Damien Chazelles Babylon ist ein lautes, ausuferndes, oft brillantes Durcheinander von einem Film über das Ende des Stummfilms und die Geburt des Tonfilms. Es ist ein historisches Epos, das zugleich eine Tragödie, eine Komödie und eine warnende Geschichte sein will. Meistens gelingt ihm das, doch so recht zusammenhält es nicht.
Der Film folgt Manny Torres, einem mexikanischen Einwanderer, der als Beleuchter für die Kinoscope Studios arbeitet, und Nellie LaRoy, einer naiven, aufstrebenden Schauspielerin aus New Jersey. Sie lernen sich auf einer wilden Party kennen, die Studioboss Don Wallach gibt, wo Elefanten über das Gelände streifen und alle auf Koks sind. Manny verliebt sich in Nellie, und sie verliebt sich in den Ruhm. Der Film verfolgt dann ihren parallelen Aufstieg und Fall, während sich Hollywood vom Stummfilm zum Tonfilm wandelt.
Trailer, über Paramount Pictures.
Manny Torres und Nellie LaRoy
Diego Calva spielt Manny als einen Mann, der ständig in Bewegung ist und hart arbeitet, um voranzukommen. Seine Darstellung ist körperlich und erschöpfend, und sie verankert die chaotische Energie des Films. Margot Robbie spielt Nellie als eine Frau, die zugleich naiv und berechnend ist, ein Starlet, das genau weiß, was es will und wie es das bekommt. Ihre gemeinsamen Szenen knistern vor Spannung und Chemie.
Brad Pitt spielt Jack Conrad, einen verblassenden Stummfilmstar, der Manny als seinen Assistenten einstellt. Pitt ist gebieterisch, selbst wenn er einen Mann spielt, der eindeutig den Bezug zur Realität verliert. Der Film verbringt viel Zeit mit Jack, doch es wird nie ganz klar, warum wir uns um ihn kümmern sollten. Jean Smart spielt Elinor St. John, die Klatschkolumnistin, die die Karrieren von Nellie und Jack verfolgt, und sie ist perfekt besetzt als scharfzüngige, leicht entgleiste Beobachterin.
Die Partyszene
Das Herzstück des Films ist ein drei Stunden langes Bacchanal, mit dem der Film beginnt. Es ist ein großartiges Set Piece, voller Tänzer, Elefanten und einem allgemeinen Gefühl von Ausschweifung. Dort verliert der Film auch seinen Fokus. Die Party dauert zu lange, und die Witze werden müde. Wenn sie endet, ist man bereit, dass die Geschichte voranschreitet.
Die Szene ist technisch beeindruckend, und sie gibt den Ton für den Rest des Films vor. Sie zeigt eine Welt des Übermaßes und des Ehrgeizes, in der Menschen alles tun, um voranzukommen. Aber sie zieht sich auch, und es dauert eine Weile, bis der Film nach dem anfänglichen Schock wieder Tritt fasst.
Ton und Stille
Der Film handelt vom Tod des Stummfilms und der Geburt des Tonfilms und fängt die Angst dieses Übergangs ein. Manny und Jack haben beide Mühe, sich an die neue Technologie anzupassen, und der Film zeigt die Panik, die durch die Branche ging. Es ist eine kluge Idee, aber sie wird nicht immer mit der Präzision umgesetzt, die sie verdient.
Das zentrale Thema des Films ist die Vorstellung, dass die Vergangenheit tot ist und die Zukunft kommt. Es ist ein Thema, das heute Resonanz findet, da die Technologie die Unterhaltungsbranche weiterhin umgestaltet. Doch die Behandlung dieses Themas im Film ist ungleichmäßig, und manchmal wirkt er eher wie eine Vorlesung als wie eine Geschichte.
Kultstatus
Babylon war ein Misserfolg an den Kinokassen, spielte 65 Millionen Dollar ein bei einem Produktionsbudget von 78 bis 80 Millionen Dollar und verursachte bei Paramount einen Verlust von 87 Millionen Dollar. Das ist ein herber Verlust für einen Film, dessen Herstellung so viel gekostet hat. Er wurde am 23. Dezember 2022 in den Vereinigten Staaten veröffentlicht und stieß bei den Kritikern auf gemischte Reaktionen.
Der Film hat seitdem einen Kultstatus entwickelt. Es ist ein Film, der wiederholtes Ansehen belohnt, auch wenn er es nicht immer verdient. Sein Ehrgeiz ist unbestreitbar, und seine Umsetzung ist oft schlampig. Es ist ein Film, den man bewundern kann, auch wenn man von ihm frustriert ist.
Was funktioniert und was nicht
Hier ist eine kurze Übersicht über die Stärken und Schwächen des Films:
- Die Hauptdarsteller, insbesondere Calva und Robbie.
- Die Partyszene, die visuell atemberaubend ist.
- Das Thema der sich wandelnden Branche.
- Das Tempo, das in der Mitte schleppend ist.
- Die allgemeine Kohärenz der Erzählung.
| Element | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|
| Hauptdarsteller | Calva und Robbie sind hervorragend | Pitts Jack ist unterentwickelt |
| Eröffnungsparty-Szene | Visuell atemberaubend | Zu lang, repetitiv |
| Branchenthema | Relevant und gut beobachtet | Doziert manchmal, statt zu unterhalten |
| Insgesamt ist das Tempo | Zu Beginn und am Ende stark | Zieht sich in der Mitte |
Der Film ist eine gemischte Tüte, aber eine gemischte Tüte mit einigen sehr starken Zutaten. Es ist ein Film, an den man sich wegen seiner Höhen und Tiefen erinnern wird, und über den man sich danach wahrscheinlich mit seinen Freunden streiten wird. Das ist keine schlechte Sache.
Bewertung: 6,1 von 10
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