ROBLOX. VIDEOSPIELE. FILME. EIGENE ANIMATIONEN.
CLAY TRIBUNE.
Anzeige

Zwanzig Jahre später beweist „Failure to Launch“ immer noch, dass ein talentiertes Ensemble ein schlechtes Drehbuch nicht retten kann.

Ein Mann weigert sich, das Elternhaus zu verlassen, engagiert einen Interventionisten, um ihn gewaltsam herauszudrängen, wie in dieser Rezension von „Failure to Launch“ gezeigt wird.

Von mitch·10 Min. Lesezeit
A man stands outside his parents' house beside his car, holding a small sailboat model.

Tripp steckt in einer Krise. Mit 35 Jahren hat er einen guten Job, einen coolen Wagen, eine Leidenschaft fürs Segeln und einen stetigen Strom von Gelegenheitsbeziehungen. Er lebt aber immer noch bei seinen Eltern, Al und Sue, in Baltimore. Das ist der Ausgangspunkt für „Failure to Launch“, eine romantische Komödie aus dem Jahr 2006 unter der Regie von Tom Dey mit Matthew McConaughey und Sarah Jessica Parker in den Hauptrollen. Der Film will eine scharfsinnige, moderne Auseinandersetzung mit dem Problem des erwachsenen Kindes zu Hause sein. Er landet irgendwo zwischen einer Sitcom und einer warnenden Geschichte über Privilegien.

Die Prämisse ist einfach. Al und Sue sind Tripp leid. Sie sind fasziniert, als Freunde enthüllen, dass sie einen Experten engagiert haben, um ihren erwachsenen Sohn aus dem Nest zu stoßen. Diese Expertin ist Paula, gespielt von Parker, eine „Interventionistin“, die eine Formel für diese Fälle hat. Al und Sue schmieden einen Plan, sie zu engagieren, um Tripp endlich aus dem Haus zu bekommen. Was folgt, ist eine Reihe von unangenehmen Begegnungen, falschen Beziehungen und die zentrale Frage: Kann Paula Tripp wirklich verändern, oder ist er einfach zu komfortabel?

Der Film läuft 97 Minuten und wurde von Paramount Pictures am 10. März 2006 veröffentlicht. Er spielte 130,2 Millionen Dollar bei einem Budget von 50 Millionen Dollar ein. Das ist ein kommerzieller Erfolg, aber die Kritiken waren harsch. Der Film hat auf IMDb eine Bewertung von 4,7/10, und diese Zahl wirkt großzügig für jeden, der ihn sich angesehen hat.

Anzeige

Trailer, über Paramount Movies.

Tripps komfortables Leben

Tripp ist der Typ Mann, der alles bekommt, was er will. Er hat einen Job, den er genießt, ein Auto, das er liebt, und ein Dating-Leben, das hauptsächlich Spaß macht. Er hat auch ein tolles Haus, das zufällig seinen Eltern gehört. Der Film verbringt seine ersten Szenen damit, zu zeigen, wie einfach sein Leben ist. Er lädt Mädchen ein, sie sehen das Haus, und sie gehen wieder. Es ist ein Kreislauf, der funktioniert, bis Paula ins Spiel kommt.

Der Film stützt sich stark auf die Idee, dass Tripps Problem nicht die Faulheit ist. Er ist nicht faul, zumindest nicht im eigentlichen Sinne. Er hat einfach noch nie etwas versuchen müssen. Seine Eltern haben ihm alles geboten, und er hat sich nie danach gesehen, auszuziehen. Der Film behandelt dies als einen Charakterfehler, aber es ist auch ein struktureller. Tripp ist ein Mann, der noch nie Konsequenzen zu spüren hatte, und der Film scheint nicht zu wissen, was er mit dieser Erkenntnis anfangen soll.

Matthew McConaughey spielt Tripp mit einer lockeren, charmanten Energie. Er ist gutaussehend, lustig und überhaupt nicht beunruhigt von der Situation. Das ist der springende Punkt. Der Film möchte, dass wir Tripp als Opfer der Umstände sehen, untergräbt diese Lesart aber immer wieder. Er wird nicht dazu gezwungen zu bleiben. Er entscheidet sich, zu bleiben, und der Film kann sich nicht entscheiden, ob das tragisch oder einfach nur faul ist.

Paula’s Plan

Paula ist der Motor des Films. Sie ist eine Interventionistin, eine Expertin, die Erwachsene dabei hilft, aus ihren Elternhäusern auszuziehen. Sie glaubt, dass Männer weiterhin zu Hause leben, weil sie ein geringes Selbstwertgefühl haben. Ihr Ansatz besteht darin, eine Beziehung zu dem Mann aufzubauen, sein Selbstvertrauen zu stärken und dann seine Bindung von seinen Eltern auf sie zu übertragen. Es ist eine Methode, die bei ihr schon funktioniert hat, aber Tripp passt nicht ins Profil.

