Colin Farrell verbringt den größten Teil von The Penguin hinter einem Gesicht, das nicht sein eigenes ist, und die Leistung wirkt dennoch als das Lebendigste, was HBO in diesem Herbst zu bieten hat. Lauren LeFranc entwickelte die achtteilige Miniserie als Spin-off von Matt Reeves‘ Film The Batman aus dem Jahr 2022, und sie folgt Oz Cobbs Aufstieg durch Gothams kriminelle Unterwelt, nachdem der Wellenbrecher einstürzt und Carmine Falcone stirbt. Die Serie lief vom 19. September bis 10. November 2024.
Trailer, via HBO Max.
Oz Cobb und das Machtvakuum
Die Prämisse ist einfach und solide: Während die Stadt in Gefahr ist, will Oz das Vakuum füllen, das Falcone hinterlassen hat, und seiner Mutter Francis endlich das Leben geben, das er ihr versprochen hat. Ihm im Weg stehen seine Feinde und sein eigener Ruf als „der Penguin“. Farrell spielt diese Demütigung als Treibstoff. Die Figur ist ein Mann, über den jahrelang gelacht wurde, und die Serie lässt einen das nie vergessen.
Cristin Miliotis Sofia Falcone ist das Gegengewicht. Sie wurde im Oktober 2022 als weibliche Hauptrolle besetzt, und sie gibt Oz eine Rivalin, die klüger ist als er und ebenso hungrig. Rhenzy Feliz spielt Victor Aguilar, den jungen Mann, der sich mit Cobb anfreundet und sein Schützling wird — eine Beziehung, die die Serie als ihr emotionales Rückgrat behandelt.
Clancy Brown und die Maroni-Bank
Die Serie schöpft tief aus der Bank des Films. Clancy Brown spielt Salvatore Maroni, eine Rolle, die in The Batman von einem ungenannten Komparsen besetzt wurde. Deirdre O’Connell ist Francis Cobb. Shohreh Aghdashloo ist Nadia Maroni, Michael Kelly ist Johnny Viti, Carmen Ejogo ist Eve Karlo, und Theo Rossi ist Dr. Julian Rush.
Mark Strong erscheint in Rückblenden als jüngerer Carmine Falcone und ersetzt John Turturro, der die Figur im Film spielte. LeFranc sagte, Turturro sei nicht in der Lage gewesen, die Rolle erneut zu übernehmen. Diese Neubesetzung hätte eine schwächere Serie versenken können. Hier liest sie sich als saubere Übergabe.
Der Arbeitsstreit, der die Dreharbeiten stoppte
Die Produktion begann im März 2023 in New York und wurde im Juni jenes Jahres unterbrochen, als die Arbeitsstreitigkeiten in Hollywood 2023 die Sets schlossen. Sie wurde Ende November wieder aufgenommen und im Februar 2024 abgeschlossen. Die Serie wechselte dann im Juli 2024 von Max zu HBO.
Craig Zobel führte bei den ersten drei Folgen Regie. Helen Shaver und Kevin Bray führten bei je zwei Folgen Regie. Jennifer Getzinger führte beim Finale Regie. Diese Aufteilung ist für eine Miniserie ungewöhnlich gleichmäßig, und das zeigt sich im Erzähltempo.
Basierend auf der gleichnamigen Figur aus den DC Comics dient sie als Spin-off des Films The Batman aus dem Jahr 2022.
Was The Penguin richtig macht
Die beste Entscheidung der Serie ist es, Oz nicht sympathisch zu machen. Er ist ein Mann, der möchte, dass seine Mutter ein schönes Leben hat, und er ist bereit, dafür monströse Dinge zu tun. LeFranc, die auch als Showrunnerin fungiert, hält den Fokus auf diesem Widerspruch statt auf Gothams größerer Mythologie.
Acht Folgen sind die richtige Länge. Es gibt keinen Füllbogen, keine Folge, die nur existiert, um eine Fortsetzung vorzubereiten.
Farrell unterschrieb im Dezember 2021 und war als ausführender Produzent der Serie tätig. Er hat die Zusammenarbeit mit LeFranc als ähnlich kollaborativ beschrieben wie die Zusammenarbeit mit Reeves. Dieses Vertrauen ist auf dem Bildschirm sichtbar.
Wichtige Fakten – Sender: HBO – Folgen: 8 in 1 Staffel – Erstausstrahlung: 2024-09-19 – Letzte Ausstrahlung: 2024-11-10 – Genres: Drama, Krimi – IMDb: 9,0/10
The Penguin ist das seltene Spin-off, das seine eigene Existenz rechtfertigt. Es nimmt eine Nebenfigur aus einem Blockbuster und gibt ihr einen vollständigen, hässlichen, fesselnden Handlungsbogen, ohne sich auf Batman selbst zu stützen. Die Bewertung spiegelt das wider: 9,0 von 10.
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