Insomniac Games verbrachte 22 Jahre damit, Shooter und Platformer zu entwickeln, bevor das Studio seine erste lizenzierte Marke übernahm. Das Ergebnis, Marvel’s Spider-Man, erschien 2018 für die PlayStation 4. Dies ist eines der seltenen Lizenzspiele, das seine Vorlage als Geschichte und nicht als Marketingmittel behandelt.
Trailer, via PlayStation.
Peter Parker mit 23
Peter Parker befindet sich im achten Jahr seines Kampfes gegen das Verbrechen. Er ist 23, Hochschulabsolvent und Forschungsassistent, und er ist nicht gut darin, zwei Menschen gleichzeitig zu sein. Insomniac baut die gesamte Kampagne auf dieser Spaltung auf. Peter bekämpft das Verbrechen als Spider-Man und übergibt dann den Controller an Mary Jane Watson für Schleichsequenzen und an Miles Morales an Schlüsselpunkten der Geschichte.
Yuri Lowenthal spricht Peter. Laura Bailey spielt Mary Jane, seine Ex-Freundin und Reporterin beim Daily Bugle.
Durch Manhattan schwingen
Die Fortbewegung ist das Beste hier. Spider-Man bewegt sich durch Springen, das Abfeuern von Netzen zwischen Gebäuden, das Laufen an Wänden entlang und das Überspringen von Hindernissen. Netze brauchen physische Objekte, an denen sie haften können. Lässt man sie am richtigen Punkt los, gewinnt man an Höhe oder Geschwindigkeit. Das Spiel bietet außerdem ein Schnellreisesystem, das auf der New York City Subway basiert, doch es zu benutzen fühlt sich wie eine kleine Niederlage an.
Physische Objekte sind erforderlich, damit Netze zum Schwingen daran haften können, und der Schwung und die Geschwindigkeit des Schwingens können kontrolliert werden, indem man das Netz an bestimmten Punkten loslässt, um an Höhe zu gewinnen oder sich schneller zu bewegen.
Der Kampf läuft über drei Tasten: Ausweichen, Schlag, Netz. Netze kleben Gegner an nahe gelegene Objekte und entfernen sie aus dem Kampf. Man wirft einen Kanaldeckel, eine Granate oder einen bereits in Netze gehüllten Gegner. Stößt man einen Feind von einem Dach, hüllt das Spiel ihn stattdessen an eine Wand ein, anstatt ihn zu töten. Aufeinanderfolgende Treffer bauen Fokus auf, der Spider-Man heilt oder, wenn er voll ist, eine Finishing-Move auslöst, die einen Gegner sofort ausschaltet. Ein weißes Spider-Sense-Symbol warnt vor herannahenden Angriffen. Weicht man im letzten Moment aus, kontert er.
Mister Negative und die Inner Demons
Die Handlung beginnt damit, dass Spider-Man Wilson Fisk, den Kingpin, besiegt, was ein Machtvakuum hinterlässt. Eine Bande namens Inner Demons rückt vor und jagt etwas, das Devil’s Breath genannt wird. Der Mann hinter ihnen ist Mister Negative, der Menschen durch seine Berührung verderben kann.
Die Nebenbesetzung ist hochkarätig: Tante May im F.E.A.S.T.-Unterschlupf, Martin Li, Dr. Otto Octavius, NYPD-Captain Yuri Watanabe, Bürgermeister Norman Osborn, Silver Sable. Zu den Schurken gehören Electro, Rhino, Scorpion, Vulture und Shocker.
Die Stadt ist der Co-Star
Schauplatz ist Manhattan, fiktionalisiert und modern, und es funktioniert als Sandbox. Nebenmissionen und Sammelobjekte schalten Anzüge und Gadgets frei. Der Stadtbezirk ist keine Dekoration. Er ist der Grund, warum das Schwingen funktioniert.
Ein lizenziertes Spiel, das es verdient hat
Insomniac hatte die Wahl, jede beliebige Figur zu verwenden. Die Antwort des Studios war, Peters ziviles Leben genauso spielbar zu machen wie sein Leben im Kostüm und die Netze der Physik statt der Animation gehorchen zu lassen.
Das Ergebnis ist ein Spiel, das versteht, warum Spider-Man interessant ist: Er ist müde, er ist überlastet, und er taucht trotzdem auf. An manchen Stellen zeigen sich die Nähte. Stealth-Abschnitte mit Mary Jane verlangsamen das Tempo, und die Open-World-Checkliste ist vertraut. Weder das eine noch das andere ist von Bedeutung.
Marvel’s Spider-Man ist die definitive Version dieser Figur in einem Spiel. Die Kritikerwertung von IGDB, die aus 16 Medien stammt, setzt es bei 9,0/10 an.
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