„The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 1“ beginnt mit Bellas und Edwards Hochzeitstag und verbringt die nächsten zwei Stunden fast ausschließlich damit. Der Film ist ein langsames Brennen aus Zeremonie, Kuchen und einem Hochzeitsurlaub, der sich bis zum finalen Akt erstreckt, in dem endlich das Baby ins Spiel kommt.
Regisseur Bill Condon übernimmt von Chris Weitz, und die Veränderung ist sichtbar. Wo Weitz die Reihe in Richtung Drama drängte, setzt Condon auf einen Rhythmus aus erweiterten Szenen und ruhiger Hausmannschaft. Das Ergebnis ist ein Film, der weniger wie ein Film und mehr wie ein abendfüllendes Hochzeitsvideo mit einem übernatürlichen Twist wirkt.
Trailer, via The Twilight Saga.
Die Hochzeit
Die erste Stunde ist ein stetiger Reigen aus weißen Kleidern, Gelübden und Gästen. Bella (Kristen Stewart) wirkt den größten Teil der Zeit verängstigt, was eine zutreffende Interpretation ihres Charakters ist. Edward (Robert Pattinson) wirkt gelangweilt, was eine zutreffende Interpretation des Films ist.
Die Zeremonie selbst ist ein Muster von stumpfer Effizienz. Es gibt keine Spannung, keinen Nervenkitzel, keinen Grund, sich darum zu kümmern, außer der Tatsache, dass diese beiden Menschen sich lieben. Das ist an sich kein Verbrechen, aber es ist ein Problem, wenn der gesamte Film darum herum aufgebaut ist.
Die Hochzeitsreise
Nach der Zeremonie folgt die Hochzeitsreise, die hauptsächlich aus einer Reihe von Aufnahmen des Paares besteht, das sich an Stränden sonnt, über die Zukunft spricht und den Elefanten im Raum ausweicht. Der Elefant ist das Baby, das Bella ausgetragen. Der Film behandelt die Schwangerschaft als Handlungselement und nicht als Charakterentwicklung.
Stewart und Pattinson teilen eine Chemie, die schon immer das stärkste Kapital der Reihe war. Hier ist sie unter Schichten von Exposition und Zeitlupe begraben. Ihre Szenen zusammen sind die besten Momente des Films, aber sie sind rar gesät.
Die Cullens kommen an
Die Familie trifft am Hochzeitsreiseort in einem Konvoi von Autos ein. Sie streiten, sie nörgeln, sie sorgen sich um das Baby. Hier beginnt der Film endlich, einer richtigen Erzählung zu ähneln. Die Ankunft der Cullens bringt Konflikt, und Konflikt ist das, was die Reihe braucht.
Das Problem ist, dass der Konflikt oberflächlich ist. Die Cullens sind besorgt wegen des Babys, weil es halb Vampir, halb Mensch sein könnte. Das ist zwar berechtigt, aber der Film behandelt es wie einen Witz und nicht wie eine Bedrohung. Die Spannung verflüchtigt sich fast, sobald sie entsteht.
Die Geburt
Der Höhepunkt des Films ist die Geburt. Bella geht in die Arbeitsstube, Edward ist panisch, und das Baby wird geboren. Die Szene ist angespannt, aber auch gehetzt. Der Film hat so viel Zeit damit verbracht, auf diesen Moment aufzubauen, dass die Belohnung unvollständig wirkt.
Das Baby heißt Renesmee. Das ist eine Tatsache. Der Film erklärt nicht, warum der Name gewählt wurde, und es spielt auch keine Rolle. Was zählt, ist, dass das Baby jetzt existiert, und der Film endet damit, dass die Familie sich um das Gitterbett versammelt hat.
Der technische Aspekt
Der Film ist technisch kompetent. Die Kinematografie ist sauber, der Sounddesign ist klar, und der Schnitt ist flüssig. Nichts davon ist bemerkenswert. Die Musik schwillt in den richtigen Momenten an, ist aber generische Musik für romantische Filme und nicht etwas Unvergessliches.
Die Leistungen sind ausreichend. Stewart ist besser als Pattinson, der in seinem eigenen Akzent verloren zu sein scheint. Der Nebencast ist in Ordnung, obwohl keiner von ihnen genug Material bekommt, um seine Anwesenheit zu rechtfertigen.
Das Urteil
„The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 1“ ist ein Film, der sein Publikum versteht. Es weiß, dass die Fans sehen wollen, wie Bella und Edward heiraten, und es gibt ihnen das. Es weiß auch, dass die Fans das Baby sehen wollen, und es gibt ihnen das auch. Was es nicht versteht, ist das Tempo, die Spannung oder die Notwendigkeit von Einsätzen.
Der Film ist kein Misserfolg. Er ist eine Enttäuschung. Er ist ein Film, der gut sein könnte, aber es nicht sein wollte.
„Bella ist panisch.“
Dieser Satz fasst die gesamte Erfahrung zusammen. Der Film ist furchterregend langsam, und er hat Angst, Risiken einzugehen.
| Element) | Effekt) |
|---|---|
| Hochzeitszenen) | Stumpf, wattiert) |
| Flüzzenzenen) | Entspannend, unmemorabel) |
| Familienankunft) | Leicht interessant) |
| Geburtsszene) | Enttäuschend) |
| Gesamttenor) | Nicht inspirierend) |
„The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 1“ ist ein Film, der seinen Kern-Fanstamm zufriedenstellen wird. Er wird keine neuen Anhänger gewinnen und niemandem etwas bieten, der eine Geschichte erwartet hat. Es ist ein Übergangsfilm, und dieser Übergang gelingt ihm nicht.
Wertung: 4,5 von 10.
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