M. Night Shyamalans „Signs“ beginnt auf einer Farm in Doylestown, Pennsylvania, wo ein ehemaliger episkopaler Priester namens Graham Hess erwacht und entdeckt, dass ein Kornkreis in sein Maisfeld geschnitten wurde. Es ist August 2002. Der Film dauert 106 Minuten. Und eine Zeit lang ist er sehr gut.
Trailer, via M. Night Shyamalan.
Der Kornkreis in Graham Hess‘ Maisfeld
Der Aufbau ist schlicht und präzise. Graham (Mel Gibson) lebt mit seinem asthmatischen Sohn Morgan (Rory Culkin) und seiner kleinen Tochter Bo (Abigail Breslin), die kein Wasser berührt, das sie für verunreinigt hält. Sein Bruder Merrill (Joaquin Phoenix), ein gescheiterter Minor-League-Baseballspieler, ist eingezogen, seit Grahams Frau Colleen sechs Monate zuvor bei einem Verkehrsunfall gestorben ist. Graham verließ danach die Kirche. Er erklärt nicht, warum, und der Film ist besser, weil er ihn nicht dazu macht.
Die Kornkreise breiten sich aus. Lichter erscheinen über Städten weltweit. Morgan empfängt Geräusche auf Bos altem Babyphon. Merrill ist überzeugt, nachdem er Aufnahmen aus Brasilien von einem nicht identifizierten humanoiden Wesen gesehen hat. Graham besteht darauf, dass es eine vernünftige Erklärung gibt. Dann sieht er einen Eindringling auf seinem Dach stehen.
Die Vorratstür und die abgetrennten Finger
Shyamalan spielt den Tierarzt Ray Reddy, den Mann, der Colleen getötet hat. Reddy ruft Graham zu sich nach Hause, sagt ihm, er habe eine Kreatur in der Vorratskammer eingeschlossen, und fährt zum See, im Glauben, die Wesen meiden Wasser. Graham schaut unter die Tür. Eine Hand mit Krallen schlägt nach ihm, und er trennt ihre Finger ab.
Diese Szene ist das beste Argument des Films für sich selbst. Sie ist ein Horror-Moment, der aus fast nichts aufgebaut ist – eine Tür, ein Flur, eine Hand – und sie funktioniert, weil Shyamalan eine Stunde damit verbracht hat, ein Farmhaus wie den einzigen Ort auf Erden wirken zu lassen. Die Familie vernagelt die Fenster und Türen. In dieser Nacht bricht etwas ein, und sie ziehen sich in den Keller zurück, wo Morgan einen Asthmaanfall erleidet und seine Medikamente oben sind.
Glaube, Verwandtschaft und was das Drehbuch nicht fassen kann
Signs will vom Glauben handeln. Graham hat nach dem Tod seiner Frau die Kirche verlassen, und der Film will ihn durch die Invasion zurückbringen. Das verdient er nicht. Die Theologie kommt als eine Reihe von Zufällen daher, die so ordentlich arrangiert sind, dass das Ende weniger wie Gnade wirkt als wie ein Drehbuchautor, der einen Kreis schließt. Bos Fixierung auf Wasser, Morgans Asthma, Merrills Schaukel – jedes Einzelne ist ein Pflänzchen, und jedes Einzelne zahlt sich aufs Stichwort aus.
Die Darstellerleistungen halten besser stand als die Struktur. Gibson spielt Trauer als Erschöpfung statt als Spektakel. Phoenix verleiht Merrill eine sanfte, ziellose Qualität, die den Bruder sehenswert macht. Breslin, hier sehr jung, ist auf die richtige Weise wirklich seltsam.
Das Drehbuch ist der Punkt, an dem der Film den Halt verliert. Shyamalan hat nichts über Außerirdische gesagt, und der Film hält seine Kreaturen meist außerhalb des Bildes, was die richtige Wahl ist. Doch die Dialoge werden steif, wann immer der Film nach Bedeutung greift, und die weltweite Invasion wird fast ausschließlich durch Fernsehaufnahmen inszeniert – eine Einschränkung, die der Film nie in eine Idee verwandelt.
Was hält und was nicht
Die Atmosphäre ist echt. James Newton Howards Musik leistet leise Arbeit, und die Kamera hält das Kornfeld am Rand des Bildes, bis es zum ganzen Bild wird. Der Film war ein finanzieller Erfolg und spielte bei einem Budget von 72 Millionen Dollar 408 Millionen Dollar ein, der siebtmeistverdienende Film des Jahres 2002. Er erhielt positive Kritiken und Auszeichnungsnominierungen von der Online Film Critics Society und den Empire Awards und gewann eine Auszeichnung der American Society of Composers, Authors and Publishers. Die Blu-ray mit Shyamalans Kommentar, gelöschten Szenen und Making-of-Material erschien am 3. Juni 2008.
Nichts davon klärt die Frage. Signs ist ein straffer, gut gemachter Thriller mit einem großartigen Schrecken und einem dritten Akt, der Arrangement mit Bedeutung verwechselt. Allein wegen der Speisekammertür lohnt er sich.
5,9 von 10
Wichtige Fakten
- Titel: Signs (2002)
- Regie/Drehbuch: M. Night Shyamalan
- Laufzeit: 106 Minuten
- Premiere: 2. August 2002
- Budget: 72 Millionen Dollar
- Einspielergebnis: 408 Millionen Dollar
- Bewertung: 5,9 von 10
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