Dynasty Warriors: Gundam ist ein Spiel über Ausmaß, und das weiß es. Der 2007 von Omega Force entwickelte und von Bandai Namco veröffentlichte Titel versetzt die Spieler in das Universum von Mobile Suit Gundam, wo sie Wellen von Feinden auf Schauplätzen bekämpfen, die aus Universal Century, Zeta Gundam und ZZ Gundam stammen. Es ist ein Hack-and-Slash-Beat-‚em-up im Gewand eines RPG, und es spielt sich auch so.
Das Spiel entlehnt seinen Kern der Dynasty-Warriors-Reihe von Koei, ersetzt jedoch Samurai-Armeen durch Mobile Suits. Die Spieler bewegen sich durch Arenen und räumen Feinde mit Combos, Spezialangriffen und gewaltigen Mech-Hieben aus. Es ist schnell, laut und auf Spektakel statt auf Tiefe ausgelegt.
Trailer, via JohnGodgamesHD.
Offizieller Modus und Original-Modus
Das Spiel teilt seine Kampagne in zwei Modi auf. Der Offizielle Modus folgt der Zeitlinie des Universal Century und greift Ereignisse aus der ursprünglichen Mobile-Suit-Gundam-Fernsehserie und ihren Fortsetzungen Zeta Gundam und ZZ Gundam auf. Sechs spielbare Charaktere durchstreifen vertraute Schlachten, und die Spieler können im Verlauf zwischen verschiedenen Mobile Suits wechseln.
Der Original-Modus ist die Wildcard. Er erzählt eine neue, nicht-kanonische Geschichte, in der Teams von Piloten aus dem Universal Century und drei Serien aus alternativen Universen – G Gundam, Gundam Wing und Turn-A Gundam – einen Planeten untersuchen, der auf Kollisionskurs mit der Erde ist. In diesem Modus können die Spieler Piloten und Mecha unabhängig voneinander kombinieren, sodass eine Figur jeden im Spiel freigeschalteten Suit steuern kann.
Das Combo-System
Das Herzstück von Dynasty Warriors: Gundam ist sein Combo-System. Jeder Suit und jeder Pilot hat seine eigenen Stärken, und das Spiel belohnt es, Fernkampfangriffe mit Nahkampfschlägen zu mischen. Combos sind für jede Suit-Piloten-Kombination einzigartig, was bedeutet, dass das Spiel sich merkt, wen man spielt, und die Art und Weise ändert, wie man kämpft.
Hier zeigt das Spiel seinen Ehrgeiz. Statt eines einzigen Satzes von Bewegungen erhalten die Spieler einen personalisierten Werkzeugkasten, der sich je nachdem verändert, wer im Cockpit sitzt. Es ist ein cleverer Weg, das Geschehen frisch zu halten, selbst wenn die Arenen beginnen, sich zu ähneln.
Was funktioniert und was nicht
Das Spiel ist am besten, wenn es in Bewegung ist. Die Schlachten sind chaotisch, und der Bildschirm füllt sich mit Explosionen, Partikeleffekten und feindlichen Blitzen. Diese Energie ist der Punkt. Weniger erfolgreich ist es, wenn es Präzision verlangt.
Manche Levels fühlen sich beengt an, und die Kamera hat Mühe, mit schnellen Bewegungen Schritt zu halten. Gegner können sich stapeln, und das Spiel verrät selten, in welcher Welle man sich befindet oder welches Ziel als Nächstes ansteht. Der Mangel an klarer Führung ist ein echtes Problem, besonders im Original-Modus, wo die Handlung dünn ist und das Tempo darunter leidet.
Besetzung und Schauplatz
Das Aufgebot ist groß. Charaktere aus dem gesamten Gundam-Franchise treten als spielbare und nicht spielbare Einheiten auf, wobei Mechs aus Mobile Suit Variation und Mobile Suit Gundam 0083: Stardust Memory als feindliche Einheiten erscheinen. Hajime Katoki entwarf einen neuen Musha Gundam für das Spiel und fügte dem Mix ein frisches Design hinzu.
Die Lokalisierung verdient Anerkennung. AltJapan übernahm die englische Übersetzung, und das Spiel erschien in Nordamerika am 28. August 2007 als Dynasty Warriors: Gundam für PlayStation 3 und Xbox 360. Es war das zweite Next-Gen-Gundam-Spiel, das nach Mobile Suit Gundam: Crossfire in der Region herauskam.
Wo es landet
Dynasty Warriors: Gundam ist kein tiefgründiges Spiel. Es ist ein lautes, überzogenes Arcade-Erlebnis, das Tastendrücken und Mustererkennung belohnt. Für Fans des Gundam-Franchise bietet es die Chance, mit geliebten Charakteren und Maschinen in einem Format zu spielen, das sie noch nie gesehen haben. Für Neueinsteiger machen der fehlende Kontext und das dichte Leveldesign es zu einem schwereren Verkauf.
So schneiden die Stärken des Spiels ab:
- Das Combo-System, das jeder Suit-Pilot-Kombination ihre eigenen Moves gibt.
- Die Vielfalt der Mechs aus verschiedenen Gundam-Serien.
- Das visuelle Spektakel riesiger Roboter, die durch Menschenmengen pflügen.
Hier bleibt es hinter den Erwartungen zurück:
- Die Kamera, die in geschäftigen Kämpfen den Fokus verliert.
- Das Fehlen klarer Ziele im Original-Modus.
- Die Wiederholung, die sich bei langen Sitzungen einstellt.
- Die Schwierigkeitskurve, die Spieler bestraft, die das Spiel meistern wollen.
Das Spiel ist ein solider, wenn auch unebener Beitrag zum Genre. Es gelingt ihm, was es sich vorgenommen hat – eine unterhaltsame, chaotische Fahrt durch das Gundam-Universum zu bieten –, doch es stolpert, wenn es Geduld oder Liebe zum Detail verlangt.
Fazit
Dynasty Warriors: Gundam ist ein Spiel, das sein Publikum kennt und seine Versprechen einlöst. Es ist kein Meisterwerk, aber ein kompetentes, unterhaltsames Paket für Fans des Gundam-Franchise. Allein das Combosystem hebt sich hervor, und die schiere Menge an Inhalten hält das Spiel eine Weile interessant.
Das Spiel ist eine gemischte Tüte, aber es verdient seinen Platz im Gundam-Kanon.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.




