Der Werbeslogan – „Du hattest recht, dich vor der Dunkelheit zu fürchten“ – leistet hier ehrliche Arbeit. Der Spielfilm basiert auf Sandbergs eigenem Kurzfilm von 2013, und die Eröffnung behält die Ökonomie des Kurzfilms bei.
Martin, Sophie und die Frau namens Diana
Einige Zeit später sieht Pauls Sohn Martin, gespielt von Gabriel Bateman, seine Mutter Sophie, gespielt von Maria Bello, mit etwas im Dunkeln sprechen. Sophie tröstet ihn. Als Martin zurück ins Bett geht, sieht er eine Gestalt im Schatten hinter ihr und schließt sich in seinem Zimmer ein.
Martin hat zunehmend Mühe, in der Schule wach zu bleiben. Die Krankenschwester kann Sophie nicht erreichen, also wird Pauls Stieftochter Rebecca, gespielt von Teresa Palmer, hinzugezogen. Eine Mitarbeiterin des Kinderschutzdienstes befragt Rebecca zu Martins Lebensumständen. Rebecca sagt, Sophie nehme Antidepressiva.
Martin erzählt Rebecca, ihre Mutter habe mit einer Frau namens Diana gesprochen. Rebecca sagt ihm, Diana sei nicht real. Sie habe ihre Mutter als Kind ebenfalls mit dem imaginären Mädchen sprechen hören. In Martins Haus streitet Rebecca mit Sophie, als sie erkennt, dass ihre Mutter ihre Medikamente nicht nimmt. Sophie beschuldigt Rebecca, sie verlassen zu haben, so wie es Rebeccas Vater getan habe. Rebecca nimmt Martin mit in ihre Wohnung. In dieser Nacht kommt dieselbe schattenhafte Frau, die Paul getötet hat, um Rebecca zu holen. Sie entkommt, indem sie das Licht einschaltet.
Die Besetzung füllt die Rollen, die das Drehbuch braucht:
- Teresa Palmer als Rebecca, die Halbschwester, die ging und zurückkommt
- Maria Bello als Sophie, die Mutter, die aufhörte, ihre Medikamente zu nehmen
- Gabriel Bateman als Martin, der Junge, der sieht, was Erwachsene nicht sehen
- Alexander DiPersia als Bret, Rebeccas Freund
- Alicia Vela-Bailey als Diana, die Antagonistin
- Billy Burke als Paul, Martins Vater, getötet in der Eröffnung
Was die Laufzeit erkauft
Die Laufzeit ist an sich kein Fehler. Lights Out hat kein Fett. Der Film hat eine Idee und keinen zweiten Akt. Diana ist eine Kreatur von reiner Mechanik. Sie kommt im Dunkeln. Sie hält bei Licht an. Sie ist an Sophie gebunden, und der Film behandelt diese Bindung als Erklärung, obwohl sie nur eine Prämisse ist.
Eric Heisserer schrieb das Drehbuch, und die Produzenten sind Heisserer, Lawrence Grey und James Wan. Wans Name ist der Hinweis. Dies ist ein Film, der von Leuten gemacht wurde, die wissen, wie man ein Monster und eine Regel verkauft. Was sie nicht gebaut haben, ist ein Grund, sich um die Menschen zu kümmern, die das Monster verfolgt. Sophies Weigerung, ihre Medikamente zu nehmen, ist der eine Versuch des Films, menschlichen Schaden zu zeigen, und Bello spielt ihn mit echtem Gewicht. Das Drehbuch gibt ihr nicht genug Raum.
Die Mechanik ist sauber. Licht an, sie ist weg. Licht aus, sie ist da. Sandberg inszeniert es gut, und der Film wurde von Juni bis August 2015 in Los Angeles gedreht. Er spielte 148 Millionen Dollar ein bei einem Budget von 4,9 Millionen Dollar. Eine Fortsetzung ist in Entwicklung. Der Einspielergebnis ist die Zahl, die die Branche lesen wird, und es ist die Zahl, die für was auch immer als Nächstes kommt, am wichtigsten ist.
Wo die Regel bricht
Hier ist, was zählt. Die veröffentlichte Kritikerwertung ist 5,8 von 10 — Metacritic 58 von 100 — und das ist die richtige Zahl, denn Lights Out ist ein guter Kurzfilm, der zu einem Spielfilm gestreckt wurde, der seine zusätzliche Zeit nie verdient.
Die Rangfolge dessen, was funktioniert, ist nicht knapp:
- Die Eröffnungssequenz in der Fabrik, die wirklich furchteinflößend ist
- Maria Bellos Darstellung der Sophie, der einzigen Figur mit einem Innenleben
- Der Lichtschalter-Mechanismus selbst, der schlicht und sauber ist
- Alles, was der Film unternimmt, um Diana zu erklären, also nichts
Der Film hatte seine Weltpremiere beim Los Angeles Film Festival am 8. Juni 2016, und Warner Bros. Pictures brachte ihn am 22. Juli 2016 in den Vereinigten Staaten und Kanada in die Kinos. Er kam als Sommer-Horrorfilm mit einem Aufhänger, den man auf ein Plakat setzen konnte, und lieferte genau das.
Das Urteil lautet, dass Lights Out eine Vorführung ist, keine Geschichte. Sandberg beweist, dass er aus einem Flur und einem Lichtschalter Spannung aufbauen kann. Der Film versucht ständig, einen Grund für die Existenz Dianas zu finden, und findet nie einen. Der Horror ist echt. Der Film drumherum ist dünn.
5,8 von 10.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





