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‚Fifty Shades of Grey‘: Eine Liebesgeschichte, die nicht entscheiden kann, ob sie ein Horrortriller ist

Eine Geschichte von Leidenschaft und Macht, wo Liebende um die Herrschaft über ihre Seelen feilschen, doch der Handel hohl klingt.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
A woman and a man stand together in dim light, bound by a contract neither fully understands.

„Fifty Shades of Grey“ will eine Liebesgeschichte sein, einen Thriller und eine Lektion im sicheren Sex. Es schafft es meist gar nichts davon. Basierend auf dem Bestsellerroman von E.L. James, der 2015 erschienene Film besetzt Dakota Johnson als Anastasia Steele und Jamie Dornan als Christian Grey, eine junge Juristin und einen vermögenden Geschäftsmann, dessen Beziehung fast ausschließlich durch seinen Geschmack für Dominanz geprägt ist. Der Film war ein gigantisches kommerzielles Erfolg, mit einem Weltumsatz von über 570 Millionen Dollar, aber Kritiker und Zuschauer haben Jahre damit verbracht, darüber zu debattieren, ob dieser Erfolg etwas mit echter Qualität zu tun hatte.

Trailer, via Fifty Shades.

Steele trifft Grey.

Der Film beginnt mit Steele, die Grey für eine Studentenzeitung interviewt. Er beschäftigt sie als Assistentin, und sie entdeckt schnell, dass sein Privatleben Schläger, Ketten und einen Vertrag umfasst, der mehr wie ein juristisches Dokument als eine Erklärung der Liebe liest. Die Vorlage ist mutig, und die Umsetzung ist… langsam. Der Rhythmus hängt schwer in der ersten Hälfte, mit Szenen von Steele, die Grey’s Bücher liest, und ihm, der ihr Unterricht in Einwilligung gibt, die sich weniger wie Vorspiel anfühlen und mehr wie Hausaufgaben.

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Dornan und Johnson.

Jamie Dornan spielt Grey als einen Mann, der zugleich furchteinflößend und seltsam charmant ist. Seine Darstellung ist zurückhaltend, und er verkauft den Charakter’s inneren Konflikt zwischen seinem Bedürfnis nach Kontrolle und seinem Wunsch nach Verbundenheit. Dakota Johnson ist besser bekannt für leichtere Komödien, und sie bringt eine nervöse Energie zu Steele, die sie zugänglich macht, selbst wenn das Skript sie bitten muss, schockiert zu wirken über Dinge, die die meisten Zuschauer schon in anderen Filmen gesehen haben.

Die Schlafzimmer-Szenen.

Die Schlafzimmer-Szenen sind der Mittelpunkt des Films, und dort werden seine Probleme am deutlichsten sichtbar. Die Sex-Szenen sind gestaltet mit einer klinischen Präzision, die an Parodie grenzt. Die Kamera hält an Dornans Gesicht, während er Zeilen über Macht und Unterwerfung brummt, während Johnson echt erschreckt aussieht. Der Film versucht, diese Angst als Erregung zu positionieren, doch die Diskrepanz zwischen den Darstellungen der Schauspieler und den Absichten des Skripts ist offensichtlich.

„Fifty Shades of Grey“ ist ein Film über Macht, der seinen Figuren nicht erlaubt, irgendeine davon auszuüben.

Das Problem der Liebesgeschichte.

Das Hauptproblem des Films ist, dass er nicht entscheiden kann, ob es sich um einen Liebesfilm oder einen Horrorfilm handelt. Die Beziehung zwischen Steele und Grey soll leidenschaftlich sein, aber das ständige Verhandeln über Verträge und Grenzen entzieht jeder Szene die emotionale Tiefe. Bis zum Finale ist der Zuschauer ratlos, ob er jubeln oder zittern sollte.

Der Abschluss

Der finale Abschnitt führt einen Bösewicht ein, der nur dazu da ist, Grey und Steele zusammenzubringen, und der Ausgang ist enttäuschend. Der Film endet mit einer Auflösung, die sich eilig anhört, als hätten die Regisseure bemerkt, dass sie die Zeit verloren hatten und beschlossen, alles in einem Knoten zu binden. Der Abschluss löst die Fragen nicht, die der Film über Einwilligung und Zwang aufgeworfen hat.

Eine Rangliste der Elemente

  1. Darsteller — Dornan und Johnson sind engagiert, aber sie arbeiten gegen einen schlechten Text.
  2. Kameraarbeit — die Bilder sind glatt, aber sie können die Schwächen des Textes nicht ausgleichen.
  3. Filmmusik — die Musik fügt Spannung hinzu, aber sie kann die tonale Verwirrung des Films nicht verstecken.
  4. Tempo — der erste Teil hängt, und der zweite Teil eilt durch den Abschluss.
  5. Dialog — die Worte sind oft unabsichtlich komisch.
  6. Thema — die Botschaft des Films über Macht und Einwilligung ist verworren.

Das Liebesfilm-Problematik

Das Hauptproblem des Films ist, dass er nicht entscheiden kann, ob es sich um einen Liebesfilm oder einen Horrorfilm handelt. Die Beziehung zwischen Steele und Grey soll leidenschaftlich sein, aber das ständige Verhandeln über Verträge und Grenzen entzieht jeder Szene die emotionale Tiefe. Bis zum Finale ist der Zuschauer ratlos, ob er jubeln oder zittern sollte.

Endstand

„Fifty Shades of Grey“ ist ein Film, der weiß, wie man Erotik verpackt, aber nicht, wie man sie inszeniert. Er ist technisch geschickt in seiner Arbeit, moralisch aber blind in seinem Erzählen. Das Ergebnis ist ein Film, der leicht zu schauen und schwer zu achten ist.

4,6 von 10.

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