Kyle Pratt wacht auf und ihre Tochter Julia ist verschwunden. Dieser eine Moment setzt die ganze Maschinerie in Gang, und „Flightplan“ läuft auf reinem Schub fast zwei Stunden lang, bevor Ölverlust eintritt. Der Film stellt eine einfache Frage: was passiert, wenn die Welt aufhört, Ihnen zu glauben, und Sie nichts mehr zu verlieren haben. Jodie Foster spielt Kyle, eine Witwe und Ingenieurin, die mit dem Leichnam ihres Mannes und ihrer sechsjährigen Tochter in ein Flugzeug einsteigt, nur um zu sehen, wie Julia spurlos verschwindet. Niemand an Bord des Flugzeugs erinnert sich daran, dass das Mädchen jemals anwesend war.
Dieses Konzept ist die große Stärke des Films. Foster verkauft Kyles Angst und Trauer mit einer stetigen, kontrollierten Leistung, und das Drehbuch verbringt seine erste Stunde damit, durch einfache Wiederholung Spannung aufzubauen: Kyle fragt Zeugen, ob sie Julia gesehen haben, Zeugen schütteln den Kopf, Kyle sucht erneut. Der Aufbau ist klassischer Hitchcock, und der Film setzt darauf voll ein. Aber die Mechanik des Films beginnt, sich aufzulösen, sobald man diesen engen Raum verlässt.
Kyles Kampf gegen den Zweifel
Kyles Kampf ist zweigleisig: Sie versucht, ihre Tochter zu finden, und sie versucht, zu beweisen, dass sie nicht den Verstand verliert. Der Film verfolgt beide Linien gleichzeitig, und Foster trägt das Gewicht beider. Ihr Ehemann starb bei einem Sturz aus einem Gebäude, und sie vermutet, dass es kein Selbstmord war. Nun ist ihre Tochter verschwunden, und das Bodenpersonal behandelt sie wie eine trauernde Frau, die den Bezug zur Realität verloren hat. Die Spannung zwischen diesen beiden Strängen ist der Motor des Films.
Peter Sarsgaard spielt Carson, den Sicherheitsbeamten an Bord, der Kyle beobachtet und schließlich zu ihrem Verbündeten wird. Erika Christensen spielt Stephanie, die Flugbegleiterin, die Kyle zuerst sagt, es gibt keinen Nachweis dafür, dass Julia in das Flugzeug gestiegen ist. Sean Bean spielt Captain Rich, den Mann, der an Kyles Verstand zweifelt und sie wie eine Bedrohung behandelt. Der Nebencast füllt die Gänge des Flugzeugs aus, und der Film bewegt sich schnell durch sie hindurch, ohne dem Publikum die Möglichkeit zu geben, sich wohlzufühlen.
„Wenn jemand Ihnen alles wegnimmt, was Ihnen wichtig ist… wie weit würden Sie gehen, um es zurückzubekommen?“
Dieser Slogan fasst den Einsatz zusammen. Kyle hat nichts mehr zu verlieren, und der Film spielt das über die gesamte Laufzeit aus.
Das Design des Flugzeugs
Kyle halfierte das Design des Flugzeugs, und der Film nutzt dieses Detail, um seine zentrale Intrige aufzubauen. Julias Bordkarte und Rucksack fehlen, und die Flugbegleiter finden keine Aufzeichnung von ihr im Manifest. Das Flugzeug selbst wird zu einem Charakter, einer versiegelten Box, in der Kyle mit ihrer Angst und den wachsenden Beweisen gefangen ist, dass alle um sie herum lügen. Der Film inszeniert mehrere Szenen im Frachtraum des Flugzeugs, wo Kyle in den Dachbereich kriecht und die Elektronik des Flugzeugs sabotiert. Diese Sequenzen sind angespannt und halten den Film in Bewegung, selbst wenn die Handlung ins Stocken gerät.
Die Subtilen Leistungen der Besetzung
Robert Schwentke führte Regie bei dem Film, und er sagte in Interviews, er wolle von seinen Schauspielern naturalistische, zurückhaltende Leistungen. Dieser Ansatz passt zum Material. Peter Sarsgaard ist besonders effektiv als Carson, ein Schauspieler, der plötzlich wie eine sich aufwickelnde Schlange werden kann. Die Schauspielerin Marlene Lawston, die ihr Debüt gibt, spielt Julias Tochter Foster. Sean Bean wurde gecastt, um seine Typisierung als Bösewicht zu untergraben und das Publikum zu täuschen, indem es ihn für einen Teil der Schurkenrolle hielt. Schwentke wählte auch jeden der 300 Passagiere durch Vorsprechen aus und verlieh den Menschenmassen des Flugzeugs ein Gefühl von gelebtem Leben.
