Armored Core 4 bringt den Mech-Kampf der Reihe auf zwei Next-Generation-Konsolen, und der Sprung ist größtenteils ein Erfolg. Das Tempo ist schneller, die Steuerung ist präziser, und der Online-Multiplayer kommt endlich außerhalb Japans an – doch der Kern des Spiels bleibt, was er immer war. Das ist ebenso eine Stärke wie ein Problem.
Trailer, via IGN.
Das Setting und seine Geschichte
Das Spiel spielt in einer Zukunft, in der Überbevölkerung, schwindende Ressourcen und zivile Unruhen die Nationen der Erde zerstört haben. Konzerne haben die Macht übernommen, und sechs große Konzerne starten einen koordinierten Aufstand namens National Dismantlement War. Dieser Krieg stürzt alle Länder und bringt eine neue Ordnung des Konzernfriedens, die Pax Economica – eine Welt der Kolonien, der Zwangsarbeit und der Geheimhaltung.
In dieser Welt, fünf Jahre später, befindet sich die Kolonie Anatolia in der Krise. Sie war einst unabhängig wegen eines wohlhabenden Professors namens Jarnefeldt, dessen Tod die Kolonie ohne Einkommen zurücklässt. Ein Forscher namens Emil Gustav übernimmt. Er modifiziert einen erfahrenen Piloten zu einem LYNX – einem Mech-Piloten hochmoderner NEXT Armored Cores – und verkauft seine Dienste an Konzerne, die keine eigenen NEXTs besitzen. Der Spieler, der auch als „Anatolias Söldner“ bezeichnet wird, ist dieser Pilot. Die Tochter eines verstorbenen Professors namens Fiona Jarnefeldt erklärt sich bereit, als seine Operatorin zu fungieren.
Das Szenario gibt dem Spiel einen Grund, über den Kampf hinaus zu existieren. Der Spieler ist nicht nur eine angeheuerte Waffe, sondern eine angeheuerte Waffe mit einer Kolonie, die es zu beschützen, und einem wohlhabenden Vater, den es zu rächen gilt. Das ist ein stärkerer Ausgangspunkt, als die Serie ihn je hatte.
Der Kampf und seine Anpassung
Der Kampf selbst ist das Herz von Armored Core 4. Piloten steigen in einen Mech, kämpfen Missionen für Credits und geben diese Credits für Teile und Waffen aus. Das System basiert auf Anpassung: Hunderte Teile, jedes mit eigenen Werten, können ein Chassis radikal verändern. Spieler können Teile subtil abstimmen, um sie ihrem Spielstil anzupassen. Das Spiel strafft viele Features früherer Einträge, behält aber das komplexe System bei, das die Serie definiert.
Eine neue Wendung ist, dass viele Teile zu Beginn nicht verfügbar sind. Stattdessen werden sie im Laufe der Geschichte in Gruppen freigeschaltet. Dieses Tempo verhindert, dass das Spiel neue Spieler sofort überfordert, obwohl es auch bedeutet, dass die besten Teile immer eine oder zwei Missionen entfernt sind.
Das Tempo des Spiels
Die Steuerung ist zugänglicher als in früheren Teilen. Die Arena-Mechanik kehrt für 1-gegen-1-Kämpfe gegen Computergegner zurück, aber die Story-Missionen sind das, wo das Spiel glänzt. Sie geben dem Spieler einen Grund zu kämpfen, der über das bloße Verdienen von Credits hinausgeht. Das Tempo ist schneller als in früheren Spielen, was die Missionen dringlicher wirken lässt.
Das Spiel ist in Einzelspieler-, Mehrspieler- und Splitscreen-Modi unterteilt, wobei Online-Spiel erstmals außerhalb Japans verfügbar ist. Spieler im PlayStation Network oder Xbox Live können bis zu sieben weitere Spieler für Deathmatch-Modi versammeln, und die Xbox 360-Version führt Erfolge in die Serie ein. Diese Modi sind eine willkommene Ergänzung, auch wenn sie nicht der Hauptanreiz sind.
Wo es zu kurz kommt
Das Spiel erfindet die Armored Core-Formel nicht neu. Es ist eine Wiederbelebung, keine Neudefinition. Das Anpassungssystem ist tiefgründig, aber es ist dasselbe System, das Fans seit Jahren gesehen haben. Die Geschichte gibt dem Spieler eine Kolonie und einen Vater, aber es ist eine dünne Hülle. Die Missionen sind klar und der Kampf ist straff, aber dem Spiel fehlt die Vielfalt, die eine wahre Neuerfindung geboten hätte.
Der Online-Mehrspielermodus ist ein Schritt nach vorne, aber es ist schwer, ihn als Sprung zu bezeichnen. Für den Großteil der Serie existierte der Modus nur in der japanischen Version von Armored Core 2: Another Age. Jetzt ist er endlich für alle anderen verfügbar, und das ist eine echte Verbesserung. Die Deathmatch-Modi sind eine solide Ergänzung, aber sie ändern nicht den Kern dessen, was das Spiel tut.
Das Urteil
Armored Core 4 ist ein solider Teil einer langjährigen Serie. Es nimmt die besten Teile der Franchise — die Anpassung, den Kampf, die Story-Missionen — und lässt sie besser funktionieren. Das Spiel ist keine Revolution, aber es ist eine klare Verbesserung. Der Online-Mehrspielermodus, das schnellere Tempo und die stärkere Geschichte geben ihm einen Grund zu spielen, den frühere Spiele vermissen ließen.
Das Spiel ist nicht ohne Fehler. Das Anpassungssystem ist zwar tiefgründig, aber dasselbe, das die Serie seit Jahren prägt. Die Geschichte ist dünn und die Modi sind solide, aber vertraut. Für ein Franchise, das auf Präzision und Wiederholung aufbaut, ist das kein fataler Fehler. Es ist einfach eine Erinnerung daran, dass die Serie die Richtung nicht geändert hat.
Das Spiel verdient Anerkennung dafür, dass es echte Risiken eingeht und gleichzeitig das beibehält, was es funktionieren lässt. Das Ergebnis ist ein Mech-Spiel, das leichter zu erlernen und schwerer aus der Hand zu legen ist als seine Vorgänger.
6,7 von 10.
Wichtige Fakten
- Titel: Armored Core 4
- Entwickler: FromSoftware
- Publisher: FromSoftware, Sega, 505 Games
- Plattformen: PlayStation 3, Xbox 360
- Erscheinungsdatum: 2006
- Online-Multiplayer: Bis zu 8 Spieler (7 zusätzliche Spieler)
- Spieldirektor: Hidetaka Miyazaki, Debüt-Eintrag
- Wertung: 6,7 von 10
Was am besten funktioniert
- Das schnellere Tempo und die präzisere Steuerung
- Der Online-Multiplayer, der erste außerhalb Japans
- Der stärkere Story-Aufbau mit Anatolia und Jarnefeldt
- Das tiefe Anpassungssystem, das noch immer Tiefe bietet
Was verbessert werden muss
- Die Story bleibt trotz des Aufbaus dünn
- Die Modi sind solide, aber vertraut
- Das Anpassungssystem ist dasselbe wie zuvor
- Der Online-Multiplayer ist ein Schritt nach vorn, kein Sprung
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.





