Nick Frost und Simon Pegg haben „Truth Seekers“ um eine einfache Prämisse herum aufgebaut: zwei Breitbandtechniker jobben nebenbei als Amateur-Geisterjäger und filmen ihre paranormalen Begegnungen für einen YouTube-Kanal. Die Serie ist eine Komödie, aber sie will mehr sein. Sie will den Zuschauer erschrecken und gleichzeitig zum Lachen bringen. Diese Spannung definiert jede Episode.
Die Prämisse funktioniert, weil Frost und Pegg Charaktere spielen, die genauso gewöhnlich sind wie die Leute, die sie jagen. Gus Roberts ist ein Breitbandinstallateur für Smyle Internet, den Nummer-Eins-Techniker des Landes. Er ist auch ein begeisterter Ermittler im Paranormalen. Sein Chef, David, stellt ihn Elton John zur Seite, einem neuen Mitarbeiter bei Smyle, der weniger begeistert von der Geisterjagd ist. Die beiden schließen schnell Freundschaft und arbeiten sowohl beruflich als auch in der paranormalen Welt zusammen.
Trailer, über Prime Video.
Gus und Elton
Frost spielt Gus als einen Mann, der verloren ist und in vielen Lebensbereichen nach Wahrheit sucht. Diese Beschreibung passt perfekt auf den Charakter. Er ist neugierig, tollpatschig und ernsthaft in die Arbeit investiert. Elton ist das Gegenteil. Samson Kayo spielt ihn als einen Mann, der genug von seltsamen Jobs hat, jeder davon noch seltsamer als der letzte. Er entdeckt unwissentlich geheime Gänge in den Häusern, die sie untersuchen, möchte aber lieber nicht.
Ihre Partnerschaft ist der Motor der Serie. Das dynamische Zusammenspiel der beiden Hauptdarsteller ist der Grund, warum „Truth Seekers“ zusammenhält. Wenn sie zusammenarbeiten, findet die Serie ihren Rhythmus. Wenn sie sich trennen, stockt das Tempo.
Astrid und die Geister
Astrid ist die erste große Bedrohung in der Serie. Sie ist eine junge Frau, die durch ein Haus und später ein Krankenhaus von mehreren Geistern verfolgt wird. Sie entkommt dem Krankenhaus und rennt durch die Landschaft, bevor sie Gus und Elton trifft. Emma D’Arcy spielt sie mit einer stillen Verzweiflung, die ihre Präsenz echt wirken lässt. Sie ist nicht nur eine Kulisse für die Schrecknisse. Sie ist eine Frau, die vor etwas flieht, das sie nicht erklären kann, und diese Angst überträgt sich auf die Szenen, in denen sie die Protagonisten trifft.
Malcolm McDowell spielt Richard, Gus‘ mürrischen, alternden Schwiegervater. Er ist schlecht gelaunt, desinteressiert an dem Paranormalen und eine ständige Quelle der Reibereien. Susan Wokoma spielt Helen, Eltons Schwester, eine agoraphobische und ängstliche Cosplayerin. Diese Nebenfiguren geben der Serie ihre Erdung. Sie sind diejenigen, die nicht an Geister glauben, was das zentrale Thema lustiger macht.
Die Prämisse Schränkt Sich Selbst Ein
Die Serie ist eine Komödie, aber eine Komödie, die eine Horrorserie sein möchte. Diese Ambition ist bewundernswert. Das Problem ist, dass die Prämisse selbst einschränkend ist. Gus und Elton sind Breitbandtechniker. Sie sind keine ausgebildeten Ermittler. Sie sind nicht bewaffnet. Sie sind nicht einmal besonders intelligent. Sie sind nur zwei Typen, die auftauchen, alles filmen und hoffen, dass das Beste passiert.
Diese Einschränkung wird in den frühen Episoden zu einer Stärke. Die Serie ist am besten, wenn sie die Charaktere realistisch darstellt. Wenn sie versucht, den Horror zu verstärken, greift sie oft auf billige Jump-Scares und CGI-Geister zurück, die wie in einer Garage gemacht aussehen. Das Ergebnis ist eine Serie, die tonal inkonsistent wirkt. Eine Minute lacht man über einen Witz über einen Geheimgang, die nächste Minute soll man Angst vor einem Poltergeist haben.
