Everybody’s Gone to the Rapture beginnt mit einem Ende. Das Abenteuerspiel von The Chinese Room aus dem Jahr 2015 versetzt dich nach Yaughton, ein Dorf in Shropshire, das leer steht. Spielzeug liegt vergessen auf dem Spielplatz. Quarantäne-Flugblätter wehen über den Kirchhof. Unten auf Appletons Farm bleiben die Felder unbestellt.
Das Spiel erschien am 11. August 2015 für PlayStation 4 und am 14. April 2016 für Windows, veröffentlicht von Sony Computer Entertainment. Es ist eine Ego-Perspektive-Geschichte für einen Spieler darüber, was hier geschehen ist, und es ist eines der seltsamsten und schönsten Werke, die das Studio geschaffen hat.
Trailer, via IGDBcom.
Yaughton Valley, 1984
Das Spiel spielt im Jahr 1984. Der Spieler durchwandert ein offenes Tal und versucht herauszufinden, wie und warum alle fort sind. In der Luft schweben leuchtende Kugeln. Sie führen dich zu Szenen aus menschenförmigen Lichtern, die Ereignisse nachstellen, die bereits geschehen sind. Du kannst auch Türen, Radios, Telefone, Zäune und Stromschalter berühren.
Telefone und Radios spielen Gespräche, Aufnahmen und Sendungen erneut ab. Setzt man diese Fragmente zusammen, erhält man das Hauptereignis: die „Entrückung“.
Kate Collins und Stephen Appleton
Die Geschichte erstreckt sich über fünf Gebiete, die jeweils um eine andere Figur herum aufgebaut sind. Die beiden im Zentrum sind Dr. Katherine „Kate“ Collins und ihr Ehemann Stephen Appleton, beide Wissenschaftler am Observatorium.
Kate und Stephen entdecken ein seltsames Muster aus Lichtern am Nachthimmel. Sie glauben, es sei eine unbekannte Lebensform. Sie beobachten, wie es andere Lebensformen – Vögel, Kühe – infiziert und manchmal tötet, bevor es sich auf Menschen ausbreitet. Kate entscheidet, dass das Muster zu kommunizieren versucht und dass es das Unheil, das es anrichtet, nicht versteht.
Stephen gelangt zu der entgegengesetzten Schlussfolgerung. Er ist überzeugt, dass das Muster eine tödliche Bedrohung ist, die die menschliche Rasse vernichten kann. Kate, nachdem sie ihn wegen seiner Affäre mit seiner ehemaligen Verlobten Lizzie Graves zur Rede gestellt hat, schließt sich im Observatorium ein und verbringt den größten Teil der Geschichte damit, zu versuchen, mit dem Ding zu sprechen.
Währenddessen wird das Tal krank. Bewohner zeigen Symptome unerklärlicher Blutungen und Hirndrucks, die mit einem Hirntumor vereinbar sind, wie ein Arzt in einer zurückgelassenen Aufnahme anmerkt. Andere verschwinden einfach.
Diese Geschichte beginnt mit dem Ende der Welt.
Was das Spiel von dir verlangt
Der Vergleich mit Dear Esther, dem früheren Spiel des Studios, ist fair — Everybody’s Gone to the Rapture ist ein geistiger Nachfolger davon. Doch dieses hier ist größer und offener. Du bist nicht auf Schienen. Du wanderst umher, und das Tal gibt seine Teile in dem Tempo preis, in dem du sie findest.
Das ist auch das Problem. Die Kugeln und die nachgespielten Szenen sind das gesamte Erzählen, und sie verlangen Geduld. Ein Spieler, der erfahren will, was geschehen ist, wird lange Strecken einen Weg entlanggehen, mit nichts als Wind und Radiorauschen.
Die Belohnungen sind echt. Das ausblutende Detail, die Aufnahme des Arztes, die langsame Erkenntnis, dass Kate und Stephen dasselbe Ereignis beschreiben und daraus gegensätzliche Lehren ziehen — das ist eine Geschichte über Menschen unter einer Last, die sie nicht benennen können, und das Spiel hält diese Linie, ohne sie zu verbilligen.
Wo das Urteil landet
Hier ist die ehrliche Reihenfolge dessen, worauf es in Everybody’s Gone to the Rapture ankommt:
- Das Dorf selbst. Yaughton ist die beste Figur im Spiel, und der leere Spielplatz und die Flugblätter auf dem Kirchhof leisten mehr als jede Dialogzeile.
- Die Trennung von Kate und Stephen. Zwei Wissenschaftler, ein Signal, zwei Lesarten. Dieser Streit ist das Rückgrat.
- Die Kugeln. Ein kluges Übermittlungssystem, das gelegentlich zur Plackerei wird.
Das Spiel ist nicht für jeden, und es gibt nicht vor, es zu sein. Es ist langsam, es ist traurig, und es vertraut darauf, dass du das Ende selbst zusammensetzt. Elf Publikationen setzen den Kritikerdurchschnitt auf 7,9 von 10, und diese Zahl sitzt etwa richtig. The Chinese Room hat etwas gemacht, das als Film oder Buch nicht funktionieren könnte — es funktioniert nur, weil du es gehen musst.
Wertung: 7,9 von 10.
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