Bullfrog Productions baute Populous auf einer einfachen, seltsamen Idee auf: Man steuert nie eine einzelne Person. Man spielt eine Gottheit, und die Anhänger erledigen die Arbeit. Die SNES-Umsetzung trägt diese Idee unverändert weiter, und sie hält auch heute noch als erstes Götterspiel stand.
Land erheben und Mana aufbauen
Das Hauptgeschehen liegt auf einem isometrischen „Tisch“. Befehlssymbole umgeben den Rand. Eine Weltkarte liegt aufgeschlagen wie ein Buch. Ein Regler verfolgt das Mana, die göttliche Kraft, die man für jedes Wunder ausgibt.
Die Aufgabe auf jeder Ebene besteht darin, die eigene Anhängerschaft so weit zu vergrößern, dass sie die Anhänger der feindlichen Gottheit auslöschen kann. Das grundlegendste Werkzeug ist das Anheben und Absenken von Land. Man ebnet den Boden, damit die eigenen Leute bauen können. Man kann das Land auch dem Gegner unter den Füßen wegziehen.
500 Ebenen aus Wüste, Fels und Lava
Mehr Häuser bedeuten mehr Anhänger, und mehr Anhänger bedeuten mehr Mana. Dieser Kreislauf schaltet die übrigen Kräfte frei. Erdbeben, Überschwemmungen, Sümpfe, Vulkane und die Fähigkeit, gewöhnliche Anhänger in Ritter zu verwandeln.
Die Landschaft ist keine Dekoration. Wüste, Fels und Lava, Schnee und Eis verändern jeweils, wie sich die eigenen Anhänger und die des Gegners entwickeln. Das Spiel hat mehr als 500 Ebenen, und jede ist ein frisches Stück Land mit zwei Populationen darauf.
Hier ist die Reihenfolge, auf die es auf jeder Karte ankommt:
- Flaches Land erheben, damit die eigenen Anhänger darauf bauen können.
- Die Bevölkerung steigen lassen, um das Mana zu speisen.
- Dieses Mana für die nächste göttliche Kraft ausgeben.
- Anhänger in Ritter verwandeln und den Gegner auslöschen.
Peter Molyneux und der Lego-Prototyp
Der Designer Peter Molyneux und Bullfrog erarbeiteten den Gameplay-Prototyp als Brettspiel, das sie aus Lego bauten. Dieser Ursprung ist erkennbar. Populous spielt sich wie eine physische Sache, die man herumschiebt, nicht wie eine Simulation, die unter einem läuft.
Das Spiel erschien zuerst im März 1989 für den Amiga, dann für den Atari ST und MS-DOS, mit Umsetzungen für den Genesis, Super NES und PC Engine. Es verkaufte sich über vier Millionen Mal und ist eines der meistverkauften PC-Spiele aller Zeiten.
Wo die SNES-Version steht
Die Super-NES-Umsetzung ist einer von vielen Ports, die dem Original von 1989 folgten. Der kritische Beifall und die Nominierungen zum Jahresende, darunter Game-of-the-Year-Nominierungen mehrerer Publikationen, galten dieser Originalveröffentlichung, nicht speziell der SNES-Version.
Was der Port nicht beheben kann, ist das Tempo. Eine Bevölkerung statt einer Figur zu lenken, ist der ganze Punkt, und es ist auch die Hürde. Die Level belohnen Geduld, und Geduld ist nicht dasselbe wie Spannung.
Ein Gottespiel, das noch immer Bestand hat
Populous verdient seinen Ruf als erstes Gottespiel, weil die Idee bei ihrem Erscheinen vollständig war. Mana, Land, Anhänger, feindliche Gottheit: Jedes spätere Spiel des Genres ordnet diese Teile neu an.
Die SNES-Version ist eine getreue Umsetzung eines Meilensteins, und getreu ist sowohl das Lob als auch die Grenze. Sie liefert das Originaldesign, ohne dessen Langsamkeit abzuschleifen. Man spielt es, um zu sehen, wo das Genre begann, nicht für einen Nervenkitzel.
7,7 von 10, der MobyGames-Durchschnitt für die SNES-Version.
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