Blood Omen: Legacy of Kain erschien 1996 für die PlayStation mit einem Konzept, das sein Entwickler unverblümt darlegte. Silicon Knights wollte „ein Spiel, das Erwachsene spielen wollen“, und filmische Handwerkskunst auf eine Spielkonsole bringen. Crystal Dynamics veröffentlichte es. Was auf den Markt kam, ist ungleichmäßig, ehrgeizig und Ihre Zeit wert.
Kain erwacht als Vampir
Die Prämisse ist das Beste hier. Kain, ein menschlicher Adliger, wird überfallen und von einer Bande von Assassinen getötet. Mortanius bietet ihm Rache an; Kain stimmt zu, ohne nach dem Preis zu fragen, und erwacht als Vampir. Er tötet seine Angreifer und erfährt dann, dass sie nur Werkzeuge waren. Die Suche nach der wahren Ursache – und nach einem Heilmittel für seinen Fluch – führt ihn zu den Säulen von Nosgoth, wo Ariel ihm sagt, er müsse den Zirkel der Neun zerstören.
Diese Prämisse trägt die Hauptlast. Man spielt ein Monster, das schlimmere jagt, und das Spiel weiß das.
Blut ist die Gesundheitsleiste
Blood Omen ist ein zweidimensionales Action-Adventure aus der Draufsicht, das zwischen Erkundung im Freien und Dungeon-Kriechen wechselt. Der Kampf ist Hack and Slash, mit Rätseln und Gefahren zwischen den Kämpfen. Der Haken ist die Gesundheitsanzeige: Sie leert sich mit der Zeit, leert sich schneller, wenn man Schaden nimmt, und füllt sich nur wieder, wenn Kain das rote Blut lebender Kreaturen trinkt. Menschen, Tiere und Fantasiekreaturen bevölkern die Welt, und man kann sie direkt töten oder verwunden und sich ernähren.
Das Blutsystem hat echte Textur. Geisterhafte Feinde hinterlassen blaues Blut, das Magieenergie für Zauber und Gestaltwandlung wiederherstellt. Untote liefern schwarzes Blut, das Kain schadet. Dämonen und Mutanten liefern grünes Blut, das ihn vergiftet und Gesundheit schneller abzieht. Bosskämpfe gegen den Zirkel der Neun verlangen, dass man ihre Token zu den Säulen zurückbringt.
ein Spiel, das Erwachsene spielen wollen
Eine Geschichte, die sich ihrer eigenen Grausamkeit verschreibt
Die Handlung verweigert den einfachen Ausweg. Kain bittet das Orakel von Nosgoth, trifft Vorador und wird gedrängt, den Vampirismus anzunehmen, statt sich in menschliche Angelegenheiten einzumischen. Vorador tötet Malek, während Kain Bane den Druiden und DeJoule den Energisten tötet. Dann verweist Ariel ihn auf den Krieg gegen die Legionen des Nemesis, deren Armeen Willendorf bedrohen. König Ottmar sammelt seine Truppen; die Schlacht ist eine Katastrophe, Ottmar stirbt, und Kain flieht 50 Jahre in die Vergangenheit mit einem Zeitstrom-Gerät.
Dort ermordet er den jungen König William den Gerechten, was ein Paradoxon auslöst, das die Legionen aus dem Zeitstrom löscht. Als er in die Gegenwart zurückkehrt, stellt er fest, dass der Mord eine neue Vampir-Säuberung ausgelöst hat, angeführt von Moebius dem Zeitstromer — dem Orakel und dem Architekten von allem. Moebius richtet Vorador hin. Kain tötet ihn trotzdem, und bleibt als Letzter seiner Art zurück.
Das Ende liefert die These. Kain erfährt, dass er das letzte wahnsinnige Mitglied des Zirkels ist, Ariels unwissender Nachfolger als Wächter des Gleichgewichts. Das Heilmittel, das er suchte, ist sein eigener Tod. Man wählt: sich selbst opfern und Nosgoth heilen, oder sich verweigern, die Säulen einstürzen lassen und die Ödnis als das mächtigste verbliebene Wesen regieren. Das Zweite ist Kanon, und es ist das mutigere Ende.
Wo es hakt
Die Mängel sind struktureller, nicht kosmetischer Natur. Die Rezensenten damals lobten den Umfang und die Erzählweise, kritisierten aber scharf die langen Ladezeiten, und diese Beschwerde hat gut gealtert. Die Draufsicht hält die Welt lesbar, ebnet aber das Drama ein, das die Geschichte ständig verspricht. Ein Spiel, das Kino sein will, verbringt viel Zeit mit Warten.
Die Veröffentlichungsgeschichte ist chaotischer, als die meisten Spieler sich erinnern. Eine von Semi Logic Entertainments entwickelte Windows-Portierung erschien 1997 über Activision, unter Lizenz von Crystal Dynamics. Eine Sega-Saturn-Version wurde während der Produktion angekündigt und vor der Auslieferung abgesagt. GOG.com veröffentlichte das Spiel 2021 digital neu, was heute der einfachste Weg ist, es zu spielen.
Siebeneinhalb ist die richtige Zahl. Die Blutökonomie, die Pfeiler und Kains langsamer Abstieg vom Opfer zum Spitzenprädator machen dies zu einem der interessanteren Spiele von 1996. Das Tempo und die Ladezeiten verhindern, dass es großartig wird. Crystal Dynamics behielt die Rechte nach einem Streit und baute von hier aus Legacy of Kain: Soul Reaver. Fangen Sie trotzdem am Anfang an.
7,5 von 10.
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