Kingdom of Heaven beginnt mit einem Sterbenden auf einem Feld und endet mit einer Stadt im brennenden Chaos. Das ist die Grundstruktur des Films, und sie hält besser zusammen als fast alles andere, was er zu bieten hat.
Trailer, via HD Retro Trailers.
Balian kommt an
Orlando Bloom spielt Balian, einen Schmied, der seine Schmiede verlässt, um nach dem Selbstmord seines Vaters im Heiligen Land zu kämpfen. Er findet Jerusalem unter Belagerung vor, und der Film verbringt seine mittleren Stunden damit, ihm die Regeln von Krieg, Politik und Glauben beizubringen. Die Leistung ist stetig, aber das Drehbuch begräbt ihn unter zu viel Exposition.
Eva Green spielt Sibylla, die Königin von Jerusalem, und Liam Neeson spielt ihren Onkel Baldwin, den König. Ihre Szenen zusammen tragen das emotionale Gewicht des Films, selbst wenn der Dialog um sie herum ins Stocken gerät. Die Chemie ist echt, die Reden nicht.
Schlacht und Belagerung
Die Schlachtsequenzen sind der Punkt, an dem Kingdom of Heaven seine Berechtigung erlangt. Die Kavallerieangriffe, die Schildwände, das Chaos der Männer, die um heiligen Boden kämpfen – diese Sequenzen wirken mit echter Wucht. Ridley Scott inszeniert mit einem Sinn für Maßstab, das nur wenige Regisseure seiner Generation erreichen konnten, und der beste Teil des Films ist auf diese Szenen aufgebaut.
Aber der Schwung lässt nach, sobald die Belagerung vorbei ist und der Film zu Diplomatie übergeht. Die Charaktere reden miteinander über Gott, Macht und Ehre, und das Gerede wird schnell langweilig.
Der letzte Akt
Der finale Akt kommt zu spät und hetzt durch einen Kriegsrats, eine Belagerung und ein stadtweites Feuer. Es ist ein Durcheinander von Handlung, und die Themen des Films – Vergebung, Opfer, die Grenzen der Gewalt – gehen in all dem Eifer verloren. Das Ende versucht, alles zusammenzubinden, verknäult sich dabei aber nur selbst.
Was funktioniert
- Orlando Bloom trägt die frühen Stunden mit stiller Stärke.
- Eva Green und Liam Neeson verleihen der Mittegang eine spürbare Spannung (1)
- Die Kampfszenen gehören zu den besten des Jahrzehnts (2)
- Die letzte Stunde ist gehetzt und verliert den Fokus (3)
Was nicht funktioniert (4)
- Zu viel Geschwätz über Gott und Macht (5)
- Die zweite Hälfte zieht sich unangenehm in die Länge (6)
- Der Höhepunkt wirkt erzwungen anstatt verdient (7)
- Die Geschichte verlangt vom Publikum, dass es sich für eine Stadt interessiert, die es kaum kennt (8)
„Kingdom of Heaven“ ist ein Film der Extreme. Seine Kampfszenen sind exzellent, seine Dialogszenen sind langweilig, sein Anfang ist stark und sein Ende schwach. Es ist kein Misserfolg, aber auch kein großer Film. (9)
Die Bewertung liegt bei 6,3 von 10, und diese Zahl passt zum Erlebnis. Es ist ein Film, der sich für seine Action und seine Darstellungen lohnt, aber der Geduld verlangt, je länger er läuft. (10)
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