Chroma Squad verwandelt die Produktion einer Show im Power-Rangers-Stil in ein taktisches RPG, und das ist eine bessere Idee als die meisten Spiele, die auf einem Gimmick aufbauen. Behold Studios, ein brasilianisches Team, finanzierte das Projekt auf Kickstarter und veröffentlichte es am 30. April 2015 für PC, Mac und Linux. Später erschien es Anfang 2017 für PlayStation 4, Xbox One und Mobilgeräte, dann am 1. August 2019 für Nintendo Switch.
Trailer, via Behold Studios.
Fünf Stunt-Schauspieler kündigen ihre Jobs
Die Prämisse ist das gesamte Pitch. Fünf Stunt-Schauspieler kündigen ihre Jobs und gründen ihre eigene Tokusatsu-Firma, geleitet von einem mysteriösen Artefakt, das sie finden und „Cerebro“ nennen. Man besetzt die Schauspieler, kauft Ausrüstung und Upgrades für das Studio und bastelt Waffen und riesige Mechas aus Pappe und Klebeband.
Jeder Schauspieler hat besondere Eigenschaften, und man weist ihnen Rollen und Anzugfarben zu. Im Laufe der Show kann man das Team, den Roboter und die Catchphrases umbenennen. Diese Flexibilität ist der beste Trick des Spiels: Die Show gehört einem, bis hin zu dem, was die Helden rufen.
Jede Stage ist eine Episode. Die Helden kämpfen gegen eine Gruppe von Schurken, manchmal gefolgt von einem Kampf zwischen Mecha und vergrößertem Monster. Wie man abschneidet, fließt direkt in die Einschaltquoten der Show ein, und hohe Quoten lassen die Fangemeinde und die Einnahmen wachsen.
Einnahmen kaufen Studioverbesserungen und bessere Ausrüstung und Mecha. Episoden sind in Staffeln gruppiert, und wenn man die Ziele der Sponsoren am Ende einer Staffel verfehlt, bedeutet das Game Over. Diese Struktur gibt der Taktik eine zweite Aufgabe: Man gewinnt nicht nur Kämpfe, man schützt ein Budget.
Teamwork erhöht die Einschaltquoten
Kämpfe beginnen mit den Helden in ihrer normalen Gestalt. Später erhalten sie die Fähigkeit, sich zu verwandeln, was HP wiederherstellt und besondere Fähigkeiten eröffnet. Die „Teamwork“-Funktion lässt Helden einander helfen — längere Distanzen überbrücken, gemeinsam härter zuschlagen oder Kräfte zu einem Spezialangriff kombinieren, der die Einschaltquoten erhöht, wenn er das Monster der Woche erledigt.
Bei dieser letzten Mechanik ist Chroma Squad am schärfsten. Das Quotensystem macht Showmanship zu einer Ressource. Ein effektvoller Finisher ist nicht nur Beiwerk; er ist Geld und Überleben. Nur wenige taktische RPGs binden ihre Kampfentscheidungen so eng an ein Geschäft, und noch weniger lassen diese Bindung wie den Kern der Sache wirken statt wie ein Anhängsel.
Die rundenbasierten Kämpfe selbst sind die schwächere Hälfte. Die isometrische Vogelperspektive und das fünfköpfige Team sind klar erkennbar, doch die Taktik ist im Vergleich zur Studioebene konventionell. Diese Raster kennt man bereits. Was man noch nicht gesehen hat, ist ein Raster, in dem der Kampf zugleich eine Fernsehepisode ist und in dem eine schlechte Staffel das Aus bedeuten kann.
Wo der Gag seinen Nutzen beweist
Die Einflüsse des Spiels sind nicht verborgen. Es schöpft aus Tokusatsu-Serien, insbesondere Super Sentai und Power Rangers, und trägt diese Schuld als Komödie statt als Hommage. Die Themen sind Action, Fantasy und Komödie, und die Komödie funktioniert, weil das Spiel die Produktion ernst nimmt – Besetzung, Upgrades, Sponsoren, Schlagworte.
Der Mischmasch der Genres – RPG, Simulation, Strategie, rundenbasierte Strategie, Abenteuer, Indie – klingt wie ein Problem für die Shop-Seite, beschreibt das Spiel aber ehrlich. Man führt ein Studio und bekämpft ein Monster, und die beiden Hälften teilen sich eine Geldbörse.
Eine geplante PlayStation-Vita-Version wurde abgesagt. Das ist der einzige lose Faden in einem ansonsten vollständigen Lauf über alle Plattformen.
Chroma Squad ist kein großartiges taktisches RPG. Seine Kämpfe würden allein kein Spiel tragen, und die Staffelziele können eine unterhaltsame Episode in eine Pflichtübung verwandeln. Doch die Studioebene ist der Grund zu spielen, und sie hält stand. Einen Mecha aus Pappe und Klebeband zu bauen und dann zuzusehen, wie er die Einschaltquoten rettet, ist ein besonderes Vergnügen, das kein anderes Spiel dieses Genres bietet.
Mit 7,2 von 10 ist Chroma Squad ein kluges, lustiges, leicht unebenes Spiel, dessen beste Idee größer ist als sein Kampf. Spielt es wegen der Show, nicht wegen des Rasters.
Die Zahlen hinter der Show
- Wertung: 7,2 von 10 (Aggregat aus 7 Publikationen)
- Entwickler: Behold Studios
- Publisher: Bandai Namco Entertainment, Plug In Digital
- Erstveröffentlichung: 30. April 2015 (PC, Mac, Linux)
- Spätere Veröffentlichungen: PlayStation 4, Xbox One, iOS, Android Anfang 2017; Nintendo Switch am 1. August 2019
- Plattformen: PlayStation 4, Linux, PC, Mac, Xbox One, Nintendo Switch
- Modi: Einzelspieler
- Finanzierung: Kickstarter
- Gestrichen: PlayStation-Vita-Version
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