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Tower of God Rezension: Bam erklimmt den Turm auf der Suche nach Rachel

Ein Junge steigt in einem Reich voller Aufseher und Geheimnisse einen hoch aufragenden Bau empor, auf der Suche nach seiner verschwundenen Schwester.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
A youth climbs a towering structure amid shifting chambers and overseers.

Tower of God ist eine Anime-Serie aus dem Jahr 2020, die auf dem gleichnamigen Webtoon basiert. Sie folgt Bam, einem Jungen, der die titelgebende Struktur betritt, um seine ältere Schwester Rachel zu suchen, die vor Jahren verschwunden ist. Die Serie umfasst 13 Episoden in einer Staffel und hat sich den Ruf erworben, dicht, visuell beeindruckend und emotional fordernd zu sein.

Trailer, via Crunchyroll.

Bams Ankunft

Bam steht im Zentrum der Geschichte. Er ist tollpatschig, neugierig und zutiefst loyal gegenüber Rachel, von der er glaubt, dass sie an der Spitze des Turms auf ihn wartet. Seine Reise beginnt mit dem einfachen Wunsch, sie wiederzusehen, doch schnell wird daraus ein Kampf ums Überleben. Die Serie verwendet ihre frühen Episoden darauf, Bams Beziehung zu Rachel zu etablieren, und die emotionalen Einsätze bleiben durchweg hoch.

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Die Nebenbesetzung ist groß und vielfältig. Da ist Rayos, ein erfahrener Krieger, der als Bams Führer dient; Nanox, ein mysteriöses Mädchen, das mehr über den Turm zu wissen scheint, als sie preisgibt; und Ikan, ein erbarmungsloser Jäger, der zu einem wiederkehrenden Antagonisten wird. Jede Figur bringt eine eigene Perspektive in die Geschichte ein, und ihre Interaktionen treiben einen Großteil der Handlung voran.

Die Webtoon-Ursprünge

Tower of God entstand als Webtoon, und die Serie respektiert diesen Ursprung. Die Welt wird von Grund auf neu erschaffen, mit eigenen Regeln, Fraktionen und Geheimnissen. Der Turm selbst ist eine massive vertikale Struktur, die in Etagen unterteilt ist, von denen jede von einem mächtigen Aufseher regiert wird. Die Serie zieht die Zuschauer durch sorgfältigen Weltenbau, detaillierte Visuals und einen stetigen Spannungsaufbau in diese Welt hinein.

Der Einfluss des Webtoons zeigt sich im Tempo. Die Episoden neigen dazu, langsamer zu sein als bei Standard-Anime, und verwenden viel Zeit auf Charakterentwicklung und Weltenbau, bevor die Action einsetzt. Diese Herangehensweise kann Zuschauer frustrieren, die schnelle Schnitte gewohnt sind, doch sie zahlt sich im Verlauf der Staffel aus.

Die Kunstrichtung

Die Animation ist der Bereich, in dem Tower of God wirklich glänzt. Die Serie verwendet eine Mischung aus handgezeichneten und digitalen Techniken und schafft so einen unverwechselbaren visuellen Stil, der sowohl organisch als auch futuristisch wirkt. Die Architektur des Turms ist weitläufig und fremdartig, mit hoch aufragenden Türmen, verborgenen Kammern und sich verändernden Landschaften, die sich von Etage zu Etage wandeln.

Die Charakterdesigns sind ausdrucksstark und einprägsam. Bams weitäugige Unschuld steht in scharfem Kontrast zu den verhärteten Gesichtern der Bewohner des Turms. Die Farbpalette wechselt je nach Schauplatz, wobei einige Etagen in helles Licht getaucht und andere in Schatten gehüllt sind.

Die Musik

Die Musik ist sparsam, aber wirkungsvoll. Die Serie setzt auf Stille ebenso sehr wie auf Klang und lässt in vielen Szenen die Bilder das Gewicht der Emotionen tragen. Wenn die Musik einsetzt, ist sie meist orchestral und dramatisch und steigert sich während Schlüsselmomenten des Konflikts oder der Offenbarung zu Crescendi.

Das Tempo der Handlung

Der mittlere Teil der Staffel verlangsamt sich deutlich. Manche Zuschauer empfinden das Tempo als frustrierend, da ganze Episoden der Vorgeschichte oder Charakterinteraktionen gewidmet sind, die für die Haupthandlung nebensächlich wirken. Andere argumentieren, dass dieses langsame Brennen die für das Finale notwendige Spannung aufbaut.

Der letzte Abschnitt zieht deutlich an. Die Serie liefert eine Auflösung, die dem Aufbau gerecht wird, indem Bam sich der Wahrheit über Rachel und der Natur des Turms selbst stellt. Das Ende ist offen und lässt Raum für eine mögliche zweite Staffel, obwohl nichts angekündigt wurde.

Die kritische Rezeption

Tower of God hat sowohl von Kritikern als auch von Fans positive Bewertungen erhalten. Die Wertung von 8,1 von 10 spiegelt allgemeine Anerkennung für den Ehrgeiz, die visuelle Umsetzung und den emotionalen Kern wider, auch wenn das ungleichmäßige Tempo und die gelegentlich undurchsichtige Erzählweise eingeräumt werden.

Die Stärken der Serie sind klar. Sie erschafft eine fesselnde Welt, bevölkert sie mit interessanten Charakteren und erzählt eine Geschichte, die Geduld belohnt. Auch die Schwächen sind sichtbar: der langsame mittlere Abschnitt und die gelegentlich verwirrende Wendung können die Ausdauer eines Zuschauers auf die Probe stellen.

Wichtige Fakten

  • Titel: Tower of God
  • Format: Anime-Serie
  • Jahr: 2020
  • Episoden: 13
  • Staffel: Eins
  • Bewertung: 8,1 von 10

Fazit

Tower of God ist eine lohnende, wenn auch nicht perfekte Serie. Sie verlangt Aufmerksamkeit und Geduld, bietet aber eine reiche Welt, einen fesselnden Helden und ein zufriedenstellendes Ende. Am besten genießen Zuschauer die Serie, die bereit sind, Zeit in ihren langsamen Aufbau zu investieren, und diejenigen, die dies tun, werden durch die Auflösung des Finales belohnt.

Bewertung: 8,1 von 10.

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