Wo der Film ins Stocken gerät
Die zweite Hälfte des Films leidet unter seinem eigenen Gewicht. Die Intrige wird dünner, während sich der Film ausdehnt, und die Handlung beginnt sich auf Zufall anstatt auf Können zu verlassen. Kyles Handlungen werden extremer, und der Film hat Schwierigkeiten, mit seiner eigenen Eskalation Schritt zu halten. Der Höhepunkt beinhaltet eine Fahrt mit dem Speiseaufzug zum Frachtdeck und eine Suche im Frachtraum, aber die Sequenz wirkt im Vergleich zum sorgfältigen Aufbau, der vorher ging, gehetzt.
Der Film stützt sich auch stark auf Kyles Verdacht, dass Julia irgendwo an Bord des Flugzeugs versteckt ist. Das Drehbuch deutet diese Idee an, ohne sie jemals zu bestätigen, so dass das Publikum sich fragt, ob das Mädchen jemals wirklich anwesend war. Diese Mehrdeutigkeit funktioniert in der ersten Stunde, beginnt aber gegen Ende zu einer Art Trick zu wirken, wenn die Auflösung eintrifft und das Publikum entscheiden muss, was es glauben soll.
Das Urteil über Kyles Leistung
Fosters Leistung ist das stärkste Element des Films. Sie spielt Kyle als eine Frau, deren Trauer ihre Instinkte geschärft hat, und sie fesselt den Bildschirm bei jeder Wendung der Handlung. Ihre Szenen mit Carson sind die besten im Film, da sie ihn in Richtung Glauben drängt, während die anderen Passagiere sich gegen sie verschließen. Der letzte Abschnitt des Films hängt von ihrer Fähigkeit ab, das Publikum von Kyles Version der Ereignisse zu überzeugen, und sie schafft es.
Der Rest der Besetzung unterstützt sie gut. Sarsgaard spielt Carson mit einer geduldigen, aufmerksamen Präsenz, und Christensen verleiht Stephanie eine müde Ruhe, die die mittleren Abschnitte des Films verankert. Bean spielt Kapitän Rich als einen Mann, der wirklich glaubt, Kyle habe den Verstand verloren, was seinen späteren Wechsel zu ihrer Seite verdient erscheinen lässt. Die Nebendarsteller füllen die Gänge des Flugzeugs mit einem Gefühl von gelebtem Leben aus, selbst in einem Film, der sonst auf ein geschlossenes System setzt.
Die Zahlen hinter Flightplan
Flightplan wurde am 23. September 2005 in den Vereinigten Staaten und am 20. Oktober 2005 in Deutschland veröffentlicht. Es spielte weltweit über 223 Millionen Dollar bei einem Budget von 55 Millionen Dollar ein, was es zu einem großen kommerziellen Erfolg machte. Der Film erhielt zwei Nominierungen bei den 32. Saturn Awards: Bester Action- oder Abenteuerfilm und Beste Schauspielerin für Foster.
Die kritische Reaktion war gemischt. Kritiker lobten die Regie, die Leistungen der Besetzung und die Thrillerelemente des Films, kritisierten aber das Drehbuch. Der IMDb-Benutzer-Rating des Films liegt derzeit bei 5,3 von 10, was dem veröffentlichten kritischen Score entspricht.
Was von Flightplan übrig bleibt
Flightplan ist ein Film über Zweifel, und er versteht Zweifel besser als seine eigene Handlung. Die erste Stunde ist eine Meisterklasse in nachhaltiger Spannung, aufgebaut auf einer einzigen Frage, die bis zum allerletzten Ende nicht beantwortet wird. Das Scheitern des Films kommt in dem Moment, in dem er beschließt, diese Frage zu lösen, anstatt sie schweben zu lassen. Das Ergebnis ist ein Film, der Geduld am Anfang belohnt und sie am Ende bestraft.
Fosters Leistung ist für sich genommen sehenswert, und das zentrale Rätsel des Films bleibt fesselnd, selbst nachdem es sich aufgelöst hat. Für alle, die bereit sind, den Abstieg des Flugzeugs mitzuerleben, ist der Lohn real, auch wenn die Landung holprig wird. Der Film verdient seinen Platz als Studie über die Verzweiflung einer Mutter, selbst wenn seine eigene Logik versagt.
Flightplan ist ein Film, der in seiner ersten Stunde genau weiß, was er tun will, und dann vergisst, was er vorhatte. Fosters Leistung rettet ihn davor, eine hohle Übung zu werden, aber das Drehbuch kann die Maschine, die es aufbaut, nicht am Laufen halten. Es ist ein Thriller, der den Halt auf sein eigenes Rätsel verliert, und dieser Verlust ist die endgültige Schwäche des Films.
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