Er hat normale soziale Fähigkeiten, ein gutes Selbstwertgefühl und einen Job, den er gerne ausübt. Dieses Missverhältnis soll der Witz sein. Paula versucht, ihre Formel auf einen Mann anzuwenden, der keine Hilfe braucht. Der Film verbringt viel Zeit damit, Paulas Frustration zu zeigen. Sie drängt immer wieder, und Tripp wehrt sich. Das dynamische Zusammenspiel soll lustig sein, wirkt aber oft nur repetitiv.

Sarah Jessica Parker spielt Paula mit einer scharfen Kante. Sie ist keine warme, kuschelige Therapeutin. Sie ist eine Frau mit einem Job, und sie versucht, ihn zu erledigen. Der Film gibt ihr einige gute Dialogzeilen, und Parker liefert sie mit einer Mischung aus Irritation und echtem Interesse ab. Das Problem ist, dass das Drehbuch nicht weiß, was sie über ihre Rolle als Interventionistin hinaus tun soll. Sie ist eine Figur, die dazu dient, Tripp voranzutreiben, und wenn der Film versucht, sie zu komplizieren, stolpert er.

Die Freunde um sie herum

Der unterstützende Cast ist der Bereich, in dem der Film seine besten Momente findet. Tripps beste Freunde sind Demo und Ace, gespielt von Bradley Cooper und Justin Bartha. Beide leben ebenfalls noch bei ihren Eltern, was Tripps Situation weniger ungewöhnlich macht als der Film vermuten lässt. Ihre Szenen sind die natürlichsten im Film. Sie sprechen über ihr Leben, ihre Jobs und ihre Frustrationen auf eine Weise, die ehrlich wirkt.

Zooey Deschanel spielt Kit, Paulas Mitbewohnerin. Sie ist mehr an Demo als an Ace interessiert, aber Ace erpresst Paula, um ein Date mit ihr zu bekommen. Das Ergebnis ist, dass Ace und Kit sich verlieben, und Ace outet dann Paula vor Demo, der Tripp informiert. Es ist eine chaotische Kette von Ereignissen, die dem Film aber etwas Schwung verleihen. Die Freunde sind diejenigen, die einander verstehen, während die Erwachsenen immer wieder versagen, miteinander zu kommunizieren.

Terry Bradshaw spielt Al, und Kathy Bates spielt Sue. Bradshaw ist hauptsächlich eine Präsenz und spielt den Vater, der nicht ganz akzeptieren kann, dass sein Sohn nicht auszieht. Bates ist das Highlight des Duos. Sie ist diejenige, die am härtesten auf Veränderungen drängt, und ihre Szenen mit McConaughey sind die emotional fundiertesten im Film. Der Film versteht, dass Sue das eigentliche Problem hat. Sie macht sich nicht nur Sorgen um Tripp. Sie sorgt sich darüber, was es bedeutet, dass ihr Sohn nicht erwachsen geworden ist.

Das Kernproblem

Die größte Schwäche des Films ist der Mangel an einem klaren emotionalen Kern. Es ist eine Komödie über ein ernstes Thema, aber sie bekennt sich zu keiner der beiden Seiten. Sie will lustig sein, ist aber zu sehr davor zurückhaltend, die zugrunde liegende Traurigkeit zu thematisieren. Der Film dreht sich immer wieder um die Idee, dass Tripps Leben zusammengebrochen ist, als seine Verlobte starb, und seine Familie ihm Trost spendete. Das ist eine schwere Wahrheit, und der Film streift sie kaum an.

Der Film führt diese Information erst spät in der Geschichte ein und präsentiert sie fast wie einen Nebengedanken. Paula ist schockiert zu erfahren, warum Tripp zu Hause wohnt, aber der Film verbringt keine Zeit damit, zu erforschen, was das für ihn bedeutet. Das ist eine verpasste Gelegenheit. Ein Film über einen Mann, der nicht bei seinen Eltern wegziehen kann, weil er jemanden verloren hat, hätte kraftvoll sein können. Stattdessen ist es eine verpasste Gelegenheit.

„Um das Nest zu verlassen, brauchen manche Männer nur einen kleinen Schubs.“

Diese Schlagzeile erfasst den fatalen Fehler des Films. Es ist ein Witz, aber auch eine Aussage über die Absicht. Der Film baut auf der Idee auf, dass ein Schubs alles ist, was man braucht. Das ist nicht der Fall. Menschen verlassen nicht das Elternhaus wegen eines Schubs. Sie verlassen es, weil sie etwas Besseres gefunden haben, weil sie es satt haben, oder weil sie gelernt haben, alleine zu leben. „Failure to Launch“ versteht das nicht.

Der Film hat ebenfalls Probleme mit seinem Ton. Er will eine leichte Komödie sein, aber er gleitet immer wieder in Drama ab. Die Szenen mit Sue sind aufrichtig berührend, werden aber von Witzen unterlaufen, die die Emotionen zunichtemachen. Das Ergebnis ist ein Film, der nie sicher ist, was er sein will. Es ist keine Satire, es ist kein Drama, und es ist keine reine Komödie. Es ist eine verwirrte Mischung.