Der Nebencast
Der Nebencast ist stark. Emma D’Arcy bringt eine echte Angst in Astrid hinein. Malcolm McDowell spielt Richard als einen mürrischen alten Mann, der die ganze Sache für eine Zeitverschwendung hält. Samson Kayo spielt Elton mit einem trockenem Humor, der zur Tonlage der Serie passt. Das Ensemble ist solide, aber es ist die Beziehung zwischen Gus und Elton, die die Geschichte vorantreibt.
Julian Barratt spielt Dr. Peter Toynbee. Kelly Macdonald spielt Jojo74. Taj Atwal spielt Elara, Toynbees hingebungsvolle Assistentin, die ihr Leben opfert, um seine Pläne voranzutreiben. Mike Beckingham spielt Bjorn. Jon Rumney spielt Doctor Connelly. Ranjit Krishnamma spielt Terry. Diese Charaktere existieren, um die Verschwörung voranzutreiben, sind aber größtenteils Hintergrundrauschen. Die Serie verbringt nicht genug Zeit damit, sie zu entwickeln, um sie wie echte Bedrohungen erscheinen zu lassen.
Der Payoff der Verschwörung
Die Serie steuert auf eine Verschwörung hin, die die gesamte Menschheit bedrohen könnte. Das ist ein großes Versprechen. Die Show verbringt die ersten Episoden damit, die Geister, die Spukereignisse und die wachsende Gefahr zu etablieren. Dann liefert sie ein Finale, das gehetzt, unterentwickelt und letztendlich unbefriedigend ist. Der Einsatz ist hoch, aber die Gegenleistung ist hohl.
Die finalen Episoden der Show versuchen, alles miteinander zu verbinden. Sie führen einen Plan und eine Enthüllung über die Geister ein. Keiner dieser Elemente überzeugt. Die Show endet, ohne die Verschwörung vollständig aufzulösen. Das ist schade, denn die Ausgangslage war vielversprechend. Das Problem ist, dass die Show ihrem Publikum nicht zutraut, mit der Doppeldeutigkeit umzugehen. Sie eilt zu einem Schlussfolgerung, die wie ein Platzhalter anfühlt.
Vergleiche der Episoden
| Fokus | Ton |
|---|---|
| Frühe Episoden | Die Einführung der Charaktere und der Routine |
| Episoden in der Mitte | Die Einführung von Astrid und den Geistern |
| Späte Episoden | Der Aufbau zur Verschwörung |
| Finalen Episoden | Enthülle die Verschwörung und das Ende (1) |
Die Tabelle zeigt, wie die Serie den Gang verlässt. Die frühen Episoden sind leicht und lustig. Die mittleren Episoden fügen Spannung hinzu. Die späten Episoden werden düsterer. Die letzten Episoden rasen zu einem Schlussfolgerung. Diese Entwicklung ist in jeder Episode sichtbar, und genau deshalb wirkt die Serie tonal inkonsistent. (2)
Das Urteil (3)
Truth Seekers ist ein Flickenteppich. Es ist eine Serie mit einer großartigen Prämisse, einem starken Cast und einer klaren Richtung. Es ist aber auch eine Serie, die Schwierigkeiten hat, Komödie und Horror in Einklang zu bringen. Die Ambition der Serie übersteigt ihre Umsetzung. Die Witze zünden. Die Schrecknisse nicht. (4)
Die Stärken der Serie liegen in ihren Charakteren. Gus und Elton sind ein tolles Paar. Der Nebencast ist solide. Die Prämisse ist clever. Die Schwächen der Serie liegen in ihrer Struktur. Das Tempo ist ungleichmäßig. Die Schrecknisse sind schwach. Das Finale ist enttäuschend. (5)
Die Absetzung der Serie wurde von Frost über seine Instagram-Seite am 11. Februar 2021 angekündigt. Das ist schade, denn die erste Staffel hatte Potenzial. Die Absetzung bedeutet, dass die Verschwörung ungelöst bleibt. Das ist ein passendes Ende für eine Serie, die nicht ganz entscheiden konnte, was sie sein wollte. (6)
Truth Seekers ist eine Serie, die es wert ist, für die ersten paar Episoden angesehen zu werden. Es ist eine Serie, die in der Mitte an Dynamik verliert. Es ist eine Serie, die im Finale auseinanderfällt. Es ist eine Serie, die mehr verdient als sie bekommen hat. Es ist eine Serie, die besser ist, als ihr Ende vermuten lässt. (7)
Wertung: 6 von 10. (8)
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