Eutechnyx baute NASCAR 2011: The Game um eine Idee herum: Die echten Fahrer des Sports haben echte Persönlichkeiten, und diese Persönlichkeiten sollten beeinflussen, wie sie fahren. Das Ergebnis ist ein Rennspiel, das stark auf Spektakel statt auf Präzision setzt, und die beiden treffen selten aufeinander.
Trailer, via RacingGameArchive.
Die Fahrer und ihre Persönlichkeiten
Jeder professionelle Fahrer im Spiel hat KI-Eigenschaften, die ihre realen Gegenstücke widerspiegeln. Das bedeutet, dass einige Rennfahrer aggressiv sind, andere vorsichtig und ein paar an der Grenze zur Rücksichtslosigkeit. Die Idee ist gut. Die Umsetzung ist weniger konsequent.
Massenkarambolagen mit mehreren Autos sind der größte Anziehungspunkt des Spiels, und sie sind tatsächlich die extremsten, die je in einem offiziell lizenzierten NASCAR-Titel zu sehen waren. Autos türmen sich zu verhedderten Massen auf, die Trümmer über die Strecke verteilen. Das Geschehen zu beobachten ist der stärkste Moment des Spiels.
Der Feiermodus
Nach einem Sieg können Spieler auf Arten feiern, die sich weniger wie Rennen und mehr wie ein Konzert anfühlen. Die Optionen umfassen:
- Donuts und Burnouts während der Siegerrunde
- Aus dem Auto springen, um die Menge anzufeuern
- Saltos vom Auto im Siegerkreis
Dies sind wirklich neuartige Ergänzungen für das Genre, auch wenn sie die eigenen Realismusregeln des Spiels brechen.
Strecken, Boxenstopps und Online-Spiel
Das Spiel umfasst 22 real existierende Rennstrecken, und jede einzelne trägt die Optik und das Gefühl ihres tatsächlichen Gegenstücks. Die Boxenstopp-Strategie fügt eine Management-Ebene hinzu, die Planung belohnt, wenngleich das Tempo dieser Stopps den Rennfluss verlangsamen kann.
Der Online-Multiplayer unterstützt bis zu 16 Spieler, was für ein Rennspiel dieser Art eine solide Zahl ist. Auch der Split-Screen-Modus überzeugt und gibt Freunden die Möglichkeit, direkt gegeneinander anzutreten.
Wo das Spiel Schwächen zeigt
Das Fahrverhalten ist der Punkt, an dem NASCAR 2011: The Game an Profil verliert. Die Wagen driften und rutschen mit geringem Widerstand, und der Unterschied zwischen gutem und schlechtem Fahren hängt oft eher vom Glück als vom Können ab. Die Schadensmodellierung ist detailliert, doch sie schlägt sich nicht immer in befriedigendem Rennverlauf nieder.
Auch die Kamera kann in engen Kurven zum Problem werden, besonders in der Wii-Version, wo die Bewegungssteuerung dem Spiel mitunter entgegenwirkt, statt zu helfen. Auf PS3 und Xbox 360 ist das Erlebnis flüssiger, aber noch immer fehlerbehaftet.
Vergleich der drei Versionen
| Plattform | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|
| PS3/Xbox 360 | Flüssiges Fahrverhalten, detaillierte Schadensmodelle | Kamera-Probleme in engen Kurven |
| Wii | Einzigartige Bewegungssteuerung | Weniger präzise Lenkung |
| Alle drei | Große Auswahl an echten Fahrern, 22 Strecken | Fahrverhalten, das Driften gegenüber Kontrolle bevorzugt |
Fazit
NASCAR 2011: The Game ist ein Spiel der Extreme. Seine Crashes sind die besten im Genre, seine Feiern sind wirklich neu, und seine Auswahl an echten Fahrern verleiht ihm eine Tiefe, die nur wenige Rennspiele versuchen. Doch das eigentliche Rennen selbst, auf Driften und Glück aufgebaut, lässt die feineren Punkte des Sports entgleiten.
Das Spiel ist am besten, wenn es sich voll und ganz dem Spektakel verschreibt – den Crashes, den Feiern, dem schieren Ausmaß seiner Events. Am schlechtesten ist es, wenn es von den Spielern verlangt, es als Simulator zu behandeln, weil die Physik diese Rolle einfach nicht stützt.
Fans des Sports, die Autos crashen und brennen sehen wollen, werden viel finden, das sie lieben. Fans von Rennspielen, die Präzision wollen, werden wahrscheinlich enttäuscht davongehen.
Das Spiel wurde von Activision veröffentlicht, von Eutechnyx entwickelt und für PlayStation 3, Wii und Xbox 360 herausgebracht. Es bleibt ein kurioser Eintrag im Genre: ehrgeizig im Umfang, ungleichmäßig in der Ausführung und weit unterhaltsamer anzusehen als zu meistern.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