Das technische Können

Technisch gesehen ist der Film in Ordnung. Die Regie ist kompetent, der Schnitt ist sauber, und das Tempo ist schnell. Es gibt einige lustige Momente, hauptsächlich in den Szenen mit den Freunden. Die Chemie zwischen Cooper und Bartha ist der Höhepunkt des Films. Sie passen gut zusammen, und ihre Szenen wirken wie eine echte Freundschaft.

Der Film hat einen hellen und sauberen visuellen Stil. Er wurde in Baltimore gedreht, und die Drehorte sehen gut aus. Die Segelbootszenen sind besonders gut gelungen. Der Film weiß, wie man eine schöne Einstellung einfängt, auch wenn er nicht weiß, was er mit den Schauspielern damit anfangen soll.

Die Musik ist unvergesslich. Es ist die Art von generischer Popsoundtrack-Musik, die man in jeder Komödie dieser Ära hört. Sie fügt nichts hinzu und nimmt auch nichts weg. Sie ist einfach da.

Das Urteil

Failure to Launch ist ein Film, der etwas über das Erwachsenwerden sagen wollte und gescheitert ist. Es ist eine Komödie, die sich nicht auf ihr eigenes Thema festlegen konnte. Es ist ein Film über Verlust, der sich nicht damit auseinandersetzen wollte. Das Ergebnis ist ein Film, der angenehm anzusehen, aber schnell vergessen ist.

Der Film ist ein Produkt seiner Zeit. Er wurde zu einer Zeit gemacht, als die Geschichte des erwachsenen Kindes, das noch zu Hause wohnt, immer häufiger wurde, und Studios suchten nach Möglichkeiten, es als Unterhaltung zu verpacken. Failure to Launch versuchte, dieses Paket zu sein, und scheiterte. Es ist kein schlechter Film, aber auch kein guter. Es ist eine Komödie aus dem Mittelmaß, die in wenigen Jahren vergessen sein wird.

Die größte Stärke des Films ist sein Cast. McConaughey, Parker, Deschanel, Cooper und Bartha sind alle talentierte Schauspieler. Sie arbeiten mit einem Drehbuch zusammen, das ihnen nicht viel zu bieten hat, aber sie geben ihr Bestes. Der Film ist eine Vitrine für Schauspieler, die ihre Arbeit in einem Film leisten, der es nicht verdient.

Der größte Schwachpunkt des Films ist sein Drehbuch. Die Handlung ist dünn, die Charaktere sind flach, und die Witze sind vorhersehbar. Es gibt hier nichts, was nicht bereits anderswo besser gemacht wurde. Der Versuch des Films, klug oder geistreich zu wirken, scheitert. Es ist ein Film, der versucht, intelligenter zu wirken, als er ist.

Das Ende des Films ist ein Betrug. Tripp verlässt das Haus, aber nicht, weil er sich verändert hat. Er verlässt es, weil Paulas Plan scheitert, und er die ganze Sache leid ist. Es ist eine Ausweichlösung. Der Film hat anderthalb Stunden damit verbracht, uns zu erzählen, dass Tripp das Problem ist, und reicht ihm dann ein Segelboot und nennt es eine Lösung. Es ist unbefriedigend.

Die Bewertung von 4,7/10 ist zutreffend. Es ist ein Film, der besser ist als sein Ruf, aber nur knapp. Es ist ein Film, den man einmal sehen kann, aber nicht zweimal. Es ist ein Film, der vergessen ist, aber nicht unbedingt unangenehm. Es ist ein Film, der eine verpasste Gelegenheit darstellt, aber kein Desaster.

Der Film ist eine Erinnerung daran, dass Talent nicht alles ist. Ein talentierter Cast kann ein schlechtes Drehbuch nicht retten, und ein gutes Drehbuch kann einen schlechten Film nicht verstecken. Failure to Launch ist ein Fallbeispiel für beides. Es ist ein Film, der alles hatte, was er brauchte, um erfolgreich zu sein, aber es nicht schaffte. Es ist ein Film, den man sich ansehen sollte, nur um zu sehen, was schiefgelaufen ist.

Wesentliche Fakten – Regisseur: Tom Dey – Autoren: Tom J. Astle, Matt Ember – Laufzeit: 97 Minuten – Veröffentlichungsdatum: 10. März 2006 – Einspielergebnis: 130,2 Millionen Dollar – Budget: 50 Millionen Dollar – IMDb-Bewertung: 4,7/10

Der Film ist ein Scheitern, aber ein Scheitern, das es wert ist, untersucht zu werden. Es ist ein Film, der versuchte, etwas zu sein, was er nicht war, und dafür den Preis bezahlte. Es ist ein Film, den man sich erinnert, nicht für seine Witze, sondern für seine Lehren. Die Lehre ist einfach: Ein Film kann talentiert sein und dennoch scheitern. Und das ist die Wahrheit von Failure to Launch.

Das Notizbuch

Das Notizbuch abonnieren.

Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

Wir schicken eine Bestätigungsmail. Jede Ausgabe hat einen Abmeldelink, ein Klick genügt.

Film reviews
Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Als Amazon-Partner verdient Clay Tribune an qualifizierten Verkäufen.