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Datura bleibt das Spiel, das Spieler stundenlang durch seine Welt wandern ließ

Ein Wald, ein Patient und ein Spiel, das die Spieler auffordert, sich umzusehen und in der Stille Sinn zu finden.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
A person walks alone through a dense forest at twilight.

Datura fordert die Spieler auf, sich umzusehen. Diese einfache Handlung wird zum ganzen Spiel. Plastic, das Studio hinter dem früheren Linger in Shadows, entwickelte Datura für die PlayStation 3, und das Spiel wird heute eher als stilles, seltsames Werk in Erinnerung behalten denn als poliertes. Es ist ein Spiel über das Verlorensein, und es stützt sich stärker auf dieses Gefühl als fast alles andere auf der Plattform.

Trailer, via PlayStation.

Start im Krankenwagen

Die Spieler beginnen als Patient in einem Krankenwagen. Das Fahrzeug hält an, und der Spieler steigt in einen Wald hinaus. Das ist der gesamte Aufbau. Es gibt kein Tutorial, kein Menü, das die Steuerung erklärt, keine Warnung, was als Nächstes kommt. Die Spieler gehen einfach vorwärts und finden sich an einem völlig anderen Ort wieder.

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Der Wald ist die Hauptbühne. Objekte liegen neben Pfaden, und die Spieler können sie aufheben, umdrehen, wieder absetzen. Charaktere treiben durch den Wald, und Gespräche finden in kurzen, fragmentarischen Stücken statt. Hier bewegt sich nichts schnell. Das Tempo ist bedächtig, fast langsam, und das ist der Punkt.

Bewegen oder nicht bewegen

Datura kann mit dem PlayStation Move-Controller oder mit dem DualShock 3 gespielt werden. Diese geteilte Wahl ist ein kleiner Teil der Identität des Spiels. Keine der beiden Optionen ändert, was auf dem Bildschirm geschieht. Beide lassen die Spieler durch den Wald gehen und mit den Menschen sprechen, die sie unterwegs treffen.

Der Kerntrick des Spiels ist, dass es den Spielern selten sagt, was als Nächstes zu tun ist. Die Spieler müssen sich umsehen, kleine Details bemerken und ihrem Instinkt folgen. Diese Freiheit ist die Stärke und die Schwäche des Spiels. Manche Spieler werden die fehlende Richtung beruhigend finden. Andere werden sie frustrierend finden.

Ein Wald voller Fragen

Der Wald selbst ist der wahre Star. Bäume ragen hoch auf, Pfade winden sich durch dichtes Unterholz, und kleine Objekte liegen wartend da, um gefunden zu werden. Jedes trägt ein gewisses Gewicht, einen Hinweis auf Bedeutung, obwohl das Spiel nie vollständig erklärt, was all das bedeutet.

Charaktere erscheinen kurz, sprechen in kurzen Ausbrüchen und verschwinden. Ihre Worte beantworten selten Fragen direkt. Stattdessen werfen sie neue auf. Dies ist ein Spiel, das auf Rätselhaftigkeit gebaut ist, nicht auf Antworten.

Länge und Tempo

Datura ist kurz. Seine Länge ist bescheiden, und das Tempo bleibt durchweg niedrig. Es gibt keine Eile, keine Dringlichkeit, kein Gefühl, dass die Zeit davonläuft. Dieses bewusste Tempo passt zum Ziel des Spiels, doch bedeutet es auch, dass wenig Raum für Abwechslung bleibt, sobald der zentrale Trick verstanden ist.

Etappe Fokus
Krankenwagen Spieler betritt den Wald
Waldspaziergang Erkundung und Entdeckung
Gespräch Kurze Wortwechsel mit Figuren
Ende Fazit

Was funktioniert und was nicht

Das Spiel gelingt, wenn es darauf vertraut, dass die Spieler sich umsehen. Kleine, sorgfältig platzierte Details belohnen Aufmerksamkeit. Ein Spieler, der stehen bleibt und oft hinschaut, wird mehr finden als ein Spieler, der vorauseilt. Diese Geduld ist in Spielen dieser Art selten, und sie zahlt sich aus.

Wo das Spiel strauchelt, ist darin, den Spielern zu wenig Richtung zu geben. Ohne klare Ziele werden manche Spieler ohne Ziel umherwandern und wenig finden, das ihr Interesse hält. Der Wald ist schön, aber Schönheit allein trägt keinen vollständigen Durchlauf.

Das Sounddesign passt zur Optik. Klang spielt eine große Rolle beim Aufbau der Stimmung des Spiels und übertönt nie die Stille des Waldes. Zusammen erschaffen die Bilder und die Klänge eine Welt, die bewohnt wirkt, selbst wenn in ihr nicht viel geschieht.

Ein stilles, mysteriöses Werk

Datura ist kein Spiel, das für alle gemacht ist. Es verlangt von den Spielern, ein langsames Tempo und einen Mangel an klarer Richtung zu akzeptieren. Wer das tut, wird eine nachdenkliche, seltsame Erfahrung finden. Wer klare Ziele und ständige Action will, wird das Spiel wahrscheinlich dünn finden.

Die Stärken des Spiels sind real. Seine Welt ist eigenständig, seine Erkundung lohnend, und seine Bereitschaft, still zu verharren, hebt es von den meisten anderen Titeln auf der Plattform ab. Doch seine Schwächen sind schwer zu ignorieren. Der Mangel an Richtung, die kurze Länge und das bewusste Tempo hindern es daran, Größe zu erreichen.

Datura ist ein Spiel, das es wert ist, wegen seines Ehrgeizes gespielt zu werden, auch wenn sich dieser Ehrgeiz nicht immer auszahlt. Es ist ein stilles, mysteriöses Werk, das Geduld belohnt und Hast bestraft. Es ist ein Spiel, das am besten allein gespielt wird, in gleichmäßigem Tempo, mit dem Wald als Hauptfokus.

Wertung: 6,5 von 10.

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