Steven Spielbergs „The Post“ verwandelt eine Nachrichtenredaktionskrise von 1971 in einen klaren, schnellen politischen Thriller. Meryl Streep spielt Katharine Graham, Herausgeberin der „Washington Post“, und Tom Hanks spielt Chefredakteur Ben Bradlee. Der Film dauert 116 Minuten und folgt dem Kampf der Zeitung, die Pentagon-Papiere zu veröffentlichen, die geheimen Aufzeichnungen über das Engagement der USA in Vietnam.
Trailer, via 20th Century Studios.
Daniel Ellsberg in Vietnam
Der Film beginnt 1966 mit Daniel Ellsberg, der bei amerikanischen Soldaten in Vietnam eingebettet ist. Matthew Rhys spielt ihn. Ellsberg entscheidet, dass der Krieg nicht zu gewinnen ist, übergibt seinen Bericht Verteidigungsminister Robert McNamara und sieht dann zu, wie McNamara öffentlich rechtfertigt, mehr Truppen zu entsenden.
Das Leck bei der RAND Corporation
Ellsberg geht zur RAND Corporation, einem Think Tank mit Zugang zu geheimen Material. In den folgenden Jahren kopiert er heimlich Tausende Seiten, die die langfristige Einmischung der USA in Vietnam dokumentieren und bis in die Truman-Regierung zurückreichen. Er leakt die vollständige Sammlung an den Journalisten Neil Sheehan von der „New York Times“.
Kay Graham und ein Vorstand aus Männern
Graham leitet die „Post“ seit acht Jahren, seit dem Selbstmord ihres Mannes Phil und dem Tod ihres Vaters Eugene Meyer. Sie will das Unternehmen an die Börse bringen und bessere nationale Nachrichten finanzieren. Ihr Vorstand sieht sie als verwitwete Frau, die überfordert ist. Bradlee drängt auf redaktionelle Unabhängigkeit, wann immer eine Geschichte einen ihrer Freunde trifft. McNamara ist einer von ihnen.
Die Besetzung um Streep und Hanks
Nebenrollen tragen die Nachrichtenredaktion:
- Sarah Paulson als Tony Bradlee
- Bob Odenkirk als Ben Bagdikian
- Tracy Letts als Fritz Beebe
- Bradley Whitford als Arthur Parsons
- Bruce Greenwood als Robert McNamara
- Carrie Coon als Meg Greenfield
- Jesse Plemons als Roger Clark
- David Cross als Howard Simons
Liz Hannah und Josh Singer schrieben das Drehbuch. The Post wurde am 14. Dezember 2017 im Newseum in Washington, D.C. uraufgeführt, lief am 22. Dezember in ausgewählten Kinos an und startete am 12. Januar 2018 landesweit. Der Film spielte weltweit 179 Millionen Dollar ein.
Was The Post richtig macht
The Post ist am besten, wenn sie im Raum bleibt. Streeps Graham ist das eigentliche Thema des Films, eine Frau, die die Kosten einer Entscheidung erfährt, die ihr Vorstand lieber vermeiden würde. Hanks gibt Bradlee den Antrieb, den die Rolle braucht, und Odenkirks Bagdikian ist die Nebenrolle, die hängen bleibt.
Spielbergs Regie hält die Maschinerie in Bewegung. Der Film wurde als Kommentar zu den Nixon-Jahren und zum damals amtierenden Donald Trump gelesen, und diese Lesart ist berechtigt.
Wo The Post dünn wird, ist in der Geschichte. Die Pentagon-Papiere-Story gehörte zuerst der Times, und der Film rast darüber hinweg, um zum Zug der Post zu kommen. Das Ergebnis ist ein guter Film über ein großartiges Thema.
8,3 von 10.
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