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Widow’s Bay“: Apple TVs Geisterkomödie verdient ihre Emmys

Ein verfluchtes Dorf in Neuengland weigert sich zu sterben. Bürgermeister Tom Loftis kämpft in der düsteren Dramedy „Widow’s Bay“ von Apple TV gegen den Fluch.

Von mitch·5 Min. Lesezeit
A fog-shrouded village perched above the sea, where ghosts linger amid stone houses.

„Widow’s Bay“ will eine Horror-Komödie über eine Kleinstadt sein, die sich weigert zu sterben. Die neue übernatürliche Dramedy von Apple TV, kreiert von Katie Dippold, folgt Bürgermeister Tom Loftis, der versucht, sein Inseldorf in Neuengland in ein Touristenziel zu verwandeln – obwohl alle um ihn herum darauf bestehen, dass der Ort verflucht ist. Die Serie hatte am 29. April 2026 Premiere und wurde seitdem für eine zweite Staffel verlängert, die bis zum 16. Juni 2026 läuft.

Matthew Rhys spielt den Bürgermeister, einen Mann, der den Fluch als ein Hindernis betrachtet, das es zu überwinden gilt, und nicht als eine Warnung zu gehen. An seiner Seite sind Kate O’Flynn als Patricia Moyer, Kevin Carroll als Sheriff Bechir Clemmons, Dale Dickey als Rosemary, Kingston Rumi Southwick als Evan Loftis und Stephen Root als Wyck Crawford. Hiro Murai führt Regie und produziert.

Trailer, via Apple TV.

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Der Fluch, der nicht sterben will

Die Prämisse ist einfach und seltsam. Widow’s Bay ist seit Jahrhunderten verflucht, und der Fluch bringt übernatürliches Übel auf die Insel. Die Stadtbewohner wissen das. Der Bürgermeister nicht. Diese Spannung treibt die ganze Serie an, und sie ist der Motor, der die Komödie am Laufen hält.

Dippold baut die Serie um diesen Konflikt zwischen Glauben und Verleugnung auf. Rhys spielt Tom Loftis als einen Mann, der sowohl charmant als auch wahnhaft ist, einen Politiker, der den Fluch für eine Marketingchance hält statt für ein Gefahrenzeichen. Das Ergebnis ist eine Figur, für die man genauso leicht mitfiebern wie die Augen verdrehen kann.

Komödie und Horror, Seite an Seite

Die Serie versucht, zwei Genres auszubalancieren, die oft gegeneinander kämpfen. Die Komödie entsteht aus der Absurdität eines Mannes, der sich weigert, auf irgendjemanden zu hören, der ihm die Wahrheit sagt. Der Horror entsteht aus den tatsächlichen Bedrohungen, die der Fluch mit sich bringt, die nie vollständig erklärt, aber immer präsent sind.

Diese Balance hält nicht immer. Manche Episoden lehnen sich zu stark in den Horror, mit Jump Scares und geisterhaften Erscheinungen, die aufgesetzt wirken statt verdient. Andere Episoden lehnen sich zu stark in die Komödie, mit Witzen über den Fluch, die als trockene Beobachtungen landen statt als Lacher.

Die besten Episoden finden einen Mittelweg. Sie lassen den Schrecken langsam aufbauen, während die Witze schnell landen. Die schlechtesten Episoden fühlen sich an wie zwei separate Serien, die um die Kontrolle über den Bildschirm kämpfen.

Das Ensemble trägt die Last

Die Besetzung ist die wahre Stärke von „Widow’s Bay“. Rhys ist als Bürgermeister magnetisch und spielt jene Art von schmeichelhaftem Charme, die einen dazu bringt, ihn gleichzeitig schütteln und umarmen zu wollen. O’Flynn ist hervorragend als Patricia Moyer, die Frau, die den Fluch besser kennt als jeder andere und die Serie damit verbringt, Tom davon zu überzeugen, seine Pläne aufzugeben.

Carroll verleiht dem Sheriff Wärme, einem Mann, der den Fluch versteht, sich aber nicht dazu durchringen kann, seine Heimatstadt zu verlassen. Dickey und Southwick runden das Ensemble ab und verleihen der Serie ein Gefühl von Gemeinschaft, das die übernatürlichen Elemente in etwas Menschlichem verankert.

Roots Wyck Crawford ist als Historiker der Stadt und lokaler Exzentriker ein Highlight, eine Rolle, die es ihm erlaubt, ordentlich aufzutrumpfen, ohne die Serie ins Lagerhafte abgleiten zu lassen.

Die Emmys gewinnen

Die erste Staffel der Serie wurde von der Kritik gefeiert. Sie gewann außerdem einen Rekord von 14 Auszeichnungen bei den 78. Primetime Emmy Awards, darunter Outstanding Comedy Series, Schauspielpreise für Rhys, O’Flynn, Root und Betty Gilpin sowie Auszeichnungen für Regie und Drehbuch.

Dieser Gewinnrekord spricht für die Qualität des Drehbuchs und die Stärke der Darstellerleistungen. Er deutet auch darauf hin, dass die Serie ein Publikum gefunden hat, das sowohl ihre Komödie als auch ihren Horror schätzt.

Was funktioniert und was nicht

So gliedert sich die Serie:

  1. Der Fluch als Metapher für Verleugnung — das stärkste Thema der Serie.
  2. Rhys‘ Leistung als Bürgermeister — das stärkste Kapital der Serie.
  3. Das Ensemble — die stärkste Stütze der Serie.
  4. Die Komödie – mal scharf, mal dünn.
  5. Der Horror – mal wirkungsvoll, mal plump.

Die größte Schwäche der Serie ist ihr Tempo. Manche Episoden ziehen sich, besonders jene, die zu viel Zeit damit verbringen, den Fluch zu erklären, anstatt ihn atmen zu lassen. Die Serie stützt sich zudem stark auf ihr Ensemble, und wenn der Fokus vom Bürgermeister und seinen Machenschaften abweicht, kann der Schwung ins Stocken geraten.

Das Fazit

„Widow’s Bay“ ist ein vielversprechendes Debüt für eine Serie, die weiß, was sie sein will. Sie ist eine Komödie über einen Mann, der sich weigert, die Realität zu akzeptieren, und sie ist eine Horrorserie über eine Stadt, die sich weigert, ihre Vergangenheit loszulassen. Die beiden Seiten treffen nicht immer aufeinander, aber wenn sie es tun, ist die Serie am besten.

Die Verlängerung um eine zweite Staffel ist ein Vertrauensbeweis von Apple TV und deutet darauf hin, dass die Serie eine Formel gefunden hat, die funktioniert. Ob diese Formel über mehrere Staffeln hinweg Bestand hat, bleibt abzuwarten.

Vorerst ist „Widow’s Bay“ eine solide Bereicherung der Streaming-Landschaft. Sie ist lustig, sie ist gruselig, und sie wird getragen von einer der besten Darstellungen des Jahres. Sie ist nicht perfekt, aber sie unterhält durchweg.

Wertung: 7,8 von 10.

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