Marble Madness wurde 1984 von Mark Cerny für Atari Games entworfen, und seine Idee ist so klar wie kaum eine andere in der Geschichte der Spielhallen: Man führt eine Murmel durch sechs isometrische Kurse voller Hindernisse und Gegner, bevor die Zeit abläuft. In der Spielhalle tat man das mit einem Trackball, und der Trackball war das Spiel. Die Heimversionen, einschließlich des NES-Moduls, behielten die Kurse bei und gaben einem stattdessen ein Steuerkreuz. Dieser Tausch ist die ganze Besprechung.
Die Kurse
Cerny ließ sich von Minigolf, Rennspielen und der Kunst von M. C. Escher inspirieren, und die Kurse zeigen alle drei. Sie neigen und falten sich auf eine Weise, die die isometrische Ansicht selbst zum Rätsel macht, denn die Richtung, in die die Murmel muss, ist nicht immer die Richtung, die das Auge liest. Enge Korridore, plötzliche Abstürze und Gegner, die einen über den Rand stoßen, füllen sechs kurze, scharfe Level. Ein minimalistischer Ansatz beim Aussehen hält die Geometrie lesbar, und lesbare Geometrie ist das, was das Spiel braucht.
Das Rennen
Man rennt gegen die Uhr, und im Zweispielermodus rennt man gegeneinander ins Ziel. Das Zweispielerrennen ist die Version, die es sich zu Hause zu spielen lohnt. Es verwandelt eine einsame Nervenprobe in ein Gerangel, und die Murmeln können einander aus der Bahn stoßen, was das Beste im Spiel ist.
Die Technik
In der Spielhalle war Marble Madness ein Meilenstein: Ataris erstes Spiel auf der System-1-Hardware, sein erstes in C programmiertes und eines der ersten mit echtem Stereoton. Nichts davon übersteht den Weg zum NES, und das sollte man dem Modul nicht anlasten. Entscheidend ist, ob das Design übersteht.
Das Steuerungsproblem
Es übersteht teilweise. Der Trackball gab der Spielhallenversion eine physische Beziehung zwischen der Hand und dem Schwung der Murmel. Das Steuerkreuz des NES gibt einem acht Richtungen und kein Gefühl für Geschwindigkeit, und das isometrische Layout bedeutet, dass ein Druck nach rechts die Murmel auf dem Bildschirm diagonal schickt, was echte Umstellung erfordert. Einmal umgestellt, ist das Spiel spielbar und oft spaßig. Es ist nie das, was es im Automaten war.
Wo es zu kurz kommt
Sechs Kurse sind selbst für die Maßstäbe der 1980er Jahre kurz, und die Zeitlimits sind so knapp bemessen, dass die meisten Spieler die letzten beiden erst nach langem Üben zu sehen bekommen. Die Schwierigkeitskurve ist in der zweiten Hälfte eine Wand. Und ohne den Trackball ist die Präzision, die die späteren Kurse verlangen, eher Frustration als Können.
Das Urteil
Marble Madness ist ein großartiges Arcade-Spiel und eine ordentliche NES-Umsetzung. Die Idee ist intakt, die Kurse sind intakt, und das, was es besonders hat wirken lassen, ist es nicht. Das ist eine faire Beschreibung der meisten Arcade-Umsetzungen dieser Ära, und diese ist besser als die meisten.
Wertung: 6,1 von 10
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