InnerSpace fordert Spieler auf, nach unten zu blicken. Diese einfache Voraussetzung — über eine winzige Welt fliegen — trägt das gesamte Spiel. Es ist ein Rätselspiel über Maßstäbe, Geduld und die Kleinarbeit des Großen Seins. Die PS4-Version, die hier beurteilt wird, läuft auch auf Linux, PC und Mac, und die Kernidee hält sich auf allen drei Plattformen.
Trailer, via Aspyr.
Das Setup
Spieler steuern einen kleinen U-Boot, das durch einen riesigen Ozean gleitet. Unten brodelt das Wasser von Leben: Fischschwärme, Koralleneilande, versunkene Schiffe. Das Ziel besteht nicht darin, zu erkunden. Es besteht darin, einen Weg zu finden, kleiner zu werden, einzudringen in ein Lebewesen, und immer kleiner zu werden, bis der Spieler die Größe eines Sandkorns erreicht hat. Dann beginnt das echte Rätsel.
Jede Tauchung bringt eine neue Regel. Ein Lebewesen erfordert vielleicht eine zeitgesteuerte Folge von Knopfdrücken. Ein anderes erfordert präzise Navigation durch enge Gänge. Die Rätsel sind für das Großteil des Spiels neu, gebaut um das Eindringen in und das Verlassen von Körpern herum, nicht um Kampf oder Plattformen. Der Ozean selbst dient als Arena, und die Lebewesen darin dienen als Hindernisse und Lösungen gleichzeitig.
Kleinwerden, Auflösen
Der Kleinwerdemechanismus ist der Star von InnerSpace. Er braucht Sekunden, um vom Menschenmaß zum Mikroskopischen zu schrumpfen, und das Spiel nutzt diesen Moment wieder und wieder. Spieler schrumpfen, um durch den Mund eines Wals zu passen, schrumpfen dann noch mehr, um durch sein Blutkreislauf zu gleiten, und schrumpfen noch einmal, um in eine Zelle innerhalb einer Blutader einzudringen. Jede Ebene fügt eine neue Einschränkung hinzu.
Das Spiel erklärt diese Ebenen nicht klar. Neue Spieler verpassen oft den Zweck einer Tauchung, bis sie am Ende ankommen und die Lösung im Nachhinein sehen. Diese Verwirrung kann Spieler frustrieren, die klare Anweisungen wollen. Das Spiel vertraut so sehr auf seine eigene Vorstellung, dass es manchmal versagt, zu erklären, warum der Spieler sich für den nächsten Schritt interessieren sollte.
Probleme mit dem Tempo
InnerSpace leidet unter Problemen mit dem Tempo. Einige Levels fühlen sich gedrängt an, werfen neue Systeme auf den Spieler ohne Raum zur Übung. Andere ziehen sich hin, wiederholen dieselben Mechanismen Minutenlang, bevor etwas Neues kommt. Der mittlere Teil des Spiels zieht sich besonders merklich hin, mit wenigen neuen Ideen, um die Wiederholung zu brechen.
Die Schwierigkeitskurve stolpert auch. Frühe Rätsel hängen stark auf Instinkt und Versuch und Irrtum. Später verlangen Rätsel echtes Planen, und das Spiel macht den Übergang nicht immer glatt. Spieler, die ohne Beherrschung der Grundlagen weitermachen, stoßen am Ende auf eine Wand. Das Spiel erzählt ihnen nie, wie sie sich darauf vorbereiten sollen.
Die Präsentation steht auseinander.
Optisch ist InnerSpace beeindruckend. Der Ozean wird mit Tiefe und Farbe dargestellt, und die Tiere sind detailliert genug, um lebendig zu wirken. Die Musik passt zum Ton, still und atmosphärisch. Wenn das Spiel sich einer Szene widmet, landet es. Das Problem ist, dass diese Momente verstreut sind, nicht konsistent.
Die Präsentation funktioniert am besten in kurzen Stößen. Lange Strecken des gleichen Rätseltyps beginnen allmählich zu langweilen, selbst wenn die Bilder noch scharf bleiben. Die Stärken des Spiels reichen nicht über seine gesamte Länge hinweg. Ein beeindruckender Tauchgang gefolgt von einem langweiligen Abschnitt von Wiederholungen ist ein gängiger Rhythmus durch die gesamte Erfahrung.
Sounddesign
Das Sounddesign spielt eine wichtige Rolle in InnerSpace. Der Summlaute von Maschinen, das Rauschen des Wassers, die fernen Rufe von Walfischen — diese Klänge helfen, die Ausmaße jedes Tauchgangs zu verkaufen. Die Audio-Hinweise sind subtil, aber effektiv, leiten Spieler durch Rätsel ohne die Lösungen auszusprechen.
Das Sounddesign ist eines der wenigen Elemente, die die gesamte Länge des Spiels überdauern. Es behebt die Pacing-Probleme nicht, hilft aber, die Aufmerksamkeit während langsamer Abschnitte aufrechtzuerhalten. Selbst wenn die Aktion stockt, bleibt die Tonfolge die Stimmung erhalten.
Was gut funktioniert
- Die Schrumpf-Mechanik selbst, die neu und ansprechend bleibt von Anfang bis Ende
- Die optische Gestaltung des Ozeans und seiner Bewohner
- Die Musik, die zur Stimmung jedes Tauchgangs passt
- Die Audio-Hinweise, die Spieler durch Rätsel leiten
Was fehlt
- Die fehlenden klaren Anweisungen für neue Rätsel
- Der ungleiche Rhythmus, bei dem einige Levels zu schnell vorbeigehen und andere sich endlos hinziehen
- Die plötzliche Veränderung der Schwierigkeit mitten im Spiel
- Das Wiederholen derselben grundlegenden Rätsel
Letztes Wort
InnerSpace ist ein Spiel über Skala, und es erfasst diese Idee besser als die meisten. Die Mechanik des Verkleinerens ist tatsächlich clever, und die besten Levels vertrauen ihr vollständig. Aber das Spiel vertraut nicht seinem eigenen Konzept. Es eilt durch seine stärksten Ideen und wiederholt seine schwächsten, was den Spieler zu lange in der Mitte hängt lässt.
Das Spiel lohnt sich für die Momente, in denen es funktioniert. Diese Momente sind oft genug, um die Zeit zu rechtfertigen, obwohl der Weg zwischen ihnen rau ist. Wer Puzzlespiele mit einem einzigartigen Twist mag, wird hier etwas finden, das ihm gefällt. Wer einen glatten, gut abgestimmten Spielverlauf sucht, wird enttäuscht gehen.
InnerSpace ist eine vielversprechende Idee, die mehr Sorgfalt in der Umsetzung gebraucht hätte. Es verdient Anerkennung dafür, dass es versucht, etwas Neues zu tun, und es hält dieses Versprechen oft. Aber die Unvollkommenheiten verhindern eine Vollendung.
Punktzahl: 6.1 von 10.
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