Space Jam: A New Legacy will gleichzeitig eine Fortsetzung, ein Reboot und ein Familienfilm sein. Bei allen drei Punkten scheitert er.
Die Handlung ist auf dem Papier einfach. LeBron James spielt sich selbst, einen Basketballstar, dessen Tochter von den Looney Tunes entführt und in eine virtuelle Welt gezogen wird. Er folgt ihr dorthin und muss ein Basketballspiel gegen das Netz gewinnen, einen von Don Cheadle gesprochenen Bösewicht, um sie zurückzubekommen. Der Aufbau klingt vielversprechend. Er hält nicht, was er verspricht.
Trailer, via Warner Bros..
LeBron James spielt sich selbst
LeBron James trägt den Film auf seinen Schultern, und er ist besser, als das Drehbuch um ihn herum zulässt. Seine Leistung ist warm, engagiert und gelegentlich komisch, besonders in Szenen, in denen er auf das cartoonhafte Chaos um ihn herum reagiert. Doch er steckt in einer Geschichte fest, die nicht weiß, was sie sein will. Der Film setzt auf Witze über Ruhm und soziale Medien, doch er bekennt sich nie vollends zur Satire. Stattdessen begnügt er sich mit oberflächlichen Anspielungen, die halbgar wirken.
Die Looney-Tunes-Figuren sind ein gemischtes Bild. Bugs Bunny, Daffy Duck und die übrigen sind charmant, doch ihre Dialoge sind dünn und ihre Präsenz wirkt oft wie ein Gag statt wie eine Figurenentscheidung. Der Film versucht, sie für ein modernes Publikum relevant zu machen, indem er ihnen technikaffine Attitüden verleiht, doch der Versuch verpufft meist.
Die Basketballszenen
Die Basketballsequenzen sind die stärksten Momente des Films. Sie sind schnell, dynamisch und fangen die Energie eines echten Spiels ein. Die Action ist gut choreografiert, und die Stunts sind beeindruckend. Doch der Einsatz ist hohl. Das Spiel zu gewinnen, scheint nichts zu bedeuten, außer die Tochter zurückzubekommen. Der Film baut einen Konflikt auf und lässt ihn dann ohne große Konsequenzen auflösen.
Das Netz, gespielt von Don Cheadle, soll eine Bedrohung sein. Er ist bedrohlich und clever, doch der Film erklärt nie, warum er das Mädchen will oder was das Spiel ihm bedeutet, außer einem vagen Unternehmensplan. Seine Szenen sind die interessantesten im Film, aber auch die am wenigsten ausgearbeiteten.
Wo es schiefgeht
Das Tempo ist das größte Problem des Films. Der erste Akt zieht sich in die Länge, während sich die Ausgangssituation entfaltet, und der Mittelteil schweift durch virtuelle Welten, die cool aussehen, sich aber leer anfühlen. Der Film ist zu lang und findet nie einen Rhythmus. Als der letzte Akt kommt, wirkt die Auflösung überstürzt und unausgegoren.
Der Humor ist ein Glücksspiel. Manche Gags zünden, doch viele verpuffen, besonders die, die auf ein junges Publikum abzielen. Der Film versucht, sowohl Erwachsene als auch Kinder anzusprechen, doch er laviert zwischen beiden und befriedigt keine der beiden Gruppen.
Eine Tabelle der Struktur des Films
| Akt | Abschnitt | Zeit |
|---|---|---|
| Erster | Ausgangssituation: Tochter entführt | 30 Minuten |
| Mittlerer | Erkundung der virtuellen Welt | 45 Minuten |
| Mitte | Basketball-Sequenzen | 20 Minuten |
| Finale | Höhepunkt und Auflösung | 25 Minuten |
Die Struktur des Films ist locker. Die obige Tabelle zeigt, wie die Laufzeit verteilt ist, aber die Abschnitte bauen nicht auf einen klaren Bogen hin. In den mittleren Akten verliert der Film seinen Fokus.
Das Urteil
Space Jam: A New Legacy ist eine Enttäuschung. LeBron James liefert eine solide Leistung ab, und die Basketball-Sequenzen sind die besten Momente des Films, aber die Geschichte ist schwach, der Humor zündet nicht, und das Tempo zieht sich. Es ist ein Film, der zu viel versucht und bei nichts davon erfolgreich ist.
Wertung: 3,6 von 10.
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