Traveller’s Tales baute ein Jahrzehnt voller Lego-Spiele auf ein einziges Versprechen: Nimm eine beliebte Franchise, zerlege sie in Steine und lass die Spieler sie mit einem Freund kurz und klein schlagen. Lego Marvel’s Avengers hält dieses Versprechen. Es treibt es nur nirgendwohin Neues.
Das Spiel erschien am 26. Januar 2016 für Nintendo 3DS, PlayStation 3, PlayStation 4, PlayStation Vita, Wii U, Windows, Xbox 360, Xbox One und OS X. Es ist der zweite Teil der Lego-Marvel-Franchise und ein Spin-off zu Lego Marvel Super Heroes, dessen Geschichte dem Marvel Cinematic Universe entnommen ist.
Trailer, via IGDBcom.
Eine Kampagne aus The Avengers und Age of Ultron
Die Hauptkampagne folgt The Avengers und Avengers: Age of Ultron. Iron Man, Captain America, Thor, der Hulk, Black Widow und Hawkeye versammeln sich gegen Loki, Ultron und die Bedrohungen, die mit ihnen einhergehen.
Einzelne Level verlassen diese beiden Filme und bedienen sich bei Captain America: The First Avenger, Iron Man 3, Thor: The Dark World und Captain America: The Winter Soldier. Diese Struktur verleiht dem Spiel seine besten und seine schlechtesten Momente — die Avengers-Filme tragen die Last, und die vereinzelten Level wirken eher wie Bonusinhalte denn als Kapitel.
Acht Hubs, Hunderte Nebenquests
New York City kehrt als wichtigster Open-World-Hub zurück. Zum ersten Mal fügt Traveller’s Tales sieben weitere filmrelevante Schauplätze hinzu: Asgard, Malibu, Südafrika, den Helicarrier, die Farm der Bartons, Washington, D.C. und Sokovia.
Jeder Hub enthält Hunderte Nebenquests und Bonuslevel — die Rettung von Bürgern, Rennen und die übliche Sammelwut. Das Lösen von Rätseln treibt weiterhin den Levelfortschritt voran, durchsetzt mit der üblichen Action der Reihe. Es ist eine Menge Karte. Nicht alles davon rechtfertigt die Reise.
Über zweihundert spielbare Charaktere
Das Aufgebot überschreitet zweihundert spielbare Charaktere. Die meisten kehren aus Lego Marvel Super Heroes zurück, abzüglich der Fantastic Four und der X-Men, die hier fehlen.
Die Aufstellung stützt sich auf die Filme, greift aber auch auf die Comics zurück. Kamala Khan als Ms. Marvel, Sam Wilson als Captain America, Jane Foster als Thor und die Young-Avengers-Mitglieder Wiccan, Speed, Hulkling und America Chavez treten alle auf — Figuren, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Spiels noch nicht auf der Leinwand zu sehen waren. Devil Dinosaur und Fin Fang Foom runden die tiefen Schnitte ab.
Arthur Parsons zum Kader
Regisseur Arthur Parsons umriss den Umfang klar: „Es ist eine Feier von allem, was die Avengers ausmacht. Comicbücher, Filme, Zeichentrickserien. Es ist alles, was Sie an den Avengers in Videospielen lieben“.
Wo die Steine zu kurz kommen
Diese Feier ist echt, und sie ist auch das Problem. Lego Marvel’s Avengers ist großzügig bis zum Fehler — mehr Hubs, mehr Charaktere, mehr Quests —, ohne zu beheben, was das vorherige Spiel bereits falsch gemacht hat. Der Kampf bleibt oberflächlich. Das Rätseldesign verlangt einem zweiten Spieler selten etwas Kluges ab.
Die Lizenz des Marvel Cinematic Universe trägt die Hauptlast. Fans, die Age of Ultron mit Freunden noch einmal spielen wollen, werden reichlich zum Zertrümmern finden. Spieler, die wollten, dass Traveller’s Tales die Formel weiterentwickelt, finden dasselbe Spiel mit einer größeren Karte und einem längeren Charakterauswahlbildschirm.
FAKTENKASTEN
- Erscheinungsdatum: 26. Januar 2016
- Entwickler: Traveller’s Tales
- Publisher: Warner Bros. Interactive Entertainment
- Plattformen: Nintendo 3DS, PlayStation 3, PlayStation 4, PlayStation Vita, Wii U, Windows, Xbox 360, Xbox One, OS X
- Spielbare Charaktere: über zweihundert
- Open-World-Hubs: acht
- Kritikerzusammenfassung: 6,8/10 (17 Medien)
Das Urteil zu Lego Marvel’s Avengers
Die gemischte Rezeption ist fair. Lego Marvel’s Avengers ist ein kompetentes, überladenes, gelegentlich fröhliches Spiel, das seinen eigenen Umfang nie ganz rechtfertigt. Die Hub-Erweiterung ist das Interessanteste hier, und sie ist zugleich das am wenigsten Fertige.
Entscheidend ist die Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung. Zweihundert Charaktere und acht offene Welten klingen nach einem Sprung. Im Spiel lesen sie sich als Breite ohne Tiefe – mehr zum Sammeln, nicht mehr zu tun. Für eine Serie, die sich einst einfallsreich anfühlte, ist das ein Schritt zur Seite.
Wertung: 6,8 von 10.
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