Tales from Space: Mutant Blobs Attack erschien am 21. Februar 2012 als Starttitel für die PlayStation Vita und wurde von DrinkBox Studios entwickelt und veröffentlicht. Es ist die Fortsetzung von Tales from Space: About a Blob. Die Prämisse ist einfach und ein wenig gemein: Man ist ein mürrischer mutierter Blob außerirdischer Herkunft, ist seinen früheren Entführern entkommen und hat Hunger. Alles um einen herum ist Nahrung.
Trailer, via DrinkboxStudios.
Ein Blob mit Appetit
Das Spiel ist ein Side-Scrolling-Platformer mit einer in den Kern eingebauten Rätselschicht. Man steuert einen gallertartigen mutierten Blob mit unersättlichem Appetit. Lose Objekte in der Umgebung sind essbar. Sie zu essen lässt einen wachsen. Wachstum ist hier kein Punktezähler – es ist die Tür. Jedes Level stellt Hindernisse vor einen, die man nicht passieren kann, bis man groß genug ist, um sie zu umgehen.
Diese einzige Regel leistet mehr als die meisten Platformer in einer ganzen Kampagne schaffen. Sie verwandelt jeden Bildschirm in eine Frage darüber, was man isst und in welcher Reihenfolge. Der Blob beginnt klein und verletzlich und schwillt dann zu etwas an, vor dem die Welt Angst haben sollte. Der Schrecken gehört den früheren Entführern und damit der gesamten Menschheit. Das Spiel weiß das und spielt es als Komödie aus.
Touch-Kräfte und Physik-Rätsel
Mutant Blobs Attack kombiniert traditionelle 2D-Platformer-Steuerung mit Analogstick mit touchbasierten Kräften und Fähigkeiten. Auf der Vita bedeutete das, dass Touch-Steuerung Teil des Vokabulars war und nicht ein nachträglich angeflanschtes Gimmick. Physikbasierte Rätsel sind oft mit der Action vermischt. Objekte fallen, rollen und stapeln sich. Die Masse des Blobs verändert die Rechnung.
Die Fortsetzung fügt neue Level, neue Kräfte und Steuerungen sowie eine neue Blob-Spielfigur hinzu. DrinkBox hat nicht einfach das erste Spiel neu verpackt. Die neuen Kräfte und die Touch-Ebene geben der Fortsetzung ihr eigenes Gefühl, und das Rätseldesign stützt sich auf sie, statt sie als optionale Verzierungen zu behandeln.
Von Vita zu PC, PS3 und Xbox 360
Das Spiel erschien für die PlayStation Vita. Später kam es auf Microsoft-Windows-Computer, mit Versionen für PlayStation 3 und Xbox 360, die im Juni 2014 veröffentlicht wurden. Die Plattformliste ist inzwischen lang: PlayStation 3, Linux, PC, Mac, PlayStation Vita, Xbox 360 und Nintendo Switch. Ein Starttitel, der sich weigert, auf seiner Start-Hardware zu bleiben, ist normalerweise ein Zeichen dafür, dass das Design gut funktioniert.
Mutant Blobs Attack funktioniert gut. Die Seitenansicht und die Einzelspielerstruktur halten den Umfang klein. Es gibt keinen Mehrspielermodus, keinen Live-Service, kein Content-Laufband. Du isst, du wächst, du löst Rätsel, du machst weiter. Die Genre-Schlagworte – Platformer, Puzzle, Indie – sind zutreffend und nicht bloß Marketing.
Wo das Design zurückbeißt
Die Wachstumsmechanik ist das ganze Spiel, und das ist sowohl seine Stärke als auch seine Grenze. Wenn das Rätsel gut ist, fühlt sich der Appetit des Blobs wie ein Werkzeug mit echtem Gewicht an. Wenn das Rätsel dünn ist, ist die Antwort meist offensichtlich: Iss die Sache in der Nähe, werde größer, geh weiter. Die Touch-Fähigkeiten bergen mehr Risiko als die Arbeit mit dem Analogstick, denn eine Touch-Eingabe funktioniert entweder sauber oder nicht, und das Spiel verlangt, dass du ihr unter leichtem Druck vertraust.
Du bist ein Blob außerirdischen Ursprungs mit Mutantenkräften und einem unersättlichen Appetit.
Dieser Satz ist das Pitch und auch die Obergrenze. Mutant Blobs Attack versucht nicht, mehr zu sein als ein scharfes, lustiges, gut gebautes Platformer-Spiel über Konsum. Genau darin gelingt es.
Das Urteil zu Mutant Blobs Attack
Dies ist eine Fortsetzung, die ihren Vorgänger verbessert, ohne den Witz zu verlieren. Die neuen Kräfte und Steuerungen verdienen ihren Platz, die Physikrätsel geben dem Essen einen Zweck jenseits des Spektakels, und die Komödie zündet, weil das Spiel sich nie dafür entschuldigt, was der Blob ist. Die schwächsten Abschnitte sind die, in denen das Wachstum eine Formsache statt einer Entscheidung ist.
Am wichtigsten ist die Disziplin. DrinkBox baute ein Spiel um eine Idee und weigerte sich, es aufzublähen. Das Ergebnis hält auf jeder Plattform stand, auf der es erschienen ist, von der Vita 2012 bis zur Switch Jahre später. Kamera und Ton bleiben konsistent, und der Blob bleibt eine wirklich gute Figur zum Verkörpern – mürrisch, hungrig und völlig ohne Reue.
Die veröffentlichte kritische Wertung über sechs Publikationen hinweg liegt bei 8,3/10. Diese Zahl ist fair. Mutant Blobs Attack ist ein kleines Spiel mit einer klaren Identität, und es verschwendet nicht deine Zeit.
8,3 von 10.
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