Ember Lab drehte fünf Jahre lang Werbespots, bevor das Studio ein Videospiel entwickelte. Kena: Bridge of Spirits, der erste eigene Titel des Studios, erschien im September 2021 für PlayStation 4, PlayStation 5 und PC und trägt die Handschrift eines Teams, das genau wusste, was es bauen wollte. Es erhält 8,2 von 10 Punkten.
Trailer, via PlayStation.
Ein Seelengeleiter und die Rot
Man spielt Kena, eine junge Seelengeleiterin, die von Dewa Ayu Dewi Larassanti gesprochen wird. Sie reist in ein verlassenes Dorf auf der Suche nach dem heiligen Bergschrein. Die Toten dieser Welt können zwischen der physischen und der geistigen Sphäre verweilen, wenn sie traumatisiert sind oder sich unvollendet fühlen. Kenas Aufgabe ist es zu verstehen, was sie festhält, und ihnen zu helfen, weiterzugehen.
Ihre Werkzeuge sind ein Stab und eine Pulsfähigkeit. Der Stab beherrscht leichte, schwere und aufgeladene Angriffe, und ein Upgrade verwandelt ihn in einen Bogen, der auch als Enterhaken dienen oder Kristalle treffen kann, um Rätsel zu lösen. Der Puls wirkt als Schild mit eigener Lebensanzeige, und wenn man ihn vor einem Angriff eines Gegners aktiviert, betäubt er diesen. Er deckt außerdem Hinweise auf und aktiviert Objekte.
Die Rot sind das Herzstück. Diese kleinen Geistbegleiter können angewiesen werden, Objekte zu bewegen, Formen anzunehmen oder Gegner abzulenken. Sie greifen erst in einen Kampf ein, wenn man genug Mut aufgebaut hat, indem man Schaden zufügt, und sie im Kampf zu dirigieren verbraucht diesen Mut. Sie können Pfeile und Bomben verstärken für stärkere Treffer.
Taro, Adira und die Verderbnis
Der maskierte Geist, dem Kena auf dem Weg zum Dorf begegnet, ist die Ursache der Verderbnis, die den Wald verrotten lässt. Er lehnt ihre Hilfe ab und geht. Der frühere Älteste Zajuro, gesprochen von Vlasta Vrána, sagt ihr, sie müsse die gefangenen Geister befreien, bevor sie den Schrein erreichen könne.
Das schickt sie hinter Taro her, einem rastlosen Geist, gesprochen von Tod Fennell. Seine Geschwister Saiya und Beni, gesprochen von Sam Cavallaro und Joshua Vincent, sind ebenfalls gefangen. Taros Geschichte ist der stärkste Abschnitt des Spiels: Eine Krankheit tötete ihre Eltern und breitete sich im Dorf aus, er suchte Hilfe bei Rusu und wurde abgewiesen, und auf dem Heimweg sah er, wie der Bergschrein explodierte und alles auslöschte.
Kena sagt ihm, er solle sich selbst vergeben. Er umarmt seine Geschwister und ihre Geister ziehen weiter. Die Holzkünstlerin Adira, gesprochen von Amber Goldfarb, ist ein weiterer Faden, den das Spiel aufgreift, und die Struktur hält, weil die Trauer jedes Geistes spezifisch statt generisch ist.
Gamelan-Musik und balinesische Wurzeln
Der Komponist Jason Gallaty erstellte die Musik mit Gamelan Çudamani, einem balinesischen Ensemble, um Gamelan-Musik zu schaffen, die der Kultur gegenüber respektvoll bleibt. Die Kunst entstand in Zusammenarbeit mit dem vietnamesischen Animationsstudio Sparx, und die Welt greift auf östliche Schauplätze einschließlich Japan und Bali zurück. Diese Zusammenarbeit ist keine Dekoration. Sie verleiht dem Dorf und dem Wald eine Textur, die die meisten Indie-Abenteuer nie erreichen.
Die Entwicklung wurde von den Brüdern Mike und Josh Grier geleitet, die Ember Lab gründeten. Das Team wechselte nach 2016 zur Erstellung eines originären Videospiels, unterzeichnete einen konsolenexklusiven Vertrag mit Sony Interactive Entertainment und wuchs auf 15 Kernmitarbeiter an. Das Spiel wurde 2021 beim Tribeca Film Festival gezeigt und erschien dann im September für PlayStation 4, PlayStation 5 und Windows, nach Verzögerungen, die teilweise mit der COVID-19-Pandemie zusammenhingen. Versionen für Xbox One und Xbox Series X/S folgten im August 2024.
Veröffentlichungsplan
| Plattform | Veröffentlichung |
|---|---|
| PlayStation 4 | September 2021 |
| PlayStation 5 | September 2021 |
| PC (Windows) | September 2021 |
| Xbox One | August 2024 |
| Xbox Series X/S | August 2024 |
Wo es steht
Der Kampf ist der Teil, der die Leute spalten wird. Das Mut-Management fügt den Kämpfen eine echte Ebene hinzu, denn man kann sich nicht einfach auf den Rot verlassen und muss weiter angreifen, um sie im Spiel zu halten. Der Pulsschild belohnt Timing, und das Betäubungsfenster für einen gut gelesenen Angriff des Gegners ist großzügig genug, um fair zu wirken. Doch der Upgrade-Pfad vom Stab zum Bogen verteilt das Werkzeugset an manchen Stellen zu dünn, und das Lösen von Rätseln mit dem Bogen verlangt einem nie viel ab.
Die Anpassung des Rot ist eine kleine Freude. Hüte findet man, indem man Aufgaben erledigt oder Truhen öffnet, und kauft sie dann am Rot-Hut-Wagen mit Juwelen, die man in der Welt sammelt. Es ist ein Sammelsystem, das die Zeit des Spielers respektiert.
Am wichtigsten ist, dass Kena: Bridge of Spirits weiß, was es ist. Es ist ein storygetriebenes Action-Adventure über Trauer, und es behandelt seine Geister als Menschen mit unerledigten Angelegenheiten statt als Hindernisse. Die Taro-Sequenz verdient ihr Ende, weil das Spiel die Arbeit geleistet hat, einem zu zeigen, was er verloren hat.
Das ist der Teil, den man bei Ember Lab im Auge behalten sollte. Ein erstes Spiel, das so kontrolliert ist und von einem Team gemacht wurde, das aus der Werbebranche kam und auf 15 Kernmitglieder anwuchs, deutet darauf hin, dass das Studio größer werden kann, ohne die Zurückhaltung zu verlieren, die dieses Spiel funktionieren lässt. Die Musik, die Kunst und die kulturelle Zusammenarbeit sind die eigentliche Leistung hier, nicht die Kampfschleife. Kena: Bridge of Spirits ist nicht das schwerste Spiel des Jahres 2021. Es ist eines der durchdachtesten.
8,2 von 10.
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