Tron ist ein Film über einen Programmierer, der in einen Computer hineingezogen wird und gegen ein riesiges Schachprogramm kämpft, um die Kontrolle über die Maschine zu erlangen. Es ist auch, in gleichem Maße, ein Film über einen Programmierer, der in einen Computer hineingezogen wird und gegen ein riesiges Schachprogramm kämpft, um die Kontrolle über die Maschine zu erlangen. Die beiden Hälften treffen sich nicht ganz.
Steven Lisberger inszeniert nach einem Drehbuch, das er mit Bonnie MacBird schrieb, und das Ergebnis ist ein Film, der gleichzeitig zwei Dinge sein will: eine warnende Geschichte über Diebstahl in Unternehmen und ein Spektakel, das auf Neon-Geometrie basiert. Es gelingt ihm meistens, das Spektakel zu beeindrucken, aber nicht die warnende Geschichte.
Trailer, über Disney Plus.
Der Arcade-Hack
Die Ausgangssituation ist einfach. Kevin Flynn, gespielt von Jeff Bridges, ist ein ehemaliger Mitarbeiter von ENCOM, der glaubt, das Unternehmen habe seine Arbeit gestohlen. Er hackt sich mit einem Programm namens CLU in die Hauptsteuerung ein, um Beweise zu finden. Das Master Control Program, oder MCP, fängt ihn und lädt ihn in die Maschine hoch. Dort werden Computerprogramme zu lebenden Wesen, und Flynn wird Teil des Spiels, das er hacken wollte.
Bruce Boxleitner spielt Alan Bradley, Fly nns Freund und Mitprogrammierer, und David Warner spielt Ed Dillinger, den ENCOM-Manager, der Fly nns Arbeit stahl. Warner spricht auch den MCP, eine abtrünnige KI, die ein von Dr. Walter Gibbs erstelltes Schachprogramm annektiert hat. Cindy Morgan spielt Dr. Lora Baines, Alans Freundin und Gibbs‘ Kollegin, während Barnard Hughes Gibbs selbst und ein Schutzprogramm namens Dumont spielt.
Das menschliche Drama ist dünn. Flynn ist ein Code, Alan ein loyaler Sidekick und Dillinger ein Cartoon-Schurke. Der eigentliche Motor des Films ist die digitale Welt selbst, ein Raster aus leuchtenden Linien und farbigen Figuren, das sich mit einer seltsamen Anmut bewegt.
Im Grid
Die zentrale Sequenz des Films beinhaltet Fly nns Rennen durch eine digitale Landschaft, während er von einem Lichtrad verfolgt wird. Es ist ein spannendes Set-Piece, voller Geschwindigkeit und Gefahr, und es bleibt der stärkste Moment des gesamten Films. Die Animation, eine Mischung aus von hinten beleuchteten Zeichnungen und frühen Computer-Grafiken, wirkt besser als fast alles andere aus seiner Ära.
Der Film hat eine offensichtliche Ambition. Es ist einer der frühesten Versuche des Kinos mit umfangreicher computergenerierter Bildsprache, und die Ergebnisse sind oft beeindruckend. Die digitale Welt fühlt sich lebendig an, wie es nur wenige andere Filme seiner Zeit versuchten.
Aber die Ambition ist auch seine Schwäche. Der Film interessiert sich weniger für das Erzählen einer kohärenten Geschichte als für das Vorführen seiner Effekte. Szenen laufen zusammen, und das Tempo sackt in Abschnitten ab, in denen der Film in eine Exposition über die Struktur des MCP abgleitet.
Der Kampf gegen den MCP
Der Höhepunkt, in dem Flynn dem MCP direkt gegenübersteht, ist ein angespanntes Set-Piece, das auf den besten Ideen des Films aufbaut. Es ist ein Kampf zwischen einem Mann und einer Maschine, und er wirkt wie ein echter Kampf.
Aber die Auflösung ist abrupt. Der MCP wird besiegt, und Flynn kehrt in die reale Welt zurück, aber der Film endet, bevor er die Bedeutung seines eigenen Endes voll verdient hat. Der Einsatz, der nie ganz klar war, wird überstürzt gelöst.
Ein gemischtes Erbe
Tron war ein moderater Erfolg an der Kinokasse und erhielt gemischte Kritiken. Kritiker lobten seine technische Ambition, stellten aber sein Geschichtenerzählen in Frage. Diese Einschätzung trifft auch heute zu. Der Film ist ein Meilenstein in den visuellen Effekten, aber es ist eine schwache Geschichte, die einen Meilenstein umgibt.
Es ist erwähnenswert, dass der Einfluss des Films weit über seine eigene bescheidene Laufzeit hinausgeht. Seine digitale Welt hat Jahrzehnte der Science-Fiction-Kino geprägt, und seine Ideen über virtuelle Realität wirken weiterhin nach. Aber der Film selbst bleibt eine Kuriosität, ein technisches Wunderwerk, das nie ganz herausgefunden hat, was es mit seiner eigenen Prämisse anfangen sollte.
Der Film ist ein Produkt seiner Zeit, und das zeigt sich. Der Dialog ist steif, die schauspielerische Leistung ist funktional, und das Tempo ist ungleichmäßig. Aber die Welt, die er erschafft, ist wirklich seltsam und schön, und das zählt etwas.
Schlüsselpersonen
- Kevin Flynn — Jeff Bridges, ehemaliger ENCOM-Programmierer
- Alan Bradley — Bruce Boxleitner, Flynn’s Arbeitspartner
- Ed Dillinger — David Warner, ENCOM-Geschäftsführer
- Dr. Lora Baines — Cindy Morgan, Alans Freundin
- Dr. Walter Gibbs — Barnard Hughes, ENCOM-Mitbegründer
- Master Control Program — David Warner, gesprochen von Warner
Der Veröffentlichungsterminplan
| Datum | Ereignis | | — | — | — | | 1976 | Lisberger sieht Pong und beschließt, Tron zu machen | | 1976–1982 | Animationsstudio entwickelt das Projekt | | 9. Juli 1982 | Film veröffentlicht von Buena Vista Distribution
Der Film ist ein Meilenstein in den visuellen Effekten, aber eine schwache Geschichte, die diesen Meilenstein umgibt. Tron ist ein Film, den man sehen sollte, wenn auch nur für seinen Ehrgeiz, selbst wenn dieser Ehrgeiz seine Umsetzung übersteigt. Es ist ein fehlerhafter Klassiker, ein technischer Meilenstein, der als Geschichte verkleidet ist, die nie ganz ankommt.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





