Driv3r schickt Tanner für eine weitere Mission zurück auf die Straßen, und das Ergebnis ist ein Spiel, das seine Ambitionen nie ganz verdient. Reflections Interactive hat ein Sandbox aus drei Städten und einer riesigen Autocollektion gebaut, aber der Klebstoff, der alles zusammenhält – die Geschichte, das Tempo, die Steuerung – fällt immer wieder auseinander. Dies ist ein Spiel über Geschwindigkeit, das scheinbar keinen eigenen Rhythmus finden kann.
Tanners Rückkehr
Tanner ist der zurückkehrende Undercover-Cop aus den früheren Driver-Spielen, und die Handlung fordert ihn auf, tief in einen weltweiten Hochleistungsautodiebstahlring einzutauchen. Dieses Prämissen klingt einfach genug, aber die Umsetzung zieht sich. Missionen wiederholen die gleiche Fetch-and-Deliver-Formel quer durch Miami, Nizza und Istanbul, und die Geschichte bewegt sich selten mit irgendwelcher Dringlichkeit voran.
Die Stärke des Spiels liegt in seiner Umgebung. Über 250 Kilometer Straßen, die sich über drei nachempfundene Städte erstrecken, geben den Spielern ausreichend Platz zum Cruisen, Rennen und Verfolgen. Die Fahrzeuganzahl ist ebenfalls großzügig, mit Autos, Lastwagen und Motorrädern, die fast an jeder Ecke verfügbar sind. Aber die Freiheit der offenen Welt behebt nicht die Probleme im Inneren.
Städte und Straßen
Miami, Nizza und Istanbul haben jeweils ihren eigenen Look, und der Umfang der Fahrkarte ist für seine Zeit wirklich beeindruckend. Spieler können durch belebte Straßen cruisen, über enge Gassen schlängeln oder die Autobahn zwischen Städten nehmen. Die schiere Größe der Welt ist die klarste Leistung des Spiels.
Das Problem ist, dass diese Größe nicht in Spaß übergeht. Missionen schicken Tanner oft zum selben Ort zurück, und die visuelle Vielfalt der Stadt gleicht die stumpfe Wiederholung der Aufgaben nicht aus. Ein Spiel, das auf das Streifen ausgerichtet ist, sollte dem Spieler erlauben, sich in der Welt zu verlieren; Driv3r zieht ihn immer wieder zu den gleichen Zielen zurück.
Steuerung und Kampf
Das Fahren selbst ist flüssig, und das Handling belohnt Präzision mehr als leichtsinniges Vorgehen. Aber die Kampfsysteme sind der Punkt, an dem das Spiel stark strauchelt. Das Schießen ist ungeschickt, das Zielen unpräzise, und die Gegner-KI bietet selten eine Herausforderung jenseits von dem, Feind zu beschießen, bis er stirbt.
Die Spielmodi sind auf Einzelspieler beschränkt, was bedeutet, dass es kein Mehrspielermodus gibt, auf den man zurückgreifen könnte. Für ein Spiel, das sich um Autos dreht, fühlt sich das Fehlen eines Rennmodus oder einer Wettbewerbsoption wie eine verpasste Gelegenheit an.
Sound und Präsentation
Das Audio-Design stützt sich stark auf das Actionfilm-Genre, wobei dramatische Musik und Soundeffekte versuchen, die Aufregung der Verfolgungsjagd zu verkaufen. Das gelingt meist nicht. Die Sprachausgabe ist ausreichend, obwohl der Text, der dahintersteckt, dünn genug ist, dass Tanners Dialoge eher wie Exposition als wie eine Darstellung wirken.
Die Präsentation hält sich besser als das Gameplay. Die Charaktermodelle sind detailliert, und die Beleuchtung in den drei Städten verleiht jedem Ort eine unverwechselbare Stimmung. Aber die Bildrate sinkt während geschäftigerer Sequenzen, und die Ladezeiten des Spiels können langsam sein. Keiner dieser Aspekte rettet ein Spiel, das in mehreren Schlüsselbereichen unfertig wirkt.
Eine Handlung, die weiterlebt
Das Spiel verspricht eine Handlung, die von früheren Driver-Spielen weitergeht, und hält dieses Versprechen in der Form, wenn auch nicht inhaltlich. Charaktere aus früheren Teilen tauchen im gesamten Spiel auf, und die Kontinuität verleiht dem Spiel ein Gefühl der Geschichte, das einige Spieler zu schätzen wissen werden.
Aber die neue Handlung ist dünn. Tanners Infiltrationsarbeit steigert sich selten zu etwas Merkwürdigem, und die Missionen selbst drehen sich mehr um das Abhaken von Aufgaben als darum, eine fesselnde Geschichte zu erzählen. Das Versprechen eines lebendigen Universums wird durch eine Handlung untergraben, die nicht scheinbar entscheiden kann, was sie aussagen soll.
Die Zahlen
- Plattformen: Xbox, Nintendo GameCube, PC (Microsoft Windows), PlayStation 2
- Genres: Shooter, Racing
- Themen: Action, Sandbox
- Modi: Einzelspieler
- Perspektive: Erster Person, Dritter Person)
- Fahrzeuganzahl: Autos, Lastwagen, Motorräder)
- Städtezahl: Drei (Miami, Nizza, Istanbul)
- Gesamte Straßenlänge: Über 250 Kilometer)
| Stadt) | Schauplatz) | Missionsanzahl) |
|---|---|---|
| Miami) | Stadtstraßen) | Mehrere) |
| Nizza) | Küstenstraßen) | Mehrfach |
| Istanbul | Enge Gassen | Mehrfach |
Das Spiel zeigt seine besten Momente, wenn die Spieler die Missionen beiseiteschieben und einfach fahren. Die Freiheit, in jedes beliebige Fahrzeug zu springen und die Straßen zu erkunden, ist es, wo Driv3r am hellsten erstrahlt. Es ist schade, dass das Spiel einen Großteil seiner Laufzeit damit verbringt, gegen seine eigenen Stärken anzukämpfen.
Driv3r ist eine technische Leistung in seinem Fahrverhalten und seinem Open-World-Umfang, aber es gelingt ihm nicht, eine stimmige Erfahrung rund um diese Stärken zu bieten. Die Missionen ziehen sich, der Kampf enttäuscht, und die Geschichte hält kaum zusammen. Es ist ein Spiel, das zeigt, was Reflections mit Autos und Städten anfangen könnte, aber es gelingt ihm nie ganz, dieses Potenzial in etwas Befriedigendes zu verwandeln.
Wertung: 5,1 von 10.
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